Mexiko

14.Sept. 2013 - wieder unterwegs in Mexiko

Izamal, die gelbe Stadt

Unser MAN ist in gutem Zustand, alles funktioniert und der Motor springt auf den ersten Kick an - Freude herrscht! Die Sightseeing-Tour in 'Izamal' ist speziell: in einer Kutsche, wie wenn wir heute heiraten würden!

Sonia kocht zur Feier des Nationaltages

Am 15.September ist der mexikanische Nationalfeiertag. Zur Feier des Tages kocht Sonia für uns typisch mexikanisch: diverse Fleisch und Gemüsegerichte, die in Tortillas eingewickelt verspeist werden. Trinken dazu Hibiskus-Tee und später einen Tequilla.

Viva Mexico

Um 22 Uhr bummeln wir an die Nationalfeier auf den Hauptplatz. Viele Mexikaner warten und niemand weiss im Voraus, was geboten wird. Zuerst werden traditionelle Tänze aus verschiedenen Regionen Mexikos gezeigt. Eine farbenfrohe Show. Wir schleichen uns am Rande ganz nach vorne. Dann entzündet die Jugend ein Feuer, ähnlich dem olympischen Feuer. Die Stadtregierung wird vorgestellt und ein patriotischer Film über den Nationalhelden ‚Hidalgo‘ gezeigt. Wollen eigentlich nach Hause, aber sind von den Leuten eingeschlossen. Es ist unmöglich, die Feier frühzeitig zu verlassen. Trommelwirbel ertönt, alle stehen auf, die Flagge wird gehisst und jedermann/frau hält die rechte Hand auf Herzhöhe. Nun wird aus Leibeskräften die Nationalhymne gesungen. Im Gegensatz zu den Schweizern kennen die Mexikaner ihre Hymne auswendig. Zum Abschluss gibt’s ein Feuerwerk mexikanischer Art: viel Lärm, Rauch und Gestank.

Chichen Itza und Cenotes

Die Mayaruinen von ‚Chichen Itza‘ sind für ‚Yucatan‘ Reisende ein ‚Muss‘. Schön restaurierte Tempel. Die Pyramide dürfen leider nicht mehr bestiegen werden. Es wimmelt nur so von Touristen und Händlern. Alle verkaufen die gleichen Souvenirs und handeln ist angesagt. Auf dem Heimweg kühlen wir uns in zwei ‚Cenotes‘ ab. Eine oberirdisch, die andere unterirdisch. Eine ‚Cenote‘ ist ein grosses Süsswasserloch, denn in ‚Yucatan‘ gibt es keine Flüsse. Alle sind unterirdisch miteinander verbunden. Es ist noch nicht alles erforscht. Herrlich zum schwimmen.

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Sonntag in 'Merida'

Wir fahren in die Grossstadt ‚Merida‘. Einige Frauen tragen stolz ihre Tracht, ein weisses Kleid mit Blumen bestickt. Heute ist auf dem Hauptplatz tagsüber nichts los, es werden nur die Vorbereitungen für das grosse Fest gemacht. Wie üblich ist viel Polizei unterwegs. Beim Besuch der Kathedrale fällt uns erneut der schwarze Jesus am Kreuz auf. Magi braucht für die Hochzeit ihrer Nichte ein festliches Kleid. Also klappern die zwei Frauen Kleiderläden ab. Bei ‚Liz Minelli‘ wird Magi fündig und kauft gleich noch die Highheels (12 cm Stögelischuhe) dazu. Jack muss die Kreditkarte zücken und zu guter Letzt noch die Einkäufe zum Auto schleppen.

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Fahren via ‚Valladolid‘ Richtung Karibikstrand. Kurzer Stopp um Keramik einzukaufen. Jack hat definitiv genug vom shoppen und setzt sich auf die nächste Bank. Hier macht er Bekanntschaft mit einem etwas mageren Einheimischen.

Nun sind eine paar Tage Strandleben in ‚Paa-Mul‘ angesagt, bevor unsere Freunde wieder zurück in den Schweizer Alltag müssen. Es ist Hurrikan-Saison und so checken wir morgens jeweils die Situation im Internet. Der angekündigte Tropensturm verschont uns und zieht anderswo übers Land. Es regnet es aus allen Kübeln, aber wir sind vermutlich in der trockensten Ecke von Mexiko. Wir hören die Horror-Nachrichten von den Überschwemmungen und Verwüstungen in ‚Acapulco‘. Der Kellner des Restaurants sagt jeden Tag: ‚morgen regnet es nicht mehr und es gibt viel Sonnenschein.‘ Es stimmt fast! Fahren 50 km, um uns die Ruinen in ‚Tulum‘ anzuschauen. Der Parkplatz ist leer und geschlossen. Wir erfahren, dass sich zwischen Eingang und Ruinen ein See gebildet hat und sich dort Süsswasserkrokodile gemütlich niedergelassen haben. Jeder Zutritt ist momentan untersagt! Also machen wir uns auf an den nahen, feinen, weissen Sandstrand. Der Strand ist ziemlich schmal. Vom Unwetter liegt viel Unrat herum. Der nächste Regenguss folgt bald und wir verziehen uns in eine Pizzeria an der Hauptstrasse.

Am Samstagabend machen wir uns auf in das touristische ‚Playa del Carmen‘. Viele Leute, Restaurants und laute Musik. Wir sind glaub definitiv zu alt für diese Party-Destination. Nach einem Cocktail am Strand suchen wir uns ein gemütliches Restaurant im ersten Stock und bestellen ‚Filet mignon‘.

Jack, der Glückspilz: er bekommt ein Schweinssteak, welches er retourniert. Im zweiten Anlauf gestehen sie ein, dass sie nur drei Filets hatten. Nun wird ihm ein T-Bon-Steak offeriert. Er nimmt einen Biss, aber oh weh, im Innern immer noch tiefgefroren. Auch dies geht zurück in die Küche und der Appetit ist ihm gründlich vergangen.

