Wild West / National Parks USA 2015
2015 - von Miami nach Las Vegas mit vielen Umwegen
Unser Freund und Chauffeur Peter hat uns wie immer pünktlich nach Kloten gebracht. Von Helene erhalten wir noch ein mit Pralinés gefülltes Osterei und einen Goldhasen. Wie üblich schleppen wir unsere übervollen 23/25 kg schweren Reisetaschen zum Check-In. Die Angestellte drückt beide Augen zu. Wir müssen lediglich ein Buch von ca. 200 g herausnehmen.
Nach einem ruhigen Flug übernachten wir in einem Airport Hotel in Miami. Kaspar nennt es ‚Schuppen mit Swimmingpool‘. Beim Frühstück weht amerikanischer Wind: Wegwerfgeschirr, Muffin und Bagles einzeln in Zellophan verpackt und Filterkaffee. Die Flugzeuge donnern über das Hotel und man kann sie am Bauch kraulen. ‚Unser‘ Miami-Driver erwartet uns um 11 Uhr und bringt uns zum Mini-Storage.
Kaspar schliesst die Batterie an und der MAN springt auf den ersten Kick an. Nun einkaufen, amerikanisches Telefon bei AT&T aufladen und auf den Casino-Parkplatz. Sind heute mit Schuhen und Kleider auf die Waage gestanden. Kaspar 220 Pound = nicht ganz Hundert. Bigi 130 Pound. Zum Glück ist das Pound weniger als 500 Gramm! Kaspar macht kleinere Reparaturen und wir warten auf die Ankunft von Michael und Henny. Michael ist der Erbauer unseres Campers. Wir freuen uns über das Wiedersehen und verbringen zwei schöne Tage zusammen. Es wird gefachsimpelt und Reisetipps ausgetauscht.
Erstes Ziel ist der ‚Collier Seminole State Park‘ in den Everglades. Wir machen eine Airboat-Tour. Ohrenbetäubender Lärm mit hoher Spasskultur.
Buchen eine geführte, dreistündige Kanu-Tour. Das Abendteuer beginnt mit ein paar Erklärungen über Bäume und Pflanzen. Dann fassen wir ein schönes, zweiplätziges Kanu sowie Schwimmwesten. Einsteigen und die Fahrt kann los gehen. Kaspar sitzt hinten und steuert. Bigi vorne soll Fahrt machen. Lange geht die Sache nicht gut und wir befinden uns immer wieder in den Mangroven. Ob es weisse, schwarze oder rote Mangroven sind ist egal. Nach einiger Zeit mit ein wenig Gezänck können wir uns aus dem Gstrüpp befreien. So geht es noch einige Male. Sind halt ein altes, guteingespieltes Ehepaar!? In diesem Park gibt es die einzigen ‚Royal Palms‘ weit und breit. Der Baum ‚Gumbo Limbo‘ ist auch als ‚Touristenbaum‘ bekannt, weil er rot ist und sich häutet wie Touristen mit Sonnenbrand.
Im kleinen, touristischen Ort ‚Cedar Key‘ - bekannt für seine Claims (Muscheln) – findet dieses Wochenende das ‚Annual Spring Arts Festival – Old Florida Celebration oft he Arts‘ statt. Schlendern durch die Strasse mit den vielen Stände, die allerlei Handwerk und Kunst verkaufen und essen beim Weltmeister ‚Tonys‘ Claim Chowder. Beim Quilt-Laden erwartet uns ein spezieller Gast. Kaufen etwas Geniales für Helene!
Wir treffen Ostervorbereitungen. Haben Ostereierfarbe von zu Hause mitgenommen. Kochen Eier und bemalen sie. Alles klebt und die Finger sind bunter als die Ostereier. In ‚New Orléans‘ treffen wir auf das Schweizer Paar Marita und Jan. Am Ostermorgen ‚tütschen‘ wir Ostereier.
New Orléans
Campieren am gegenüberliegenden Ufer des Mississippi am ‚Algiers Point‘ beim historischen Gerichtsgebäude gleich hinter dem Damm. Von hier geht’s mit der Pendler-Fähre zum ‚French Quarter‘ hinüber. Wunderschöne Morgenstimmung. Nebel schwebt über dem Mississippi. Wie üblich gibt’s Kaffee und ‚Blueberry Muffin.
Jeden Tag buntes Treiben in ‚New Orléans‘. Zu Ostern wünscht man sich ‚happy bunny day‘ und nicht ‚frohe Ostern‘. Viele Menschen verkleiden sich.
Die Strassenmusiker freuen sich über die vielen Besucher. Freigiebig werden Ein-Dollarnoten in die aufgestellten Malerkübel geworfen – gutes Geschäft heute!
Ein Strassenkünstler legt seinen Hund mit Trauerkleidung in einen kleinen Sarg und bittet um ‚Geld für ein anständiges Begräbnis‘. Die Amis findet dies super toll, küssen den Hund und lassen sich mit ihm fotografieren. In der Schweiz wäre vermutlich der Tierschutz schon lange auf dem Parkett. An der Strassenecke der ‚Bourbon Street‘ überwacht ein bulliger Sheriff das Geschehen.
Das rote Trämli gehört zum Strassenbild wie die schönen Häusern mit den schmiedeisernen Balkongeländern und der Mississippi. Lassen uns eine Fahrt auf dem Mississippi nicht entgehen.
Oh weh, unser Kapitän verfehlt beim Zwischenstopp den Landungssteg und landet in den Bäumen des Hochwasser führenden Mississippi. Zwei Schlepper eilen uns zur Hilfe und ziehen uns mit voller Kraft wieder heraus. Zurück müssen wir mit dem Bus fahren. Ist wieder einmal ein touristischer Flopp!
Entlang dem Mississippi fahren wir nordwärts die Plantagen-Route. Ein kurzer Blick über den Zaun der berühmten ‚Oak Alley Plantation‘ mit den alten Eichen. Wir haben sie das letzte Mal im Dezember 13 mit dem schönen Weihnachtsbaum von innen gesehen. Auf unserem Weg Richtung ‚Baton Rouge‘ besichtigen wir die ‚Nottonway Plantation‘, heute ein Erstklasshotel. Gigantische Ausmasse für eine Familie mit 12 Kindern.
In ‚Baton Rouge‘ - Hauptstadt von ‚Louisiana‘ - besuchen wir das Louisiana State Capitol (Hauptsitz der Regierung). Vor dem Hauptportal ist ein Rednerpult aufgebaut und Bigi übt sich in einer Ansprache (an ihren Ehemann). Wunderschöne Eingangshalle und Sitzungszimmer. Leider war es neblig und wir konnten nicht auf den Turm. In diesem Capitol wurde ein Präsidentschaftskandidat in den 30-er Jahren erschossen.
In dieser Region verunstalten riesige Ölraffinerien das Umland. An jeder Ecke stehen Fast Food Restaurants. Bei ‚Jack in the Box‘ müssen wir mal kurz stoppen, einen Swiss Burger essen und schicken liebe Grüsse an Jack in Buchberg.
Heute passiert ein Malheur, ein Stein fliegt auf der geteerten Strasse in die Frontscheibe. Fragen bei einer Autowerkstatt, wer uns die Scheibe flicken kann. Sie geben uns die Visitenkarte eines ‚fliegenden Glasers‘ in der nächsten Stadt. Ein Anruf genügt und der Mann kommt mit seinem Pick-Up vorgefahren. Er repariert das Loch innert einer Stunde - Kostenpunkt 43 $.
