Canada

C A N A D A

Grenzübertritt USA - Canada

Erwischen am Zoll einen coolen Grenzbeamten. Er ist Mormone und fliegt nächsten Monat in die Schweiz. Er will den Mormonen Tempel in Bellach/Solothurn besuchen. Wir wissen, wo dieser steht und er ist total erstaunt. Nur noch kurze Frage nach Alkohol und schon ist der Stempel im Pass - so macht ein Grenzübertritt Spass! In den USA sind wir bis jetzt schon wieder 7‘641 km gefahren.

‚Waterton Lake National Park'

Es ist der Friedenspark USA - Canada. Das altehrwürdige ‚Prince of Wales Hotel‘ ist very english, gediegen und die Bediensteten tragen ‚Skilt‘. Vom Hügel oberhalb sehen wir das majestätische Hotel auf der Landzunge.

Wir werfen uns in Schale – heute ist unser 12. Hochzeitstag. Erhalten einen schönen Fenstertisch mit Aussicht auf den See. Das Essen und die Bedienung sind sehr gut.

'Alberta' - wilde rose state

Die wilde Rose ist das Symbol von 'Alberta'.

Bar U Ranch

Die riesige, historische Ranch wurde ab 1822 als Kuh-Ranch betrieben. Im Laufe der Zeit entstand ein kleines Dorf mit Ställen, Häusern, Post, Schmiede und Einkaufsladen. Hier ist das typische Cowboyleben beschrieben - hartes Brot! Die Cowboys kamen nur für eine Saison und verliessen die Ranch danach wieder. Nur sechs Arbeiter waren das ganze Jahr beschäftigt. In der historischen Post schreiben wir alte schwarz/weiss Postkarten. Sie werden gratis mit ‚Cowboy Honorar Postservice‘ geschickt – mal schauen, ob sie in der Schweiz ankommen?

Calgary

Mit einer Skizze aus ‚Google Maps‘ suchen wir das Haus von Hilde und Hansjörg. Trotz Baustellen finden wir den Weg. Zum Glück wohnen sie in einem Aussenbezirk. Wir haben sie letztes Jahr im ‚Yellowstone‘ kennengelernt. In Downtown stehen riesige Wolkenkratzer und gleich nebenan der ‚Saddle Dome‘ (Arena von der Winterolympiade 1988) mit dem Dach eines Pferdesattels. Die Stadt hat sich der Kunst verschrieben und investiert überall viel Geld in Kunstgebilde.

‚Alberta Boots‘ ist die einzige Schuhfabrik, welche hier in Calgary die original Cowboy Stiefel fabriziert (auch die Stiefel für die ‚Canadian Mountain Police‘). Zuerst probiert Kaspar nur aus Gwunder Stiefel. Es ist ungewohnt in diesen Schuhen zu gehen. Er findet jedoch ein schönes Paar, das ihm einigermassen passt. Prompt kommt Bigi auch mit einem Paar daher. Steht ihr gut. Die Frauen tragen die Hosen in den Stiefeln, die Männer die Stiefelschäfte unter den Hosen. Wir kaufen beide Paare.

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'Heritage Park' - Mit einem alten Raddampfer machen wir eine Fahrt auf dem See. Besuchen einige der Häuser wie Krankenhaus, Drogerie, Schmiede, Hotel mit Bar und Tanzsaal, Spielsalon, Druckerei, Bäckerei, Autogarage und Ölbohrturm. Das Aufsichtspersonal ist wie im 19. Jh. gekleidet. Auf der Heimfahrt nochmals zur ‚Alberta Boot Factory‘ um unsere Stiefel auszuweiten. Kaspar kann fast nicht mehr laufen. Der Gang wird auch etwas komisch - eben gerade so wie Cowboys laufen!

Hansjörg chauffiert uns auf dem ‚Kanasakis Trail entlang dem Fluss, der das Hauptgebirge der Rockys vom Vorgebirge trennt. Hier wurde das erste Erdöl in Alberta gefunden. Überall stehen Ölförderpumpen in der Landschaft. Fahren über den ‚Highwood Pass‘ (2206 m) und halten die ganze Zeit Ausschau nach Grizzlys. Aber nur Bighorn Sheeps an der Strasse, die wieder einmal keine Angst haben. In ‚Kananaskis Village‘ waren 1988 die Skirennen der Olympiade. Zurück nach Calgary via den Highway ‚Trans-Canada Nr. 1‘. Der kleine Ausflug entpuppt sich als Rundreise von 360 km!

‚Eau Claire Distillery‘ in Turner Valley - Die Distillery gehört zur historischen ‚Bar U Ranch‘. Wir probieren die vier Brände: Gin, Wodka und den speziellen Gurken Gin (wie das Wasser im Essiggurkenglas). Haut uns nicht vom Hocker!

Nach 5 Tagen Gastfreundschaft von Hilde und Hansjörg verlassen wir ‚Calgary‘ mit gefülltem Kühlschrank: Schweins-, Kalbsbratwürste, Cervelat, Landjäger, Emmentaler und Gruyere. Das Panorama der Rocky Mountains ist immer in Sichtweite.