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Das Wetter hat sich gebessert und wir machen jeden Morgen einen Spaziergang dem Strand entlang. Tagsüber baden und lesen, abends einen Jass klopfen und kubanischen Rum trinken. Wir lernen auch Gitti und Albrecht aus München kennen, die sich vor einigen Jahren hier niedergelassen haben. Sie laden uns zu Kaffee und Kuchen in ihre Palapa – Haus mit Palmdach. Sehr schön! Vor einer anderen Palapa steht ein Schneemann, der auch bei tropischen Temperaturen nicht schmilzt. Jack hat plötzlich einen knallroten, juckenden Oberschenkel. Wir wissen nicht, ob es eine Qualle oder ein tropisches Insekt ist. Es schmerzt tierisch und wir verarzten ihn mit Essigwickeln und Backpulver. Zwei Tage und es scheint immer schlimmer zu werden. Ihre Ferien sind zu Ende und er wird in der Schweiz den Arzt aufsuchen.

Bye-bye Magi und Jack

24.Sept. - 2013

Die Fahrt geht der Karibikküste entlang nach Süden: Majahual, Laguna Bacalar und Chetumal. Majahual ist ein kleiner Touristenort mit Militärkaserne und Helikopterlandeplatz. Es gibt Betrieb. Ein Marine-Helikopter landet an allen Seiten mit Soldaten und Gewehr im Anschlag gesichert. Ein hoher Offizier steigt aus und inspiziert die Anlage.

Der Ort wird immer wieder mal von einem Tropensturm getroffen. Bis Stärke ‚3‘ werden die Leute gewarnt und können selber entscheiden, ob sie bleiben wollen. Bei stärkeren Hurrikans werden alle Leute evakuiert. Im 2005 wurden etwa ein Drittel der Gebäude zerstört. Es gibt auch einen Hafen für Kreuzfahrtschiffe. Im Oktober sollen zwei Schiffe anlegen. Im Moment ist ‚tote Hose‘.

Das Wochenende verbringen wir an der Süsswasserlagune ‚Bacalar‘. Kaspar bläst die Luftmatratze auf – diese ist ihm schon lange ein Dorn im Auge, führen wir sie doch schon seit Jahren als Balast mit! Viele Einheimische kommen hier hin zum Picknick und baden. Einer vergnügt sich stundenlang mit Bigi‘s Luftmatratze.

In Chetumal feiert Kaspar seinen Geburtstag unter den Palmen. Da klingelt doch das Natel und Kaspar bekommt ein Happy Birthday aus Hochfelden gesungen. Heute haben viele Freunde per SMS an Kaspar gedacht! Ein gutes Nachtessen ist selbstverständlich.

Es ist sehr heiss, bis 37 C und auch die Nächte sind kaum kühler. Kaspar hat seit Neustem ein ‚Schwitztuch‘ – altes Schweizer-Küchentuch, das wir vom Seniorenessen geschenkt bekamen.

In ‚Chiapas‘ besuchen wir zum dritten Mal die schönen Kaskadenwasserfälle ‚Agua azul‘. Jetzt ist Regenzeit: das sonst so blau leuchtende Wasser ist braun. Dafür gibt es jetzt ein Floss, welches uns unterhalb des Hauptwasserfalls auf die gegenüberliegende Seite bringt. Der ganze Flossbetrieb ist reine Handarbeit, spült aber ein paar Pesos in die Kasse.

In Palenque haben wir Linda und John aus Australien wieder getroffen. Sie waren unsere Nachbarn im Winterquartier in Izamal. Wir haben gehört, dass auf der Strecke zwischen ‚Palenque‘ und ‚San Cristobal de las Casas‘ Strassenblockaden durch die Zapatisten gibt. Somit beschliessen wir aus Sicherheitsgründen gemeinsam im Konvoi zu fahren. Zur Verständigung haben wir ‚Walki talki‘ Sprechfunkgeräte. Kurz nach ‚Palenque‘ geraten wir in eine Blockade. Die Zapatisten ziehen ein Nagelbrett an Schnüren auf der Strasse hin und her. Viele Männer stehen am Strassenrand. Gegen einen Obolus von 50 Pesos lassen sie uns passieren. Auch stehen öfters Leute mit einer Sammelbüchse bei den Topes am Strassenrand. Sie sammeln für ihre Pilgerreise der ‚Virgin of Guadelupe‘ im Dezember.

Pflanzen des tropischen Regenwaldes

Es ist Erntezeit der Palmölfrucht. Wir sind schon des Öfteren durch grosse Palmenplantagen gefahren. Die riesigen Früchte werden auf LKWs geladen für den Abtransport. Die Palmölplantagen sind sehr umstritten. Grosse Flächen werden abgeholzt und das Gleichgewicht der Natur gestört. Das Öl wird für vieles verwendet: z.B. Chips, Gebäck, Fertiggerichte, Seife, Make-Up und Kerzen.

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‚San Cristobal de las Casa‘ liegt auf 2200 m. Endlich ist es kühler und das Klima empfinden wir als sehr angenehm. Durchstreifen wieder die schönen, alten Gassen, besichtigen die Kathedrale und besuchen den Handwerkermarkt. Es gibt viele, schöne Restaurants und wir kaufen Pralinés. Diese schmecken etwas sandig und nach Chilli. Die Schweiz liegt gar nicht weit daneben mit der dunklen Chillischokolade.

Wir haben Glück und es trifft sich auf den Sonntag. Fahren mit dem Taxi nach ‚San Juan Chamula‘. Der Ort ist bekannt für den Sonntagsmarkt und die spezielle Kirche. Indigener Glaube und Katholizismus prallen zusammen.

Die Leute sind traditionell gekleidet. Die Frauen in ihren schwarzen Jupes aus langhaariger Schafwolle, die Männer in schwarzen oder weissen Zottelkutten. Leider darf man in der Kirche nicht fotografieren. Der Boden ist mit Piniennadeln übersät, tausende von Kerzen sind angezündet und die Leute sitzen für ihre spirituellen Zeremonien auf dem Fussboden. Meist trinkt dabei das Oberhaupt der Familie Alkohol, die anderen Coca Cola. Heute werden in einer Ecke durch den Priester Kinder getauft. Die Grossfamilien stehen mit den weissgekleideten Kleinkindern auf den Armen Schlange. Vor der Kirche ist viel Betrieb. Wir machen uns schlau. Heute ist ‚Fiesta del Virgin Rosaria‘. Sitzen etwas am Rand des grossen Kirchplatzes. Es sind viele Gruppen junger Männer versammelt. Ein Mann jeder Gruppe rennt mit dem Drahtgestell in Form einer Kuh auf den Achseln wild auf dem Platz herum. Er wird von Maskierten gejagt. Die angebrachten Feuerwerkskörper knallen, Funken speien und es raucht fürchterlich. Vereinzelte Knallkörper zischen ins Publikum. Gleichzeitig werden von zwei höheren Dorffunktionären Feuerwerksraketen aus der Hand losgelassen. Danach lässt jede Gruppe noch ihren Heissluftballon in den Himmel schweben. Es ist schrecklich laut! Ein Mann streut immer wieder Schwarzpulver auf ein kleines Mäuerchen und legt in Abständen von 70 cm selbstgefertigte Knallkörper hin. Wenn alle umstehenden Leute mindestens in 4 m Entfernung stehen wird das ganze entzündet. Zisch...päng...zisch...päng...zisch…päng, päng! Wir halten uns die Ohren zu. Das Spektakel dauert bis mittags. Die Fotoapparate der wenigen Touristen werden kontrolliert, da niemand ein Foto der Behörden knipsen darf. Vor was haben die Herren wohl Angst?