Heute haben wir uns mit Franzsika und Felix aus der Schweiz verabredet. Sie haben wir im Dez. 2010 in Tierra del Fuego/Argentinien kennengelernt und im 2013 in Yukatan/Mexiko das zweite Mal gesehen. Wir freuen uns riesig, dass es klappt. Zusammen besuchen wir ‚Vicksburg‘. Hier fand 1863 eine grosse Schlacht zwischen den Unionstruppen und den Konföderierten statt, welche die Konföderierten verloren. Sie wurden in der Stadt eingeschlossen und ausgehungert. Zusammen mit ‚Gettisburg‘ die entscheidende Schlacht des Bürgerkrieges. Diese dauerte danach noch weitere zwei Jahre und forderte 620‘000 Tote. Die Gedenkstätte ist eine 16 Meilen lange Rundstrasse, die an vielen Denkmälern vorbeiführt. Auch kann das Schlachtschiff ‚Cairo‘ besichtigt werden, ein eisernes Ungestüm. Die Abende sind gemütlich und lang. Franziska bereitet einen Käse-Wurstsalat aus ‚Polska‘ zu. Kaspar leidet heute ein wenig: ist in einen Ameisenhaufen getreten.
In ‚Vicksburg‘ ist die Drogerie beheimatet, welche ‚Coca-Cola‘ erfunden hat. Hier wurde das Gesüff erstmals in Flaschen abgefüllt und mit Kohlensäure angereichert. Damals gab es nur Gläser für den Offenausschank – heute den weltweit bekannten Kartonbecher.
Der Mississippi ist ein gewaltiger Fluss und führt von Zeit zu Zeit riesige Mengen Wasser, die leicht über die Ufer treten. Das Umland steht dann tief unter Wasser, kaum zu glauben!
Fahren ein Stück den ‚Natchez Trace‘. Die Natchez Indianer haben hier ihre Büffel durchgetrieben. Heute eine Strasse ohne jegliche Werbung und kommerziellen Gewinn, nur 350 Meilen lang! Fleissig wird die Strasse erneuert und Schlaglöcher ausgebessert. Durch den Einbahnverkehr werden wir von einem Pillot Car ‚Follow me‘ gelotst.
was so kriecht und fliegt und wächst .......
Clarksdale - where the Blues began
An der Kreuzung der Strassen US-61 und US-49 befindet sich das kleine Städtchen ‚Clarksdale‘ – the land where Blues began! In dieser Region wurde der Blues geboren. Einer der bekanntesten Musiker war B.B.King. Dieses Wochenende findet das ‚Juke Joint Festival‘ statt. Grosses Fest mit vielen genialen Strassenmusikern, Bands, einer Parade, Handwerker Markt und Kinderattraktionen, u.a. ein Säulirennen. Bigi erstrampelt sich auf einem Hometrainer einen ‚Smoothie‘ – it’s fun to be fit‘!
Memphis
In ‚Memphis‘ lebte und starb ‚Elvis Presly‘. Wir wollen ‚Graceland‘, sein Haus und Grab besichtigen. Es wird ein riesiger Rummel darum gemacht und die Preise für die Besichtigung beginnen bei 35 $ pro Person. Dies ist uns Elvis nicht wert. Strollen durch die Souvenirläden und werfen einen Blick über die Gartenmauer.
Auf dem Balkon des Hotel ‚Lorraine‘ wurde 1964 Martin Luther King jun. ermordet. Er war hier in der Stadt um einen Streit der Müllmänner zu schlichten. Heute ist das Hotel ein ‚National Civil Rights‘ Museum und zeigt den Kampf der Schwarzen für Gleichberechtigung eindrücklich.
Memphis lebt vom Blues. Musikkneippe an Musikkneippe im alten Viertel. Die Stadt ist heute fest in den Händen der schwarzen Bevölkerung – und ein paar Touristen. Wir finden einen Zettel unter dem Scheibenwischer: Androhung, dass sie unser Fahrzeug wegschleppen! Wir haben auf zwei Parkfeldern parkiert. Wir flüchten über die Brücke nach ‚Arkansas‘.
Little Rock
In ‚Little Rock‘ – Hauptstadt von Arkansas – steht bereits ein Museum mit Bibliothek für Bill Clinton. Vor seiner Präsidentschaft war er hier Senator. Das Präsidentenbüro mit den persönlichen Utensilien sowie das ‚Oval Office‘ sind massstabgetreu nachgebildet. Die Lehne des Präsidentenstuhls ist 4 cm höher als die der anderen Regierungsmitgliedern. Man findet alle Tagebücher und Terminkalender von Bill. Es gibt auch ein Foto seiner Katze ‚Socks‘. Der Sexskandal wird mit keinem Wort erwähnt.
Hot Springs
‚Hot Springs‘ - der kleinste National Park der USA (liegt mitten in der Stadt) - ein ehemals luxuriöser Badeort. Wir besuchen die ‚europäischen‘ Badehallen. Für eine Badehandlung mit Vollservice hat Kaspar keine Lust nachdem er die Folterkammern im Museum gesehen hat: Schwitzkasten, Turnhalle, Elektrotherapie etc. An verschiedenen Brunnen kann die Bevölkerung kaltes und warmes Thermalwasser gratis abfüllen, was auch rege benutzt wird.
Am Abend gönnen wir uns einen Drink in der berühmten ‚Ohio Club Bar‘, in welcher schon der bekannte Verbrecher ‚Al Capone‘ verkehrte. Wir haben Grund zum Feiern: haben heute den Honda-Roller aus der Werkstatt abgeholt. Nun läuft er wieder. Grund des Defektes: altes Benzin, das alles verstopft hat und somit konnten wir ihn nicht mehr starten.
Wiederkehr Village
Im Norden von Arkansas am Arkansas River haben sich viele Deutsche und Schweizer niedergelassen. Die Landschaft könnte in der Schweiz sein. Wir besuchen die ‚Post Winery‘ sowie das Schweizer Weingut ‚Wiederkehr‘ – bisher haben wir jedoch lediglich vier Rebstöcke gesehen. Wir kommen ins Gespräch mit zwei alten Ladies, die noch ein paar Brocken Deutsch sprechen. Sie sprechen über ihre schöne Kirche auf dem Hügel, die wir unbedingt besuchen müssen. Auf dem Friedhof sind mehrheitlich deutschstämmige Auswanderer begraben. Sogar die Wandbilder in der Kirche sind mit deutschem Text unterlegt. Im Restaurant ‚Wiederkehr‘ geniessen wir das bekannte ‚Matterhorn Schnitzel‘ – ein im Ei gedrehtes Cordon-Bleu. Kaspar teilt die Portion gerecht nach Körpergewicht: Zwei Drittel für ihn und den mickrigen Rest für Bigi. Zu unserem Leidwesen wird hier vorwiegend süsser Wein hergestellt.
Blick vom 'Mount Magazine'
Vom State Park ‚Mount Magazine‘ hat man einen schönen Blick über die Umgebung. Dieser Hügel ist die höchste Erhebung zwischen den Appalachen im Osten und den Rocky Mountains im Westen - 2753 feet (917 m). Wir tragen uns im Gipfelbuch ein und schauen wie immer, ob hier in letzter Zeit mal Schweizer waren.
Crater of Diamonds State Park
Im ‚Crater of Diamonds State Park‘ versuchen wir unser Glück im Diamanten suchen! Ob wir wohl fündig werden?! Wir sind nicht allein, hunderte versuchen das Gleiche! Gestern hat jemand einen Diamanten von 69 pkt. gefunden, keine Seltenheit, denn jedes Jahr werden 700 fündig. Im 1924 der Grösste ‚Uncle Sam‘ mit 40,23 Carats, im 1998 ‚The Strawn-Wagner Diamond‘ weiss, mit absoluter Lupenreinheit 0/0/0 – dieser wurde als Leihgabe von Hillary Clinton bei der Einsetzung ihres Mannes zum Präsidenten getragen. Wir haben ein ‚Basic Kit‘ gemietet, geschuftet, geschaufelt, gesiebt und nochmals gesiebt, aber ausser farbigen Steinen nichts gefunden. Der kühlgestellte Champagner muss warten. Am Mittag fängt es an aus allen Kübeln zu regnen. Beim MAN sind wir pflotsch nass. Die Heilsarmee-Suppe wärmt uns auf.
Fort Worth / Texas - 'Das Tor zum Wilden Westen'
Die gemütliche Stadt ‚Fort Worth‘ (Zwillingsstadt von Dallas) in Texas ist das ‚Tor zum Wilden Westen‘! Der Ort war früher Drehscheibe für das Umladen der Langhornrinder. Die Stockyards (Gehege) sind heute jedoch leer. Von Zeit zu Zeit findet ein Rodeo statt und es gibt eine ‚Hall of Fame‘ aller bekannter Cowboys. Die Breite des grössten Langhorns misst 3 m.
Für die vielen Touristen werden zweimal täglich eine mickrige Herde Langhornrinder von vier Cowboys und einem Cowgirl durch die Hauptstrasse getrieben. Schönes Wild West Ambiente mit originellen Restaurants und Bars. In vielen Läden werden Cowboy/girl Accessoires wie Texas-Stiefel, glitzernde Gürtel und bunt karierte Hemden angeboten.
In Texas, wo überall Öl und Gas gefördert wird, sehen wir riesige Windparks. Viele Häuser haben grosse Sonnenkollektoren. Die Amerikaner sind Weltmeister im Energie verschleudern. Sie sind immer erstaunt, dass unser MAN nur 1 Gallone auf 10 Meilen verbraucht = 22 L/100 km! Der Preis von Diesel ist momentan, je nach Staat, zwischen 70 – 80 Rappen pro Liter. Früher wurde mit Windrädern das Grundwasser herauf gepumpt.
Im ‚State Park‘ lernen wir George kennen. Wir wundern uns über seinen weissen, verfleckten Arbeitsoverall. Des Rätsels Lösung: er ist ein ‚trommelnder Maler‘! Früher war er ‚Drummer‘ einer Rocken Roll Band bis er seine neue Berufung fand. Nun trommelt er mit Regenbogenfarben auf Leinwand, Schallplatten und alten Schlagzeugen herum. So entstehen seine farbenfrohen Bilder. Er reist von Art Festival zu Art Festival. Wir laden ihn zu Kaffee ein, was er dankend annimmt. Er reist auf einfachste Art. Er schenkt uns ein kleines Bild.
Big Bend National Park / Texas
Der ‚Big Bend‘ National Park liegt ganz im Süden von Texas und ist einer der Grössten. Die Grenze zu Mexiko ist der Fluss ‚Rio Grande‘ – nichts von reissendem Strom, nur ein Rinnsal. Die Amerikaner pumpen in ‚Colorado‘ das Wasser für die Landwirtschaft ab. Da der Park relativ abgelegen ist, kommen nur wenige Leute hierhin. Eigentlich schade, denn jetzt im Frühling blüht alles, wunderschön!
Unten am ‚Rio Grande‘ ist es Wüste und bereits heiss. Oben im alten Vulkankessel ist die Temperatur angenehm. Hier leben auch die grossen Tiere wie Bären und Pumas ‚Mountain Lion‘. Auf einer Wanderung sieht Bigi einen grossen Schwarzbär. Kaspar dann beim fotografieren die Bärenmutter mit den drei Kleinen, worauf er Reissaus nimmt! Melden die Sichtung in der Rangerstation und bekommen dafür ein Zertifikat. Wir können uns glücklich schätzen, denn nicht viele Wanderer sehen Bären.
Immer wieder coole Leute und lange Abende unter dem Sternenhimmel. Roman und Mona mit ihren drei Kindern Riona, Zora und Nico. Kaspar opfert seinen Salami und sieht drei strahlende Kindergesichter! Eines Abends gesellt sich noch der Ur-Berner Ruedi zu uns - am nächsten Morgen dann die Überraschung: eine Berner-Züpfe.
Riona hat Geburtstag. Etwas ausserhalb des Parks ist ein Luxus-Hotel in der Wüste mit angegliedertem Camping. Alle zieht’s an den Swimmingpool. Zum Abschluss des Tages lassen wir einen Heissluftballon steigen.
Fort Davis
Zuerst kamen die Büffeljäger und jagten wegen den Fellen die Büffel. Dadurch wurde den Indianern ihre Lebensgrundlage entzogen. Um 1880 dann baute die USA im Wilden Westen diverse Forts um die Route der Auswanderer von den Indianern zu schützen. In dieser Zeit fanden auch die Indianerkriege statt. Von 200‘000 Indianern überlebten lediglich 1‘600. ‚Ein Krieg ist weniger gefährlich als das normale Leben‘. Im Spital gab’s noch kein Penizillin. Viele starben an Tuberkulose oder nach überlebter Operation an Wundbrand oder Infektionen.
In der Wüste gibt es sternenklare Nächte ohne Lichtverschmutzung der Städte. Das ‚McDonald Observatory‘ wurde 1967 in Betrieb genommen. 1968 diente es für die Beobachtung der Apollo-Mondlandung.
Guadelupe Mountain National Park
Der ‚Guadelupe Mountain Natinal Park‘ ist ein Wanderparadies. Wir machen den ‚Devil’s Hall‘ Rundtrip. Natürliche Treppen im Canyon.
mit offen Augen durch die Natur
Am Sonntag ist die ‚Mescal‘ Zeremonie der Apachen-Indianer. Sie sind stolz, dass sie ihre Zeremonie hier im State Park ausserhalb ihres Reservates durchführen dürfen. Einige Familien haben vor ein paar Tagen 67 gekennzeichnete Agaven in ein grosses Loch gelegt. Unten wurde ein Feuer entfacht. Die Agaven wurden mit grossen Jutesäcken, Gras und Erde zugedeckt (wie ein Kühler). Die gleichbleibende Hitze gart die Agaven weich. Sie schmecken nachher süss, sind aber faserig wie Artischocken und können lange aufbewahrt werden. Heute werden alle Agaven ausgegraben. Alte Frauen beten in ihrer Sprache zum ‚Creater of the Univers‘. Aus einem kleinen Sack entnehmen sie einige gelbe Körner und streuen diese auf die Agaven und über das leere Loch. Alle Anwesenden respektieren den Indianerglauben. Eine Agave jeder Familie wird aufbewahrt für ein späteres Fest, wo junge Mädchen in den Frauenstand erhoben werden.
Carlsbad Cavern National Park
Riesige Höhlen, 300 m unter der Erde erschlossen durch Wege und einen Lift. Bekannt sind die ‚Carlsbad Caverns‘ auch wegen der ‚Bat Familys‘ (Fledermäuse). Zurzeit sind keine vor Ort, aber am Abgang in die Höhle stinkt es schrecklich. Beim Eingang nehmen sie uns unseren lebenslänglichen ‚Senior Pass‘ für die National Parks weg - er ist eben doch nur für Amerikaner gültig! Für den Aufpreis von 70$ haben wir nun einen Jahrespass. In der Höhle ist es immer 13 °C warm und sie ist so gross wie 14 Fussballfelder, einfach gigantisch. Eine zweieinhalbstündige Wanderung führt uns von Stalaktiten zu Stalakmiten. Die Beleuchtung stammt von einem berühmten Theaterbeleuchter aus New York (ca. 1200 Glühbirnen).
Die Prärie wird hüglig und wir sehen wiederum viele Ölpumpen. Langsam steigt die Strasse an auf 2800 m ü. M. zum Skiort ‚Cloudcroft‘. Ein kleiner Ort mit Wild West Ambiente und Sessellift aus dem letzten Jahrtausend, der wegen Schneemangel nicht mehr in Betrieb ist.
Die kurzen Hosen werden gegen lange ausgetauscht. Wir kommen in ein Hagelunwetter. Kaspar probiert Texas-Stiefel. Nichts für seine Füsse. Vor lauter Frust gehen wir in einen Laden und machen eine kleine Käse- und Weindegustation.