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150 km südöstlich von ‚Veracruz‘ liegt auf 400 m Höhe der kleine Ort ‚Catemaco‘ mit dem schönen See und dem milden Klima. Die Kirche ist im maurischen Stil gebaut. Es beginnt gerade eine Beerdigung. Hin und her wird gegrüsst, aber dann wird es mucksmäuschenstill. Als der Sarg in die Kirche getragen wird, klatschen alle Trauernden Beifall. ‚Er/Sie hat es geschafft! Für uns etwas ungewohnt.

In der Saison soll im Ort Hochbetrieb sein. Aber wir sind ‚wie immer‘ neben den Saison. An der Promenade werden wir von vielen Bootsbesitzern angequatscht, denn jeder will uns seine Tour auf dem See verkaufen. Bigi hat das Handeln entdeckt. Zuerst ignoriert sie die Männer einfach. Dann allmählich kommt der Preis hinunter. Bevor sie einwilligt ‚märtet‘ sie nochmals 100 Pesos runter. Es ist eine anderthalb stündige, geruhsame Fahrt. Der Höhepunkt sind wohl die auf der Insel lebenden Affen. Wir sind näher dran als im Zoo.

Auf unserer Reise durchfahren wir die unterschiedlichsten Landschaften und Dörfer. Über Land kann man bei den Topes vieles kaufen. Somit haben die Topes (verkehrsberuhigenden Strassenschwellen) ausser dem Ärger für uns auch noch eine soziale Funktion. Auch wir kaufen des Öfteren beim ‚Bio-Bauern‘ ein. Bigi fragt nach dem Preis der Orangen: 50 Pesos (CHF 3.50). Was wollen wir mit einen riesen Sack Orangen? Die Frau rechnet und sagt dann den neuen Preis: 1 Pesos für 3 Orangen. Nun haben wir wieder genug für den morgendlichen Orangensaft.

Kurz nach ‚Catamaco‘ ist Stau. Kaspar geht nach vorne, um zu schauen, was los ist. Quer über die Strasse eine Blockade. Das könnte länger dauern, ist die Hauptverkehrsachse doch schon seit fünf Stunden durch die unzufriedenen Lehrer blockiert. Wir als Schweizer sind gestresst. Wenden und fahren 200 km Umweg Richtung ‚Cordoba‘ in die Berge. Geraten natürlich prompt gegen Abend kurz vor ‚Cordoba‘ erneut in eine seit zwölf Stunden dauernde Blockade auf der Autobahn. Die Mexikaner nehmen es gelassen. Wir freunden uns in den drei Stunden Wartezeit mit den Leuten vorne und den umstehenden LKW-Fahrern an. Auch kommen von Zeit zu Zeit Strassenhändler vorbei. Wir kaufen ein paar Tacos als Nachtessen. Es wird dunkel und wir verziehen uns ins Fahrerhaus. Die Polizei schaut nur zu!

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Nach 20 Uhr gibt’s Bewegung in die Kolonne. Die Fahrt geht langsam vorwärts bis zur Zahlstelle. Wo sind all die streikenden Lehrer? Schon alle nach Hause gegangen?

Wir campieren meistens auf gesicherten und im Mexiko-Campingführer ‚Church‘ empfohlenen Plätzen. Es ist auch möglich bei den staatlichen ‚Pemex‘-Tankstellen zu übernachten, was jedoch sehr laut und auch stinkend ist.

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In ‚Cordoba‘ kommen wir erst am späten Abend an und wollen auf dem Parkplatz des Supermarktes übernachten. Um 23 Uhr klopft es laut an der Tür. Kaspar steigt im Pyjama in die Fahrerkabine und fährt vom Parkplatz weg. Der Nachtwächter zeigt, wo wir gleich ausserhalb an der Hauptstrasse übernachten können. Wir merken erst später, dass wir vis-à-vis eines Nachtclubs mit ‚Tabledance‘ stehen. Die Musik ist bis morgens 6 Uhr sehr laut! Am nächsten Morgen sehen wir zu unserer Überraschung in der Ferne den höchsten Berg Mexikos, den Vulkan ‚Orizaba‘, 5760 m.ü.M.

Weiter geht die Fahrt über einen Pass von 2500 m in die Hochebene von ‚Puebla‘. Oben auf dem Pass schauen wir der Müllabfuhr zu. Vor dem Aufladen trennen die Männer den Müll. Jede Pet-Flasche gibt vermutlich ganz wenig Geld in die eigene Tasche – zwei Fliegen auf einen Schlag! Hier stehen ein paar private Imbissbuden, wo gerade Holz aufs Feuer gelegt wird – in der Schweiz wäre hier eine pompöse Autobahnraststätte.

Zu Hause werden wir immer wieder gefragt, was wir essen. Unsere Küche ist abwechslungsreich. Bigi kocht meistens. Grünen Salat vermissen wir, essen viel Avocados, Tomaten und Gurken sowie Früchte je nach Saison und Region: Ananas, Papaya, Passionsfrucht, Bananen und Mango. Das Brot ist mehrheitlich süss. Die Guetzli sandig. Auswärts essen verleidet mit der Zeit, da immer das gleiche serviert wird. So sagt doch Kaspar kürzlich: ‚ich glaub mir sötted doch no es Restaurant uf tue!‘ Aber wir reisen lieber.

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Die mexikanische Küche ist geprägt von Tortillas (Maisfladen), Nachos (Dreieck-Chips), Salsa (scharfe Dips), Pollo in tausend Varianten (Huhn), Fisch, Meeresfrüchte, Pizza und regionale Spezialitäten. Kaspar liebt nach wie vor Spaghetti und ab und zu ein Caramelköpfli. Am 14. Oktober ist Bigi zur Feier des Tages ‚Mole poblano con Pollo y Arroz‘ - Huhn an einer pikanten Schokoladesauce mit 17 Gewürzen.