Eigentlich wollen wir hier übernachten, aber das Wetter ist zu garstig und wir fahren runter in die Wärme zum Walmart in ‚Alamogordo‘. Hier im ‚Tularosa Valley‘, wo sich auch ‚White Sands‘ befindet, wurde am 15.7.1945 die erste Atombombe 'fat boy' gezündet. Dieser Test hat nachhaltig die Welt verändert!
White Sands National Monument
Die weissen Sanddünen sind wie eine schöne Winterlandschaft, fantastisch! Man sieht Touristen ganz komisch laufen, wie auf Eis. Auf einer Düne toben sich Kinder aus und schlitteln den Hang hinunter. Die Picknickplätze haben Sonnendach und Grill. Wir machen eine grössere Wanderung ins Herzen der Dünen. Erst hier sieht man die komplette Schönheit. Damit sich niemand verläuft, sind Markierungsstöcke zur Orientierung (wie auf einer Skipiste) aufgestellt.
Für viele Langzeitreisende wie uns ist der ‚Walmart‘ eine gute Übernachtungsmöglichkeit und es macht immer Spass, durch die Gestelle zu streichen und einzukaufen. Endgültig verabschieden wir uns von Roman und Mona mit ihren 'Walmart Kids' Riona, Zora und Nino – eine wirklich effiziente Family! Noch ein letztes Gruppenfoto nach zehn Tagen mehr oder weniger gemeinsame Ferien. Die Weiterfahrt geht in verschiedene Himmelsrichtungen.
Missile Ranch
Am Eingang zur ‚Missile Ranch‘ erhalten wir einen ‚Visitor Badge‘ mit Foto, gültig ein Tag. Als Nationalität steht: ‚not of Hispanic‘. Auf offenem Gelände stehen alle seit 1946 hergestellten Raketen und Missiles, die für militärische Zwecke gebraucht wurden. Von dieser Militär Basis werden heute noch die neuesten Produkte abgefeuert. Im 1982 landete hier Space Shuttle Columbia.
Las Cruces/historische Altstadt Mesilla
‚Der historischen Stadtteil ‚Mesilla‘ von ‚Las Cruces‘ ist schön und gemütlich. Hier wurde ‚Billy the Kid‘, der in seinen 21 Lebensjahren vermutlich 21 Männer erschossen hat, verurteilt. Später flüchtete er aus dem Gefängnis und wurde kurz darauf von einem Sheriff erschossen. Geniessen einen mexikanischen Abend im altehrwürdigen Restaurant ‚La Posta‘.
Fahren dem ‚Rio Grande‘ entlang via Hilsboro, über den Emory Pass nach Gila Hot Springs. An einer Tankstelle fühlen wir unsere Gasflasche. Zwei lustige, ältere Herren warnen uns vor zwei relativ tiefen Brücken – für unser hohes Fahrzeug nicht geeignet. Aus Erfahrung versuchen wir es trotzdem, mit dem Risiko umzukehren. Aber welch Glück, wir haben sogar noch 70 cm Spatzung und können uns den Umweg von 150 Meilen ersparen!
Gila Cliff Dwellings National Monument/New Mexiko
Hier in den Felsen lebten zwischen 1275 – 1300 etwa 15 Indianerfamilien, ca. 60 Personen. Sie bauten sich ihre Steinhäuser in die Höhlen und lebten vom Jagen, Früchte sammeln und pflanzten Korn an. Die häufigste Todesursache kam vom Gebiss, da die Zähne von Steinem im Essen abgenutzt und infektiös wurden. Das Korn wurde mit ‚weichem‘ Stein gemahlen und enthielt daher feinen Sand. Ein bekannter Indianerhäuptling ‚Geronimo‘ wurde hier geboren und kämpfte bei den Indianerkriegen gegen die US-Amerikaner. Da er sein Volk anhielt, nach Mexiko in Sicherheit zu gehen, ist sein Stamm der Einzige, welcher von den USA nicht anerkannt ist und daher kein Reservat erhielt. Bis heute versuchen die Apachen hier ein Reservat zu erhalten. Alle Vorstösse werden vom US-Senat abgelehnt.
Gila Hot Springs
Im Camping ‚Gila Hot Springs‘ gibt es 40°C heisse Quellen. Nach einem anstrengenden Tag als ‚Indianer‘ lassen wir uns im heissen Wasser kochen - die Nächte sind kühl!
Santa Rita Mine/Silver City
In der Nähe von ‚Silver City‘ bestaunen wir das riesige Loch der Kupfermine ‚Santa Rita‘.
Bisbee
Der mexikanischen Grenze entlang nach ‚Bisbee‘, einer Kupferbergbaustadt. Die Grenze ist mit einem von Horizont zu Horizont reichenden Wall oder Mauer gesichert. Am Ortseingang gibt es einen kleinen Stadtteil mit aus den 50-er Jahren stammenden Tankstellen. Davor parkieren die dazu passenden amerikanischen Schlitten.
Wir machen eine Tour durch die Untertagmine ‚Queens Mine‘. Mit einer Bergarbeiterbahn werden wir etwa eine Meile hineingefahren, eingekleidet mit Helm, gelber Wachsjacke, Gürtel und Taschenlampe. Es ist noch kälter als draussen, ca. 4 C. Als in der Mine noch gearbeitet wurde war hier 40 C heiss. Der Touristenführer, ein früherer Mineur, erklärt uns den Kupferabbau. Es wurden paar Milliarden Tonnen Kupfer abgebaut und als Abfall fiel auch noch Gold und Silber an. Ca. 135 Meilen Tunnels wurden horizontal auf vier Ebenen in den Berg geschlagen. 1975 wurde die Mine unrentabel und geschlossen.
Wir freuen uns schon den ganzen Tag auf einen Hamburger. Leider ist das im Führer empfohlene Restaurant seit Jahren geschlossen. Wir werden trotzdem fündig und essen einen ‚Texas Millionärs Burger‘. Das Brot ist mit einem Brandstempel (für Kühe) markiert. Schmeckt hervorragend! Man muss die Burger ‚medium‘ essen, sonst sind sie ausgetrocknet. Kaspar meint: 'd’Amis söttet inzwüsche ja wüsse, wie mer Burger macht!'
Tombstone
Hier brach am 26. Oktober 1881 eine Schiesserei zwischen 4 Sheriffs und 4 Cowboys aus. Sie endete für alle Cowboys und einen Sheriff tödlich. Die ganze Schiesserei dauerte nur 30 Sekunden. Kaspar kam zu spät um zu helfen. ‚White Earb‘ war der lange Arm des Gesetzes. Er starb 1929 eines natürlichen Todes. Es gibt viele Wild West Filme, die dieses Ereignis darstellen. Bis heute weiss man nicht, wie die Schiesserei genau von Statten ging. Sehen auf der Strasse vor dem authentischen Gebäude ‚O.K. Corral‘ die nachgestellte Szene.
Pima Air & Space Museum / Tuscon
Hier stehen in diversen Hangars und im Freigelände über 300 alte Flugzeuge von der B52 über die Super Coni (TWA Switzerland) bis zu einem Schweizer Hunter (frisch poliert vom Schweizer Militär).
Davis Monthan Air Force Base
Riesige Felder mit gut konservierten Flugzeugen (hier gibt es keine Luftfeuchtigkeit und es ist das ganze Jahr über warm). Nicht gebrauchte Militärflugzeuge werden hier gewartet und dann auf dem Gelände in Reih und Glied aufgestellt. Eine riesige Masse von Flugzeugen. Auch Triebwerke werden revidiert und in speziellen Containern konserviert. Neben dem Gelände, auf dem die flugtüchtigen Düsenjäger, Helikopter, Transporter und Tankflugzeuge lagern, befindet sich ein ebenso grosses Flugzeugersatzteillager, der ‚Amarg Boneyard‘ (Knochenfriedhof). Die alten Flugzeuge werden ausgeschlachtet, die Teile aufgearbeitet und in andere Flugzeuge eingebaut oder gelagert.
Am späteren Nachmittag haben wir genug und fahren zur ‚Mission San Xavier‘. Ein riesiger Schritt vom 21. Ins 18. Jahrhundert zurück. Die Spanier bauten hier eine prunkvolle Kirche mit Mission. Fühlen uns sofort wieder in Mexiko. Viele Kerzen brennen in der Kirche.
Saguaro National Park West
Der ‚Saguaro National Park‘ ist bekannt für seine 15 m hohen Giant Kaktus. Diese können in der Regenzeit bis zu 700 Liter Wasser speichern und überleben dadurch den heissen Sommer mit über 40 °C. Ein Kaktus ist nach einem Jahr 6 mm gross / nach 16 Jahren 30 cm / nach 30 Jahren bekommt er die ersten Blumen und produziert Früchte / nach 75 Jahren den ersten Ast / mit 100 Jahren sind sie ca. 7,5 m hoch / ein Kaktus lebt 150 – 200 Jahre. Aus Spass setzt sich Kaspar auf einen Kaktus. Er geht immer tiefer und tiefer bis er so richtig gestochen wird. Autsch! Bigi hält sich den Bauch vor Lachen. Er küsst und umarmt auch einen Kaktus, aber nicht so nahe, dass er die Stacheln spürt.
Unser MAN hat 100‘000 Meilen (161‘000 km) zurückgelegt. Dabei hat der Motor 251‘200‘000 mal gedreht! Dann quer durch ‚Tuscon‘. Ist nicht viel zu sehen. Weiter die kurvige Strasse auf den ‚Mount Lemmon‘ Ski Valley – 2700 m ü. M. Die Wüstenlandschaft mit ihren Kaktussen verändert sich und plötzlich sind da Nadelbäume, Eichen und am Schluss sogar Birken. Im ‚mondänen‘ Summerhaven - absolut nichts los - mit ein paar Villen, zwei Restaurant und der Post übernachten wir und feiern unseren MAN mit Champagner.
Es ist kalt: 5 °C. Stehen bei Sonnenaufgang auf. Wollen auf der Rückseite des Passes hinunter fahren. Nur sehr dünn eingezeichnete Strasse. Am Eingang der Strasse stehen diverse Warnschilder. Da wir von Bocklets wissen, dass diese Strasse befahrbar ist, machen auch wir uns zu diesem 40 km Abenteuer auf. Kaspar lässt die Luft aus den Reifen. Dann geht’s im kleinen Getriebegang los. Wirklich schlechteste Strasse, werden so richtig durchgeschüttelt. Die Strasse gleicht einem Feldweg, ist schmal, aber die Aussicht wunderschön. Nach eineinhalb Stunden Rüttelpiste sind wir wieder auf der Teerstrasse.
Besuchen ‚Biosphere 2‘ – Biosphere 1 ist die Erde. Hier wurde die Erde nachgebildet vom Korallenriff, Wüste, Regen- und Mangrovenwald. Alles wurde mit Glas überdeckt und das Klima künstlich hergestellt. Vier Frauen und vier Männer liessen sich in den 90er Jahren für zwei Jahre einschliessen, um Forschung unter anderen Bedingungen zu betreiben. Diese Aktion wurde stark kritisiert. Eine zweite Staffel blieb dann nur noch 6 Monate und wurde beendet. Das Projekt kostete 150 Mio. Dollar. Heute wird noch unter dem Patronat der Universität von Arizona geforscht.
Am Rande von ‚Phoenix‘ ist der ‚Lost Dutchman State Park‘. Morgens bummeln wir durch den fast leeren Camping. Kaspar will noch Scheiben putzen. Nebenan schlendern wir durch die ‚Goldfield Ghost Town‘, reine Touristenattraktion.
Nun fahren wir den ‚Apachen Trail‘ Nr. 88 über kurvige Strassen bis zum kleinen See ‚Canyon Lake‘. Nichts los.
Weiter zur Trading Post ‚Tortilla Flat‘. Hier wurden die Pferde der Kutschen gewechselt und man gut und deftig essen. Hamburg ist angesagt. Sitzen an der Bar auf Sätteln. Das ganze Restaurant ist mit 1-Dollar-Noten, signiert mit dem Namen der Spender, über und über beklebt – selbst die Decke. Sieht originell aus und auch die Toiletten sind speziell.
Weiter zum Apachen Lake. Hier tolle Camping Möglichkeiten. Man braucht dazu eine Tagesbewilligung (6 $). Diese bekommt man im 15 Meilen entfernten ‚Roosevelt‘. Ha ha! Sind eben doch noch immer Schweizer und keine Amis – ist hin und zurück etwas weit! Sehen den ‚Roosevelt‘ Staudamm mit der längsten Amerikanischen Bogenbrücke aus Stahl.
Dann übernachten wir eben wieder einmal auf dem Parkplatz eines Casinos und Bigi versucht ihr Glück. Bei 4 $ Gewinn will sie aufhören, aber am Schluss sind es noch 5 Cent.
‚Montezuma Castle‘, eine fünfstöckigen Indianersiedlung in Höhlen aus dem 13. Jh., welche man leider nicht mehr von Innen besichtigen kann. Touristen waren am Werk.
'Verde Canyon Railroad'/Wilderness Train
Der Zug fährt lediglich 10 Meilen (16 km/h), also Schneckentempo, gut zum fotografieren. Es gibt fast keine Steigung. Wir sind hier auf 3500 feet (1150 m.ü.M.). Einstiegstreppen stehen bereit. Jeder Wagen wird durch die Hostess und einen Unterhalter bedient. Der Erstklasswagen ist feudal eingerichtet. Die eine Seite mit Einzelsofas, von denen wir eine Sitzgruppe belegen. In unserem Wagon ist auch noch eine Bar. Zur Begrüssung erhalten wir Champagner im Plastikbecher. Das Buffet ist aufgebaut bei welchem man sich gratis bedienen kann: Pouletflügeli, Sandwich, Oliven, Käse, Peperoni, Gemüsestengel, Cäsar-Salat und Brownies. Bestellen uns eine Flasche Rotwein ‚Locomotive 1512‘ (Nr. der Riesenlokomotive). Bei den zwei riesigen Diesellokomotiven handelt es sich um die Letzten, die noch in den USA fahrtüchtig sind! Nun geht es los, alles entlang eines schmalen Flusses, welcher in einem Canyon verläuft. Ein paar alte Brücken und ein Tunnel von 200 m Länge warten auf uns. Die roten Berge (Eisen = rot = rostig) rücken immer näher. Eine schöne, ursprüngliche Landschaft. Stehen viel auf dem offenen Panoramawagen. Die Eisenbahnstrecke wurde nur für eine Kupfermine verlegt. Nach 20 Meilen bei einer kleinen Farm in ‚Perkinsville‘ werden die Lokomotiven auf die andere Seite des Zuges um gekoppelt. Hier soll in den 60er Jahren ein bekannter Western verfilmt worden sein. Unterhalten uns mit diversen Leuten. Die zwei Dieselloks verbrauchen für die Bergfahrt ca. 100 Gallonen (360 Liter) Diesel, für die Talfahrt fast nichts. Eine Lok hat 1500 PS, das Getriebe hat 8 Gänge, aber für diese Fahrt werden nur 5-6 Gänge gebraucht. War ein super Sonntagsausflug!
Am nächsten Morgen gibt’s Besuch. Sieben futtersuchende Esel freunden sich mit Kaspar an.
Sedona
Hier sind die ‚Red Rock Mountain‘ zu Hause. Schon auf dem Weg sehen wir den ‚Cathedral Rock‘. Dann alles Schlag auf Schlag: Kachina Woman, Chimney Rock, Thunder Mountain, Coffee Pot Rock, Bell Rock, Courthouse Buttle und zu guter Letzt besuchen wir die katholische Kirche ‚Chapel oft he Holy Cross‘. Oben beim Airport geniessen wir die Rundsicht.
Hier in der Gegend soll es viele Kraftorte geben (Esoterik pur). ‚Sedona‘ ist eine reiche Stadt. Man sieht dies an den vielen Villen in den Hügeln.