‚Puebla‘ und der Vorort ‚Cholula‘ haben uns das letzte Mal sehr gut gefallen. Kaspar will unbedingt das berühmte Foto mit der Kirche vor dem aktiven Vulkan ‚Popocatepetl‘ schiessen. Nach einigem Suchen wissen wir, von wo das Foto gemacht wird. Wir sind zu Fuss unterwegs und sehen auf einmal eine Aschewolke über dem Popo. Schnappen uns ein Taxi um uns in Stellung zu bringen. Natürlich sind wir zu spät und der Vulkan ist wieder ruhig. Das Taxi ist eine Touristenfalle und der Fahrer verlangt für die zwei Kilometer einen überhöhten Preis.

‚Puebla‘ ist am Sonntag eine lebendige Stadt. Dort wo der Bus hält besuchen wir das mexikanische Eisenbahnmuseum. Auch auf das 8. Weltwunder wollen wir nochmals einen Blick werfen: Barocke Pracht mit viel Silber und Gold in der ‚Iglesia de Santo Domingo‘. Wer kann die Weltwunder schon gesehen und kennt sie? Auf dem Hauptplatz vor der Kathedrale ist eine Protestaktion mit folkloristischen Tänzen in Gang. Bei der politischen Rede verziehen wir uns diskret. Heute ist Bigi ‚shopping‘ verleidet. Überall werden Winterklamotten verkauft, alles dunkle Farben und das auch in der Schweiz moderne ‚Curry‘. Sie hat nur ein oranges Strickjäckli gekauft. Zu Hause festgestellt: made in Bangladesh. Vor dem Chedrauli-Supermarkt steht überall ein grosses Zelt, in welchem Spielsachen für Weihnachten und Christbaumschmuck sowie allerlei Dekoartikel verkauft werden.

Heute ist Bigi ‚shopping‘ verleidet. Überall werden Winterklamotten verkauft, alles dunkle Farben und das auch in der Schweiz moderne ‚Curry‘. Sie hat nur ein oranges Strickjäckli gekauft. Zu Hause festgestellt: made in Bangladesh. Vor dem Chedrauli-Supermarkt steht überall ein grosses Zelt, in welchem Spielsachen für Weihnachten und Christbaumschmuck sowie allerlei Dekoartikel verkauft werden. Wisst ihr wie die Glückskette für die Hurrikanopfer in Acapulco sammelt? Im Supermarkt kann man nach der Kasse eingekaufte Lebensmittel gemäss einer Liste hinlegen. Auch beim Geld holen am Bancomat wird man jeweils gefragt, welchen Betrag sie als Spende abbuchen können. Es handelt sich um Beträge von 50 Rappen bis 2 Franken. Eine sehr gute Idee!

Wir treffen immer wieder gute Leute, mit denen wir ins Gespräch kommen. Linda + John aus Australien, Carol und Richard mit ihrem uralten Hund im Aistream Wohnwagen aus USA, die sportlichen Sabine und Bernd aus Stuttgart, Michel + Carola aus Frankreich/Malaysia. Alle Sprachkenntnisse sind gefragt. Wenn die Worte fehlen wird schon auch mal mit Händen und Füssen gesprochen. Es wird spät am Abend bei einer Flasche Wein. Tipps und Tricks werden ausgetauscht, Reiseanekdoten erzählt. ‚Hasta luego‘ - bis zum nächsten Mal. Dies kommt mehr vor als man denkt.

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Auf dem ‚Passo de Cortes‘ auf 3500 m zwischen den beiden Vulkanen ‚Popocatepetl‘ und ‚Iztaccihuatl‘ stehen wir drei Nächte. Zum wandern wunderschön hier oben und auch die Nächte sind angenehm kalt, 4 C. Den ‚Popocatepetl‘ darf man sein einigen Jahren nicht mehr besteigen, da er viel spuckt und das Rumoren im Innern ist gut hörbar. Auf breiten, schönen Wanderwegen wandern wir bis auf 4000m zum Baislager ‚La Joya‘ am ‚Iztaccihuatl‘. Hier beginnt der steile Aufstieg. In der Ferne sieht man den schneebedeckten Gipfel des ‚Orizaba‘ (höchster Berg Mexikos). Das Wetter ist morgens immer wolkenlos, aber schon um die Mittagszeit sind die Gipfel von Wolken verhangen, welche sich aber am Abend wieder auflösen. Hier werden viele Pinien neu aufgeforstet. Für den Nationalpark bezahlt man eine Gebühr und muss sich im Register ein- und austragen.

'Xochimilco' - Venedig von Mexiko

‚Xochimilco‘, südlicher Vorort von Mexiko City wird auch ‚Venedig von Mexiko‘ genannt. Wir müssen viel fragen, bis wir den Ort finden und dann auch noch eine der Anlegestellen der vielen, farbigen Boote. Am Wochenende scheint hier Hochbetrieb zu sein. Heute liegen die meisten Boote vor Anker. Müssen um den Preis feilschen, denn sie verlangen für 90 Minuten einen stolzen Preis für uns zwei. Wir handeln den Preis auf die Hälfte runter, 700 Pesos. Unser ‚Gondoliere‘ erklärt uns viel über den Ort und die Gebräuche. Früher waren hier schwimmende Blumeninseln, die jetzt jedoch fest verankert sind. Es wohnen hier etwa 2000 Menschen nur auf dem Wasserweg erreichbar. Das erste was die Kinder lernen müssen: schwimmen und paddeln. Lesen und schreiben kommt erst an dritter Stelle. Viele Gärtnereien mit Blumen und Bonsai. Hier kann günstig eingekauft werden. Die Garküchen fahren direkt an die Boote und wir können das Mittagessen auswählen. Alles regionale Spezialitäten, frisch gekocht. Auch die Tischdecke fehlt nicht. Viele Mariachis-Musikkapellen bieten ihre Musik an. Der Preis wird pro Musikstück und Anzahl Musikanten berechnet. Selbstverständlich kann man auch Souvenirs und Silberschmuck kaufen. Eine Mexikanerin bietet Rosensträusse zum Verkauf. Kaspar lässt sich nicht lumpen und kauft für 40 Pesos (3 CHF) ein Bouquet mit 8 Rosen für Bigi. Klar muss Kaspar die spezielle Stech-Paddelmethode lernen. Ein super Ausflug!