Am Horizont der schneebedeckte ‚San Francisco Mountain‘ (4220 m. ü. M.). Kaufen nochmals ein, da wir ja in die Wildnis fahren – ha ha! Der ‚Grand Canyon‘ hat durchschnittlich 14'000 Besucher pro Tag oder rund 5 Millionen pro Jahr. Den Dieseltank füllen und dann los. Bei den Ranger Stationen wird immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass Waldbrandgefahr besteht und man vorsichtig sein soll mit Feuer machen.
Grand Canyon (South Rim)
Einfach unglaublich, dieses Naturwunder! 6,5 bis 29 km breit, 446 km lang, 1600 m Höhenunterschied.
Der Colorado River ist im Canyon 90 m breit, 350 km lang, Gefälle 670 m, 160 Stromschnellen (davon 80 sehr gefährlich).
Für die vielen Touristen bieten Indianer eine kurze Tanzshow und versuchen, etwas über ihr Leben und ihre Sprache zu vermitteln.
Das Wetter macht was es will: Sonnenschein und stahlblauer Himmel pur, Regen, Hagel und ein paar kleine Schneeflocken, Temperatur 4 – 18 °C. Unmöglich in einem Tag zu besichtigen. Eigentlich ist der Sonnenuntergang das Schönste. Entlang der Abbruchkante gibt es einen schönen, langen, zum Teil rollstuhlgängigen Trail. Die Aussichtspunkte sind mit Shuttle-Bussen verbunden.
Nehmen den steilen Abstieg des ‚South Kaibab Trail‘ unter die Füsse bis Kaspar’s Knie streikt. Vom ‚Cedar Ridge Point‘ aus müssen wir dann wieder 400 Höhenmeter erklimmen. Aber mit genug Wasser kein Problem. Faule Touristen lassen sich von Mauleseln auf dem Rücken in den Canyon hinunter und wieder hinauf bringen. Das Gepäck wird ihnen mit einer zweiten Karawane nachgetragen. Wir Wanderer müssen auf dem schmalen Trampelpfad ausweichen und bekommen nur den Duft der ‚Rossbollen‘ ab. Am ‚Desert View Point‘ steht ein Aussichtsturm.
Unsere Postadresse ist bis auf weiteres bigi@gloorontour.ch !
Petrified Forest National Park
Unglaublich, was die Natur in Millionen von Jahren fertig bringt! Aus Baumstämmen wird versteinertes Holz. Hier soll einer der grössten versteinerten Wälder der Welt sein. Es liegt viel herum, aber wehe, es wird ein Holzsplitter aufgelesen und mitgenommen Die Leute sind aufgefordert, allfällige Diebe zu melden. Am Ausgang dann Kontrolle. Man kann massenweise versteinerte Holzstücke kaufen, die ausserhalb des Parks von Firmen gesammelt werden. Es gibt wunderschöne, grosse Stück, aber extrem teuer. Campieren am Südeingang gratis vor dem Souvenirladen. Haben heute Glück gehabt mit dem Wetter, aber nachmittags ein starkes Gewitter mit doppeltem Regenboden.
Meteor Crater
Vor 50‘000 Jahren schlug hier ein Meteor mit einer Geschwindigkeit von etwa 26‘000 Meilen/Stunde (39‘000 km/h) und einem Winkel von 60 % auf die Erde. Die Sprengkraft war 20 Millionen T.N.T.! Der Krater ist rund, misst 1200 m im Durchmesser und ist 170 m tief. Der Meteorit war nur 30 x 30 m, 10‘000 kg schwer aber aus 70% reinem Eisen mit ein wenig Gold und Silber. 1902 wollte ein Minenprospektor mit viel Geld das Eisen heben.1928 war er ohne jeglichen Erfolg pleite. Die NASA trainierte hier ihre Astronauten der Apollo Mission, welche auf dem Mond geologische Proben entnehmen mussten.
historische Route 66
Die historische Route 66 von Chicago nach Los Angeles, ist heute nur noch ein kleines Stück von Flagstaff bis Kingman touristisch ausgeschlachtet. Die Strecke wurde vorwiegend durch den Interstate Highway Nr. 40 ersetzt: der legendäre Museum Club in Flagstaff mit täglich live Countrymusik, die Tankstellen mit alten Zapfsäulen in Seligman und Hackberry, Mr. D’z Dinner Restaurant mit 50-er Jahren Interieur und leckeren Hamburgern. Die Harley Davidson Driver sind überall mit ihren lauten Maschinen.
Hoover Dam
Hoover Dam – Die ‚Power Plant Tour‘ führt uns ins Fundament runter und in die Generatorenhalle. Zu seiner Zeit (1931 - 35) war diese Staumauer gigantisch und die Zahlen sprechen für sich. Der ‚Hoover Dam‘ erfüllt 3 Dinge: Keine Überschwemmungen mehr, Bewässerung einer riesigen Anbaufläche und dazu genügend Elektrizität für mehrere 100‘000 Menschen. Mit dem Damm, benannt nach Präsident Hoover, wird schon lange Geld verdient und die Baukosten sind abbezahlt.
Death Valley
Heute steht ‚Death Valley National Park‘ auf dem Programm: der tiefste Punkt ‚Badwater‘ liegt 86 m unter Meereshöhe und ist einer der heissesten Flecken Amerikas. Am 10. Juli 1913 wurde 134 °Fahrenheit / 57 °C gemessen. Wir haben lediglich 113 °F / 45 °C! Die Legende besagt, dass sich ca. 1880 eine Gruppe Siedler, welche einen neuen, kürzeren Weg nach San Francisco suchten im ‚Death Valley‘ verlief. Sie wurden nach 8 Monaten halb verdurstet gefunden. Als diese das Tal verliessen soll eine gerettete Frau gerufen haben: ‚Bye-bye Death Valley!‘ Daher der Name. Der National Park ist riesig! Der ‚Devils Golf Course‘ ist bekannt wegen der aufgebrochene Salzkruste eines Salzsees. Bei der ‚Natural Bridge‘ hängt ein Zettel, dass man nach 10 Uhr vormittags wegen der Hitze nicht mehr wandern soll – Kaspar ist gar nicht unglücklich. Auch ‚Zabriski Point‘ mit der goldgelben Wüste ist sehenswert. Viele Touristenbusse sind auf der Hauptachse anzutreffen, eine regelrechte Völkerwanderung. Als letztes noch einen Besuch bei den Sanddünen ‚Mequite Flat‘. Bei 45 °C ist der Sand ganz schön heiss. Barfuss, hoi, oh, oh!
Zufälle gibt’s! Treffen an einer Kreuzung in ‚Pahrunp auf Peter Ruth aus der Schweiz - kennen sie schon seit 2009 und haben sie das letzte Mal 2010 in der Acadama Wüste in Chile getroffen. Im ‚Wine Ridge‘ Camping lernen wir Amerikaner kennen. Einer ist aus Holland und hat eine Mandelplantage in Kalifornien, der Andere hat Schweizer Urgrossvater-Wurzeln in Stans und Zürich.
Reparatur muss sein!
Nachdem uns in den letzten Tagen zwei Mal die Kühlschranktüre während der Fahrt ausgehängt hat, muss Kaspar nun ans Werk und diese flicken. Der Kühlschrank schliesst jetzt besser als vorher und kühlt auch super gut.
Besuch aus der Schweiz
Unser VIP-Gast Regula kommt wieder einmal zu uns auf Besuch. Wir holen sie am Flughafen von Las Vegas ab. Die Schranke zum Parkplatz für ‚oversize vehicles‘ öffnet sich und schliesst während wir durchfahren. Päng! Das Resultat eine defekte Schranke und zerkratzter MAN. Für 10 $ können wir gleich hier am Flughafen übernachten. Am Morgen fahren wir den legendären ‚Strip‘ hinunter.