Nun stürzen wir uns in das Verkehrsgewühl der 35 Millionen mega City Mexiko. Wir müssen von Süden in den Norden der Stadt. Nehmen nach Umwegen die ‚Périferico‘, die etwa im dritten Kreis um die Stadt führt.

Die Beschilderung muss man kennen. Es gibt für die vielen Strassen immer Nummern, aber auch noch die Himmelsrichtung. Zudem sind die Strassen genannt, die die Périférico kreuzen. Bigi hat den Trick begriffen und lotst Kaspar durch den Freitagnachmittag-Verkehr. Es dauert fast drei Stunden, bis wir die Ausfahrtsstrasse Richtung ‚Teotihuacan‘ erreichen. Am ‚Paso Orizaba‘ ruckte der Motor das erste Mal und hatte nur noch wenig Leistung. Nun schon wieder! Zum Glück haben wir das Verkehrsgewühl hinter uns. Kaspar reinigt zum x-ten Mal den Setup-/Dieselfilter. Aber diesmal nützt nichts mehr und es raucht ‚weiss‘. Wir fahren an einer Mercedes LWK-Garage vorbei und kurz entschlossen wenden wir. Die Leistung des Motors ist auf 40 km/h zusammengebrochen. So kommen wir heute unmöglich ans Ziel. Die Leute von Mercedes nehmen sich dem Problem an. Zuerst eine Probefahrt. Nach langem Palavern dürfen wir vor dem geschlossenen Gitter neben der Security übernachten. Morgen Samstag um 8 Uhr sehen sie sich den Schaden an. In der Nacht ist wieder mal relativ laut und empfindlich kalt. Sie kontrollieren alle Dieselleitungen und wechseln den stark verdreckten Setupfilter. In der Werkstatt steht eine mini Kapelle der ‚Virgin of Guadelupe‘. Nach vier Stunden scheint der Schaden behoben zu sein. Nochmals kurze Probefahrt, auf die Rechnung warten und dann weiter.

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Das Weekend verbringen wir auf dem Camping bei den riesigen Azteken-Pyramiden in ‚Teotihuacan‘. Wir warten extra bis 11 Uhr, bis es etwas wärmer wird und denken auch, es hat noch keine Leute dort. Aber weit gefehlt! Wir besteigen den Sonnentempel und wandern durch die grossen Tempelanlage. Viele Souvenirhändler bieten ihre Ware feil. Wir sind in Kauflaune. Unglaublich, was sie für Preise fordern. Bigi handelt bis auf 60 Prozent herunter. Die Besitzerin des Campings empfiehlt uns das italienische Restaurant ihrer Freundin. So gut haben wir schon lange nicht mehr gegessen: grüner Salat mit Schafskäse und Oliven, den sonntags Schweinebraten und gratinierte Kartoffeln. Es gibt so viel, dass es für den nächsten Tag auch reicht. In Mexiko werden auf Verlangen die Resten jeweils in einer schönen Lunchbox mitgegeben.

Wir sind für einen Service bei MAN in ‚Querétaro‘ angemeldet. Dies ist die letzte MAN Niederlassung für lange Zeit. Hier wollen wir einen ganz grossen Service machen lassen. Es wird ziemlich rasch angefangen, aber dann nach zwei Stunden passiert nichts mehr. Am nächsten Tag das gleiche Spiel. Arbeitsbeginn um 8 Uhr, aber um 11 Uhr ist noch keine Schraube gelöst. Kaspar stöhnt: ‘wenn das so weiter geht, so sind wir Ende Woche noch hier.‘ Seine Nerven liegen bereits blank.

Bigi gibt ihm einen Beruhigungs-Tipp, den sie soeben gelesen hat: Wer zwei Minuten breitbeinig mit den Händen in den Hüften dasteht, gewinnt Souveränität. Der Stresspegel sinkt um zwanzig Prozent, er Aktionspegel steigt um zwanzig Prozent. Wer eine Weile lang lächelt wird offen für die Schönheit der Welt und des Lebens.

In dieser Hauptniederlassung von Mexiko arbeiten 35 Leute, wovon lediglich 5 als LKW-Mechaniker. Drei Leute putzen den ganzen Tag die Garage und den Hof. Der Rest sitzt im Lager und Büro. Wir verlangen nach dem deutschen Manager. Er kommt und oh Wunder, es kommt Bewegung in die Sache. Nun geht’s vorwärts. Wir merken, dass sie nicht alle Ersatzteile haben. Anstatt uns zu fragen, machen sie einfach nicht weiter. Der Stolz des Mexikaners lässt dies nicht zu. Wir dürfen in der grossen Werkstatthalle übernachten. Der Strom aus unseren Batterien wird allmählich knapp, da der Solar nicht laden kann. Auf dem Auftragsblatt sehen wir, dass sie zwei Tage für den Service zugeteilt bekommen haben. Nun aber noch das Problem mit dem 4x4. Der Manager, Schulungschef, Elektriker, Mechaniker und eine Frau studieren die von uns mitgebrachten Elektropläne. Nach langem Suchen finden sie endlich den Fehler: ein Relais ist defekt und schaltet nicht mehr. Jetzt fragen sie uns, ob wir ein solches Relais an Lager haben. Kaspar verneint. Also wird das Relais kurzerhand repariert und siehe da, der 4x4 des MAN funktioniert wieder. Der Service mit der Reparatur kostet 26‘037.89 Pesos (CHF 1‘950.-). Kaspar ist mehr als happy!

San Miguel de Allende

San Miguel de Allende hat eine spezielle Kathedrale, welche durch einen unbekannten, indigenen Bildhauer entworfen wurde. Sie zeichnet sich durch viele, kleine Türmchen aus. Es ist gerade eine Hochzeit im Gange. Ein emsiges Kommen und Gehen.

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Bis zum Fototermin sind alle Gäste eingetroffen. Die Marachis (mexikanische Musikgruppe) spielen sich vor der Kathedrale ein. Wir schauen dem Treiben zu und gehen anschliessend auf eine Dachterrasse zum Apéro.

Die Stadt hat mehrere Kirchen, einen schattigen Hauptplatz mit quadratisch gestutzten Bäumen, vielen Bänken für die amerikanischen Senioren und einen sehr schönen, grossen Handwerkermarkt.