Valley of Fire State Park
Alles leuchtend rote Felsen! Die ‘Fire Wave’ wurde erst 2012 entdeckt und 2014 mit einem Wanderweg erschlossen. Eine schöne Vollmondnacht! Der Hase schaut interessiert zu.
Bei ‚NAPA‘ LKW-Ersatzteile machen wir kurz Stopp, um neue Scheibenwischerblätter, Reifendruckpistole und einen Torxschraubenzieher zu kaufen. Ein spezielles, gelbes Auto fährt vor. Dr Besitzer meint ‚just for fun‘! Wir bestaunen das Vehikel mit 475 PS – ist aber keine Alternative für uns!
Zion National Park
Ein grosser Teil des Parks ist in der Hauptsaison für den privat Verkehr gesperrt. Fahren mit dem Bus zum Canyon. Zu Fuss geht’s über Stock und Stein, vor allem durch den Fluss hin und her – das Wasser reicht bis zu den kurzen Hosen – bis zu den ‚Narrows‘ (engste Stelle 4 m breit). Am Morgen ist das Wasser saukalt, aber am Mittag brennt die Sonne in den Canyon hinunter. Sind erstaunt, wie viele Leute diese doch recht anstrengende Wanderung unternehmen.
Abends fährt ein RV vor und Regula ruft: ‚kännet ihr die?‘ Es sind wieder einmal Mona und Roman mit ihren drei Kindern! Am zweiten Tag müssen wir durch den engen Tunnel. Für uns gibt’s VIP-Service: für 15 $ wird für uns der Gegenverkehr angehalten und wir können in der Mitte des einen Meilen langen Tunnels durchfahren.
überall Blumen
Bryce Canyon National Park
Bryce Canyon National Park - Es verschlägt uns schlicht weg die Sprache - überwältigend! Fotografieren wie verrückt. Entlang der Canyonabrisskante führt ein schöner, breiter Wanderweg zu den verschiedenen Aussichtspunkten. Inspiration Point, Sunset Point und Sunrise Point. Wandern auf gut ausgebautem Wanderweg in den breiten Canyon hinunter. Zwischen den bizarren Felsformationen zum ‚Queens Garden‘ und den ‚Navajo Loop‘ durch die ‚Wallstreet‘ wieder hinauf. Das Parksymbol ist der ‚Thor‘s Hammer‘. Wahnsinnig, wie sich das Bild auf die Gesteinsformationen innert kürzester Zeit verändert. In der Ferne brennt ein Wald. Es soll sich um ein kontrolliertes Feuer handeln. Es stinkt vom Rauch.
Kodachrome Basin State Park
Auf dem Scenic Highway Nr. 12 der Mormonen Pioniere zum ‚Kodachrome Basin‘. Beim Bezahlen der Eintrittsgebühr erhalten wir als Wechselgeld eine sehr seltene Zwei-Dollar-Note, noch nie in Händen gehalten!
Zuerst zum ‚Chimney Rock‘. Dieser Fels wurde 1949 erstmals im ‚National Geographic‘ Magazin abgebildet. Der Name ‚Kodachrome‘ vom Kodak Farbfilm gab dann diesem Park den Namen.
Es hat hier vorher gerade stark geregnet und gehagelt. Alles ist weiss von den ca. 6 mm grossen Hagelkörnern. Das Regenwasser fliesst in kleinen Wasserfällen den Berg hinunter und die Bäche führen sofort viel, viel Wasser. Alles wird im Nu matschig.
Grand Staircase-Escalante National Monument
Kurz vor ‚Boulder‘ fahren wir rechts ab auf die ‚Burr Trail Road‘. Suchen mit der Beschreibung aus dem Visitor Center den ‚Long Canyon Slot‘. Die Meilen rechnen wir in Kilometer um, haben nun aber Mühe, den Ort zu finden. Na endlich! Nur 3 Minuten zu Fuss in den schmalen, rot-schwarzen Canyon – fantastisch!
Die Weiterfahrt führt über einen hohen, nebelverhangenen Pass. Die Vegetation ändert sich. Hier gibt es viele Espen. Nun wissen wir auch, worum es heisst ‚Zittern wie Espenlaub‘.
Capitol Reef National Park
Eine 160 km lange, gekrümmte Erdfalte mit ihren Felsformationen und Canyons kann hier eine 40 km kurzes Stück abgefahren werden. Diese Falte wird auch ‚Waterpocked Fold‘ (Wassertaschenfalte) genannt. Es wird heute mit ‚Flash Floods‘ gerechnet. Starke Gewitter entleeren sich am Nachmittag und Wasserfälle stürzen von den hohen Bergen. Als wir diese nach dem Regen fotografieren wollen, sind sie schon versiegt. Der Camping ist neben dem historischen Farmhaus ‚Gifford Homestead‘ und es werden frische Pies verkauft . Nebenan sind Fruchtplantagen (Äpfel und Pfirsiche). Die ‚Hickman Bridge‘ ist eine kuze Wanderung wert.
Moab
Der touristische Ort ‚Moab‘ ist ein guter Ausgangspunkt für die beiden National Parks ‚Arches‘ und ‚Canyonlands‘. Etwas oberhalb kann man auf dem BML-Land gut und günstig campieren.
Von Regula haben wir vor zwei Jahren 20 $ für einen Hamburger erhalten. Diese Note hat Kaspar fein säuberlich aufbewahrt. Nun setzen wir sie zusammen um.
Arches
Zuerst 4 – 5 Kurven eine steile Strasse hinauf. Bei der ‚Wolf Range‘ parkieren wir und nehmen die zweistündige Wanderung zum ‚Delicate Arch‘ in Angriff. Es ist eine schweisstreibende und durstige Wanderung. Dieser alleinstehende Sandsteinbogen ist wohl weltbekannt. Um ein Foto zu schiessen muss man teilweise anstehen. Wir springen extra für das Foto in die Luft, was man leider aber nur ganz klein sieht. Der ‚Devils Garden‘ ist ein völliges Gewirr von Sandsteinsäulen. Nach kurzer Wanderung bei 34°C finden wir den ‚Landscape Arch‘. Ein Steinbogen, so lange wie ein Fussballfeld. Man darf leider nicht mehr nah heran, da am 1. September 1991 ein riesiger Felsbrocken hinunterstürzte. Dann zur ‚Windows‘ Sektion. Hier sind die riesigen Sandsteinlöcher, wie Fenster, zu bestaunen. ‚Double Arch‘ (doppelter Bogen) sowie Nord und Süd Fenster. Am Schluss noch zum ‚Turret Arch‘. Ja, Regula fotografiert ihn von der falschen Seite. Als sie dies am Abend merkt, will sie unbedingt nochmals da hin. Kaspar sagt nur: vergiss es!
Dead Horse Point State Park
Gestern haben wir abgemacht, dass um 6 Uhr Tagwache ist. Um 05.42 Uhr weckt Kaspar Bigi und Regula mit dem Lärm der Kaffeemaschine. Beide motzen. Dies stört Kaspar aber nicht: bitte nicht so kleinlich! Dafür sind wir bereits vor 8 Uhr dort. Der ‚Colorado River‘ macht hier eine wunderschöne Schleife und ist auch sehr gut zu fotografieren.
Canyonlands - Island in the Sky
Jeder weltbekannte Fotograf sollte den ‚Mesa Arch‘ fotografiert haben. Wir sind wieder einmal mehr überwältigt von der Aussicht über das weite Land mit den tiefen Canyons.
Canyonlands - Needles
Die Needles liegen 60 Meilen südlich und sind ganz anders. Felsen wie Nadeln ragen in die Höhe. Auf einer Offroadpiste können sich abenteuerlustige Touristen mit dem Jeep austoben – zu schmal und steil für unseren MAN. Der ‚Newspaper Rock‘ ist die Tageszeitung resp. Bildzeitung der Ureinwohner.
'Natural Bridge National Monument‘
Hier gibt es drei Brücken zu bestaunen. Wir sehen jedoch nur eine, da es stark zu regnen beginnt - man kann ja nicht alles sehen. Nun die 261 hinunter. Hier soll es 2 Meilen nicht geteert sein. Eine Passstrasse sondergleichen, genannt ‚Moki Dugway‘. Hier sieht man bereits ein wenig das ‚Monument Valley‘. Bigi meistert die Bergstrecke hervorragend. Nun stehen wir an der Abrisskante zum ‚San Juan River‘ im ‚Goosenecks State Park‘. Der Fluss verläuft 6,5 Meilen auf einer Luftlinie von lediglich 1,5 Meilen - ein Trauma für jeden Schlauchbootfahrer. Es regnet und draussen ist es matschig.
Monument Valley Navajo Tribal Park
‚Monument Valley Navajo Tibal Park‘. Weltbekannt vielen Filmen, Werbespots für Autos und vor allem für Zigaretten ‚Marlboro‘. Beim ‚Monument Valley‘ angekommen sehen wir die diversen grossen Steinhaufen, viele genannt nach Tieren, Bär, Hase, el Capitain, rechter Handschuh, Regengott, drei Nonnen, Postkutsche und einiges mehr. Normalerweise dürfen Camper nicht über die Gravelroad hinunter ins Tal fahren. Wir fragen jedoch nach 4x4 Antrieb und sie verweisen uns an die Administration. Diese Dame sagt ‚ja‘ – sie hat keiner Ahnung von der Grösse unseres Fahrzeuges. Super!
Die Strasse ist schlecht, aber von unten gibt es viele schöne Aussichten auf die Berge. Wir fahren von Punkt zu Punkt. Die Navajo-Indianer verkaufen hier ihren Schmuck, Steinbeile, Pfeil und Bogen. Sie scheinen gar nicht so schlechte Geschäfte zu machen. Mit umgebauten Pick-Ups werden die vielen Touristen durch den Park gekarrt. Wir mit unserem MAN sind uns der Aufmerksamkeit der Amerikaner sicher. Alle Herren Länder sind vertreten.
Sunset and Sunrise
Upper und Lower Antelope Canyon (bei Page)
In zwei Minuten startet die Tour für 56 $ pro Person und wir buchen sofort. Noch schnell Wasserflasche und Trail-Mix zum Knabbern holen und los geht’s mit einem Touristenführer vom Stamm der Navajo-Indianer im Allradauto. Das Geschäft ist Familienbetrieb und alle Führer sind Geschwister, Cousins, Tanten und Onkel. Es werden viele Touristen durchgeschleust. Der Führer zeigt uns exakt, wo wir jeweils die besten Fotos schiessen können. Fantatische Felsnasen und Lichtverhältnisse. Beim Upper Canyon haben wir per Zufall exakt die richtige Tageszeit erwischt – die Tour war daher auch 10 $ teurer als die anderen Tageszeiten.
Lake Powell
Am Abend erholen wir uns am Lake Powell von den Strapazen! Finden gerade noch einen Stellplatz auf dem Primitiv-Camping mit Seeblick. Die Küche bleibt kalt!
Horseshoe Bend Overlook
Wir machen eine kurze Rundwanderung von 2,4 km. Der Horseshoe/Hufeisen ist fast eine 360° Kurve des Colorado River. Das Wasser leuchtet in allen Grüntönen.
Grand Canyon North Rim
Das ‚Walhalla Plateau‘ liegt auf 2700 m.ü.M., wunderbare Aussicht auf den ganzen Grand Canyon. Der Nord Rim gefällt Kaspar besser, da die Felsformationen nicht so weit weg sind. Es hat deutlich weniger Leute als auf dem Süd Rim. Fahren von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt und ruhen dann im Liegestuhl aus. Wir warten bis 17 Uhr, bis wir zum Apéro in die Lodge gehen können. Auf der kleinen Terrasse wird auch serviert, oh welch Glück, wir finden sogar Platz – zuerst in den bequemen Stühlen an der Sonne, dann am Hochtisch im Schatten an der Wand. Haben einen gut gelaunten Kellner, der viele Witze reisst. Bestellen den Hausdrink – Bourbon Whisky mit Limonade, Orangensaft und natürlich viel, viel Eis. Etwas später dann das Festessen zu unserem 11. Hochzeitstag. Das Essen wird ‚standesgemäss‘ in Stiroporbox serviert – hier draussen dürfen keine Teller und Gläser gereicht werden. Einzige Konzession: ein Steakmesser.
Pipe Spring National Monument
Schauen uns die Range der Mormonen an, zwei Häuser wie eine Festung gebaut. Die Mormonen wurden wegen ihrer Vielweiberei (Polygamie) geächtet. Sie wurden richtig verfolgt und in den Westen abgedrängt. Hier in Arizona war noch Mexiko, aber später musste Mexiko wegen des verlorenen Krieges gegen Amerika diesen Staat an die USA abtreten. Somit kamen die Mormonen vom Regen in die Traufe. Das amerikanische Militär tauchte mit 2500 Mann auf und die Mormonen wurden auch aus ‚Pipe Spring‘ verjagt. Hier ist nämlich eine gute Quelle und so konnten sie hier Tiere halten und Gemüse anbauen. Später war hier eine Telegrafenstation untergebracht.
Es wird immer heisser und heisser, 47 °C! Jetzt schalten auch wir die Fahrerhaus-Klimaanlage an. Fahren an den ‚Boulder Beach‘ am ‚Lake Mead‘. Brauchen dringend ein Bad zum abkühlen! Das Abendessen ist heute im MAN drinnen, denn hier ist nur 34 °C, draussen 43 °C! Später sitzen wir draussen im heissen Wind. Regula leidet – sie ist froh, dass sie bald nach Hause in die Kühle darf. Sie sagt: ‚das halt ich nöd us in Las Vega‘. Wir entscheiden, dass wir uns ein Hotelzimmer in Las Vegas suchen. Klappt, wir logieren im Hotel 'Paris' mit Swimmingpool unter dem Eiffelturm.
Las Vegas
Las Vegas - Es klappt und wir logieren im Hotel ‚Paris‘ mit Swimmingpool unter dem Eiffelturm direkt am pulsierenden ‚Strip‘ (Las Vegas Boulevard). In Downtown hat es alle paar Meter eine Wedding Church (Hochzeitskapelle) mit dazugehörender Stretchlimousine. Crazy! Hotels mit Nachbildungen wie z. B. Venedig, Paris, Luxor, New York etc.
Ein paar Zahlen zu Las Vegas:
150‘000 Hotelzimmer / 39 Millionen Gäste pro Jahr ! / Einwohner 600‘000 / pro Kopf wird mit 2‘000 $ gespielt / Energie- und Wasserverbrauch nicht bezifferbar / Tagestemperatur so etwa 35 – 47 °C / nachts kühlt es schlecht ab, da Asphalt aufgeheizt und Klimaanlagen zusätzlich noch Wärme abgeben!
Was wäre Las Vegas ohne Spielcasinos? Bigi als einzige Spielerin hat 2.89 $ verspielt. Welche Show sollen wir wählen?! Wir entscheiden uns für den wohl weltbesten Magier ‚David Copperfield‘ – geniale Show! Kaspar überlegt heute noch, wie er alles gezaubert hat. Einkaufsläden gibt’s von H&M bis zu allen Luxusboutiquen wie Hermés, Gucci usw. alles. Nachts speit ein Vulkan vor dem Hotel ‚Mirage‘ Feuer und vor dem Hotel ‚Bellagio‘ geben die Fontänen zu Musik ein Wasserballett.
Check-out aus dem Hotel und MAN auf dem grossen Parkplatz hinter den Casinos holen. Regula wartet mit dem Gepäck vor dem ‚Paris‘. Wir fahren sie das kurze Stück zum Flughafen und verabschieden uns. Wir haben zusammen eine schöne, anstrengende Reise erlebt - aber Ferien sind anders!