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Am Abend suchen wir ein schönes Restaurant und werden fündig: ‚Tio Lucas – las mejores Carnes‘. Hier verkehren wirklich nur die reichen Mexikaner. Es gibt fantastisches ‚Chateau Briand‘ mit Beilagen.


Nehmen wieder einmal den Roller herunter und machen eine Tour: ‚Ruta de Capillas de Indios‘/indigene Kirchen aus dem 17./18. Jahrhundert. Die erste Kirche in ‚Atotonilco‘ ist sehr schön mit speziellen Wand- und Deckenmalereien. Trinken Kaffee bei den Nonnen und kaufen Blätterteiggebäck, welches am Abend nur noch Hühnerfutter ist. Die Fahrt geht über schlechteste Rüttelpisten mit vielen Löchern und Topes. Kaspar sagt: ‚wänn du da gebore bisch, so läbsch au am Arsch vo de Wält!‘ Leider können wir die diversen Kirchen nur von aussen bewundern.

Auf dem Camping machen wir es uns gemütlich. Immer am Wochenende wird jeden Morgen frisches, lauwarmes Thermalwasser in den Pool gefüllt. Bigi geniesst das Planschen.

‚Dolores Hidalgo‘, ein Priester und der grösste mexikanische Freiheitsheld besuchen wir in der gleichnamigen Stadt. Er rief im Jahre 1810 zum Kampf gegen die Spanier auf. Hier im Ort hat alles angefangen. Später wurde er füsiliert.

Guanajato

Durch die Berge fahren wir nach ‚Guanajato‘, einer Universitätsstadt. Hier war einmal die grösste Silbermine der Welt. Heute führen unterirdische Strassenzüge durch die ehemaligen Silberschächte. Auch der Fluss wurde umgeleitet und zu einer kurvenreichen Strasse ausgebaut.

Die Stadt mit den steilen, engen Gassen liegt auf verschiedenen Hügeln verteilt in einem Bergtal. Die Häuser sind in allen Farben gestrichen. Die Stadt ehrt ‚Don Quijote‘ jährlich mit einem grossen Festival der Künste. Auf einem Hügel thront über der Stadt eine Statue des Freiheitskämpfers ‚Pipila‘.


Vor dem Theater ist heute viel los. Wir erkundigen uns. Etwa um 17 Uhr wird die Ankunft des Rallys ‚La Carrera Panamericana 2013‘ erwartet. Es sind ca. 80 nationale und internationale Teams dabei, davon auch zwei Schweizer. Ein roter ‚Mustang‘ und ein hellblauer ‚Triumph‘. Das von allen am meisten bewunderte Fahrzeug ist der rot-weisse ‚Seman Baker‘. Von diesem Typ gibt’s nur zwei. Eine Fahrzeug steht in ‚Detroit‘ im Ford-Museum. Wir haben Polposition für das Fotoshooting und suchen nachher die Schweizer Rallyefahrer auf.

Der Camping liegt erhöht über Guanajatao. Zu Fuss ins Zentrum geht’s bergab und durch einen der langen Tunnels. Hier treffen wir wieder einmal auf deutsche Reisende. Die zwei Kleinen, Carla und Robert lassen sich für alles begeistern. Am zweiten Tag sagt Robert: ‚may I have an egg, please.‘ Sie verstehen schon drei Sprachen und sprechen Englisch und Deutsch. Tanja und Max geniessen unseren Schweizer Kaffee. Nebenan campieren auch Jeanette und Florian. Sie ist halb Mexikanerin und Deutsche, freischaffende Künstlerin/Grafikerin. Sie arbeitet an einem zweijährigen Kunst-Reise-Projekt durch Mittel-/Südamerika. Von jedem Ort kreiert sie ein Bild. Zu diesem Zweck hat sie ihre Nähmaschine dabei. Wenn uns das Bild von ‚Guanajato‘ gefällt, werden wir dieses später kaufen.

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Bleiben etwas länger wegen ‚Allerheiligen‘ und dem ‚Dias del Mortes‘. Im ‚Teatro Principal‘ gibt es ein Sinfoniekonzert, dirigiert vom Deutschen Moritz Eggert. Er ist der Komponist der Fussballhymne der EM 2006 in Deutschland. Das Orchester der Universität von Guanajato ist das erste professionelle Orchester von Mexiko und zählt rund 80 Musiker. Das von Eggert komponiert Stück ‚Puls (2011)‘ spielt er zusammen mit dem Orchester am Piano. Dazu braucht er Hände und buchstäblich auch die Füsse. Seine Schuhe sind in der mexikanischen Farben rot-grün-weiss lackiert. Am Schluss Standing Ovation und das Orchester hat auch sichtlich seinen Spass.

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Die Mexikaner haben ein spezielles Verhältnis zum Tod und der ‚Dia del Mortes‘ ist ein hoher Feiertag. Seit Tagen werden überall an Marktständen farbige Süssigkeiten aus Zucker – Totenköpfe, Tiere, Früchte, Skelette, Särge, Torten und Autos – verkauft. Schmeckt süss/sauer. Die Blume des Tages ist orange und wird an jeder Strassenecke verkauft. An vielen Orten werden Altäre mit Kerzen und Esswaren aufgebaut, denn an diesem Tag kommen die Toten bis Mitternacht auf Besuch. Dass auch niemand verhungert, gibt es für die Lebenden ‚Pan del Mortes‘ (spezielles Anisbrot). Am Nachmittag hören wir uns im Museum einen Vortrag auf Spanisch an und wissen nun ganz wenig mehr. Hier in ‚Guanajato‘ wird die lange Treppe zur Universität als Altar hergerichtet und am Abend mit hunderten von Kerzen beleuchtet. Wirklich speziell! Viele Mexikaner schminken sich als Totenköpfe. Die Cleversten lassen sich gegen ein paar Pesos zusammen mit Passanten fotografieren.

Da die Toten um Punkt Zwölf Mitternacht wieder zurück in die Gräber müssen, werden sie am nächsten Tag von den Familien auf dem Friedhof mit frischen und künstlichen Blumen sowie Kränzen geehrt. Sie nehmen Stühle und Tische mit und veranstalten ein grosses Picknick – ‚es Käferfäscht!‘ Wir denken oft, dass die Toten auf dem Friedhof ein schöneres Haus haben als im Leben.

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Wir wollen unbedingt wieder einen Besuch im Charly’s Restaurant machen. Dies liegt in dem kleinen Nest ‚Santa Elena‘ bei ‚Atotonilco el Alto‘, 100 km östlich von ‚Guadelajara‘. Charly aus Sevelen/SG führt hier seit 1992 ein super Restaurant mit Schweizer Spezialitäten. Mexikanisches Essen kommt nicht auf den Tisch. Alles Fleisch sowie Cervelat, Bratwurst und Schüblig werden auf dem Holzkohlengrill gegrillt. Jede Woche bäckt er dunkles Baslerbrot. Er ist befreundet mit ‚Chava‘, dem mexikanischen Käser,der sein Handwerk u.a. in Engelberg gelernt hat. Er fabriziert Brie, Ziegenkäse, Parmesan und diversen Halbhartkäse. Kaspar bekommt seinen geliebten Salami. Hier schlemmen wir im Restaurant oder am Familientisch. Charly mit seiner Familie sind liebe Gastgeber. Bigi erfreut alle mit Schweizer Schoggi- und Vanillecrème. Wir haben Charly aus der Schweiz einige Dinge mitgebracht, u.a. eine riesige, quadratische Schweizerfahne, die sofort aufgehängt wird. Überhaupt ist das ganze Restaurant mit Kantons-Fähnchen dekoriert. Wir unternehmen einen Fussmarsch mit den beiden Golden Redrivern. In einer Blachenfabrik lassen wir uns einen seitlichen Windschutz nähen. In der Stadt reparieren wir ein Sitzpolster.

Mit Charly’s ‚Chevrolet‘, der gleich viel Benzin wie unser MAN braucht, aber etwas wendiger ist, fahren wir nach ‚Tlaquepaque‘, einem Vorort der Grossstadt ‚Guadelajara‘. Schönes Ambiente und viele Künstler und schönen Boutiquen. Hier lässt sich leben und einkaufen. Viel Glaswaren, Tiffany-Lampen, Keramik, Lederwaren und versilberte Platten. Auf dem Weg besuchen wir den grossen Donnerstagmarkt in ‚Tonala‘ und schleppen unsere Einkäufe zum Auto. Wohnen in einem kleinen, gemütlichen B&B Hotel.

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Am Abend gehen wir in den Patio (Innehof) eines schönen Restaurants. Es spielt eine Frauen-Mariachi-Kapelle und wir trinken den Apéro ‚Cazuela‘ aus einer grossen Schale. Bestellen den speziellen Eintopf ‘Molcajete‘ - im Lavasteingefäss wird in einer pikanten Sauce Huhn, Shrimps, Kaktusblätter, Peperoni und Käsekroketten serviert.

Die typischen Mexikanischen Musikgruppen heissen ‚Mariachis‘ und spielen gegen Bezahlung überall und immer auf. Alle Musiker der Gruppe sind gleich gekleidet: Sombrero, polierte Silberknöpfe an den engen Hosen und blitzblank geputzte Schuhe. Meistens sind es 6 – 8 Musiker. Sie spielen Trompete, Violine, Gitarren in allen Grössen und Bass. Manchmal auch die Harfe. Dazu singen sie.

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Am Samstagabend sind wir zum Geburtstagsfest von Elena eingeladen. Valentin, der Schweizer wohnt mit seiner Frau gleich neben Charly. Das Fest auf der schönen Terrasse beginnt um 15 Uhr. 40 Gäste sind eingeladen. Die letzten Gäste treffen um 20 Uhr ein. Eine Marachi Gruppe spielt gängige mexikanische Schlager und alle singen lautstark mit. Es wird dazu getanzt und es ist ein fröhliches Fest. Zum Essen gibt es die regionale Spezialität ‚Carnitas‘. Alle Stücke des Schweins werden in einem riesigen Kupferkessel in der Sauce weichgekocht. Sogar die Halsfalten schmecken lecker. Valentin kredenzt extra für uns einen speziellen Wein.

Valentin mit seinen guten Connections beschafft uns vier neue Reifen zu einem guten Preis. Charly lotst uns nach ‚Arandas‘. Prompt geraten wir in eine fliegende Polizeikontrolle. Sie können nichts mit unserem Nummernschild anfangen und deshalb werden wir aufgehalten. Aber alles okay. ‚Arandas‘ ist der mexikanische Ort der Schildbürger. Die 17 Tonnen schwere Kirchenglocke steht neben der Kirche, da sie viel zu schwer war für den Turm. Unsere Reifen werden mit Muskelkraft und Schlaghammer innert zwei Stunden gewechselt. Es war viel Arbeit, da die Ersatzräder ausgewechselt wurden. Zum Glück musste Kaspar noch nie einen Reifen wechseln - dies wäre allein ein Theater!

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Bye-bye Charly! Hasta luego!

Nun geht’s wieder auf die Strasse in Richtung ‚San Juan de Lagos‘. Dies ist ein Wallfahrtsort, wo jährlich 9 Millionen Gläubige hin pilgern. Wir ziehen die Notbremse kurz vor der Altstadt. Nun pilgern auch wir zu Fuss durch den Markt zur Kathedrale. Auf den Knien nähern sich viele Gläubige dem Altar. In einem Nebenraum sind Dankes- und Bittbriefe sowie Gegenstände aufbewahrt, z.B. Velos, Hüte, Gitarren und vieles mehr. Ausser der Kathedrale gibt’s im Ort nicht viel zu besichtigen.

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Auf der Weiterfahrt will Kaspar in ‚Léon‘, der Schuhstadt, unbedingt noch einmal ‚Flexi‘-Schuhe kaufen. Den Outlet erreichen wir rasch über die Umfahrungsstrasse. Mit viel anprobieren wird Kaspar fündig. In Mexiko tragen viele Frauen ‚Highheels‘. Bigi wehrt sich konsequent nur mal in solche hineinzuschlüpfen. Sie sagt immer: ‚da han ich Ruggeweh wänn ich die nur aluege!‘

Nun aber nichts wie weiter, denn es sind noch gut zwei Stunden bis ‚San Miguel de Allende‘. Den Berg hinauf beginnt doch unser MAN tatsächlich wieder an zu stottern. Was soll denn dies?! ‚Quéretaro‘ liegt morgen zum Glück am Weg und so werden wir nochmals in der MAN-Garage vorbeischauen. Der Himmel ist dunkel und es herrscht Weltuntergangsstimmung. Zum Glück wissen wir, wo der Camping ist und so fahren wir langsam.

Nun stehen wir wieder zwei Nächte in der MAN-Garage und hoffen, dass unser Problem behoben werden kann. Sie fordern einen Spezialisten für Tankreinigung an. Mittels Druck wird der Tankinhalt umgewälzt und filtriert. Oh, der Schmutz ist nun gut sichtbar in einer Pet-Flasche. Der Garagenchef meint jedoch, dass dies zu wenig Dreck ist um das Problem zu sein. Also wird weiter gesucht und beim Separfilter ein undichtes Ventil festgestellt, welches falsch Luft anzieht. Obwohl alle denken, das Problem ist nun behoben, stottert der Man vier Tage später am Berg erneut! Nun realisiert Kaspar, dass das Problem bei Tank Nr. 1 liegen muss.

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Der Garagenchef hat uns einige schöne Orte in der Nähe auf der Karte gezeigt. Schon erstaunlich, die genialsten Orte sind nicht im Reiseführer erwähnt!

In ‚Bernal‘ steht der drittgrösste Monolith der Welt. Nur ‚Gibraltar‘ und ‚Rio de Janeiro‘ liegen vorne im Ranking. Wir wussten lange nicht, was uns erwartet, da auf Spanisch ‚Meteolith‘ gesagt wird. Von Weitem sehen wir einen Berg, der aussieht wie der ‚Mythen‘. Klar will Bigi wieder einmal wandern. Bis zur Hälfte gibt’s einen gut ausgebauten Weg, nachher braucht es Seil und Hacken für die obersten hundert Höhenmeter. Die kleine, schöne ‚magic Stadt‘ liegt zu unseren Füssen. Nachher stärken wir uns mit der regionalen Spezialität ‚Gorditas‘: aufgeschnittener dicker Maisfladen mit Füllung nach Wunsch. Nicht ganz Kaspars Geschmack.

Ganz in der Nähe liegt ‚Caves Freixenet‘ de Mexico. Mit der Weinkellerbesichtigung machen die ihr grosses Geld. Gruppen von 100 Leuten werden in kurzen Intervallen durch die Keller geschleust. Im Jahr werden 3,3 Millionen Flaschen ‚Chlöpfmoscht‘ und noch diverse Weine hergestellt und verkauft. Der Export geht nach Japan, England, Kanada und Spanien.

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Von der Hochebene (1800 m) geht es über viele Serpentinen auf 1200 m. ü. M. Hier entspringt in einer grossen Höhle ein Thermalwasserfluss: 32 Grad C! Der hellblaue Fluss schlängelt sich über kleine Stromschnellen durchs Tal.

Alle liegen im Wasser und lassen sich durch die Wassermassen massieren oder treiben. In der warmen Grotte stürzt das Heisswasser von der Decke. Der Tunnel von 40 m Länge ist ein enges Dampfbad.

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Die ‚Porters‘ warten mit ihren Schubkarren auf ein paar Pesos für den Gepäcktransport. Viele Mexikaner und einzelne Touristen campieren in gemieteten Zelten oder übernachten in einfachen Hotels. Zu Fuss durch den tropischen Wald erreichen wir in 30 Min. das obere Hotel. Hier sind 40 Pozos, individuell terrassierte, kleine, schöne Pools angelegt. Wir lassen uns zwei Stunden weich kochen und wechseln von Pool zu Pool. Über den Poolrand hinaus geniessen wir die Aussicht ins Tal. Das Wasser ist 34 - 38 Grad. Wellness-Weekend in ‚Tolantongo‘ – genial!

Zwei Tage lang fahren wir 400 km über Berg und Hügel, durch Täler und Dörfer. Kurvig, eng und viele Topes! Unterwegs besichtigen wir drei Franziskaner-Kirchen. Alle sehen ähnlich aus. Am frühen Morgen zieht Neben durchs Tal, aber tagsüber ist es sonnig und warm. Am Samstag auf dem Markt essen wir wie die Einheimischen an einem Imbisstand: billiger als in Solothurn auf dem Markt Kafi und Gipfeli!

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Naturparkt ‚Media Luna‘, eine echte Entdeckung! Das wär ein mega cooler Ort für ein Jungscharlager! Fahren 9 km dem Bewässerungskanal entlang zum Camping. Hier gibt es einen Thermal-See in Form eines Halbmondes. So klares Wasser haben wir noch nie gesehen.

In den warmen Bächen (30 Grad) lassen wir uns auf dem Rücken unter den Nadelbäumen treiben. Es ist so schön, dass wir es mehrmals pro Tag machen.

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Nun sind wir 450 km vor der Grenze zu USA und Kaspar träumt schon früh morgens von Hamburger und Hot Dogs.

Soviel frisch gepressten Orangensaft wie hier haben wir noch nie getrunken. Kleinigkeiten kosten in Mexiko meistens 10 Pesos. Langsam merkt man die Teuerung, denn es können auch mal 11 oder 12 Pesos sein. Der Preis für Diesel wird monatlich angehoben. Im April 2012 war der Diesel 10.25 Pesos/Liter und jetzt 12.38 Pesos. Das Schöne an diesen Preisen ist, dass man keinen Konkurrenzvergleich anstellen muss, denn alle Pemex-Tankstellen gehören dem Staat und haben den gleichen Preis. Viele Mexikaner fragen uns: ‚Where are you from?‘ Bigi sagt dann immer ‚Suiza‘, Europa. Und dann fragt Kaspar: ‚weisch überhaupt wo d’Schwiez isch?‘ Dann schauen die Mexikaner etwas verunsichert, da sie Schwiezerdütsch nicht kennen. Bigi spricht inzwischen recht gut Spanisch, aber Kaspar kommt immer noch alles Spanisch vor! Die Mexikaner sind ein überaus freundliches Volk. Bis zwölf Uhr sagen sie ‚buenos dias‘ und danach ‚buenas tardes‘. Wenn wir etwas kaufen wünschen sie uns immer eine gute Weiterreise.

Es weihnachtet! Am Strassenrand werden aus Heu hergestellte Renntiere verkauft. In den Bergen begegneten uns an der Strasse viele Esel. Den Samichlaus haben wir aber noch nicht gesehen.

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Werden bei ‚Nuevo Laredo‘ nach Texas in die USA einreisen. Sind gespannt auf den Kulturschock!



Seit neuestem haben wir eine Visitenkarte!

Total haben wir Mexiko fast 9 Monate bereist - rund 20‘000 km gefahren.