Canmore

Im Städtchen ‚Canmore‘ will Bigi die Fabrik für Ammolite besuchen. Ammolite sind Fossile/ Versteinerungen, die Jahrmillionen im Boden lagerten und die Farben von rot, grün, blau und gelb angenommen haben. Je nach Blickwinkel ändert sich die Farbe, wie ein Chamäleon, verrückt. Eine grosse Versteinerung kann schon mal 100‘000 Can.$ kosten. Es ist ein äusserst rares Material, das nur hier in Albert/Canada vorkommt.

Banff

‚Cave and Basin‘ war 1885 der erste National Park von Canada. Es gibt nicht viel zu sehen, ausser dass die Schwefelquellen nach faulen Eiern stinken. ‚Banff‘ ist ein Touristenmagnet. Bummeln durch die Läden und nehmen ein Bad in den ‚Banff upper hot springs‘.

Campieren im ‚Tunnel Mountain Camping‘ oberhalb des Ortes. Neben dem Feuerring liegt Holz und Kaspar beschliesst spontan, ein Campfire zu entfachen. Am Anfang gelingt es gar nicht, denn das Holz will einfach nicht richtig brennen. Erst als er an seine Pfadfinderzeit denkt kommt das Feuer in Gang. Die Kalbsbratwürste mit Thomy Senf sind ein Festessen! Nun stinken wir Beide nach Rauch. Am nächsten Tag checken wir das mit dem Feuerholz! Bei der Reservation werden wir gefragt, ob wir ein Campfire machen wollen. Wenn ja, so bezahlt man 8 Can.$ für Feuerbewilligung inklusive Holz - gestern haben wir also günstig grilliert!

Der ‚Marble Canyon‘, eine 40 m tiefe, enge Schlucht. Im 2003 hat der Wald über 40 Tage lang gebrannt. Heute, nach 12 Jahren, sind die neuen Tannen ein bis zwei Meter hoch. In National Parks stehen an markanten Punkten zwei leuchtend rote, breite Holzsessel. Wir setzen uns immer hinein. Die ‚Paint Pots‘ sind eine ockergelbe, matschige Sauce. Bis 1920 wurde der Lehm für Ockerfarbe verwendet und von den Indianer für ihre Körperbemalung benutzt.

Die Ebene ist mit vielen kleineren und grösseren Seen übersät. Bigi erspäht ein riesiges Paddel. Es ist das grösste Holzpaddel der Welt und wurde im 2014 im ‚Guinnessbuch der Rekorde‘ eingetragen. Das Paddel macht Werbung für Outdooraktivitäten.

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Das Museum auf dem Roger Pass zeigt die Schwierigkeiten des Eisenbahnbaus. Hier ist der längste Tunnel von Nordamerika: 14,7 km - haha! Die Schneedecke soll im Winter bis 9 m dick sein! Im Hintergrund das Bergpanorama mit dem Mount Swiss und Swiss Gletscher.

Bei den 800 Jahre alten ‚Giant Cedars‘ und den ‚Skunk Cabbage‘ (Sumpf-Kohl) spazieren auf den Holzstegen durch den Regenwald. Leider blühen die Skunks noch nicht.

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Auf der ‚Grizzly Plaza‘ in ‚Revelstoke‘ ist heute Abend Musik. Flanieren zum Musikpavillon. Die lahme Dorfmusik spielt, kleine Kinder drehen sich im Takt, wir sitzen auf den Stühlen und lauschen. Halten bis zur zweiten Hälfte durch, verschwinden dann aber in Richtung Pizzeria. Da wir 20 Minuten auf die Take-away Pizza warten müssen, trinken wir einen kanadischen Whisky on the rocks. So haben wir das Geld, das wir heute für den Camping einsparen schon wieder ausgegeben.

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Mount Revelstoke N.P.

Punkt 8 Uhr öffnet das Tor und wir können den Parkway ‚Meadows in the Sky‘ den Berg hinauf fahren - von 498 m auf ca. 1‘500 m ü. M. - hier ist Schluss! Schuhe wechseln, dann geht es los bis zum Gipfel mit dem historischen Feuerturm. Oben angekommen stellen wir fest, dass überhaupt kein Schnee auf der Strasse bis zum ‚Balsma Lake‘ liegt, lediglich der Parkplatz hat teils Schneeresten. Stampfen von hier durch den Schnee bis zum Feuerturm. Natürlich haut es Kaspar auf den Sack und er rutscht 4 m auf dem Hosenboden den Hang hinunter. Bigi kugelt sich vor Lachen - Kaspar hält sein nasses Füdli an die Sonne. Später fragen wir einen Ranger, wann sie die Strasse öffnen werden: eventuell morgen?!

Yoho N.P./Emerald Lake

Der ‚Takakkaw Fall‘ ist Canadas höchster Wasserfall (254 m).

Am 'Kicking Horse Pass' sind die Kanadier stolz auf die Eisenbahn Spiral-Tunnels, die sie den Schweizern vom Gotthard abgeschaut haben. Der Ingenieur hiess ‚Schwitzer‘. Die Bahnstrecke wurde mit 15‘000 Chinesen gebaut.

Im Winter muss heftig Schnee gepflügt werden, um die Bahnstrecke offen zu halten.

Lake Louise

Mit der ‚Lake Louise Summer Gondola‘, auch Grizzly Express genannt, auf den Berg. Hier soll es ein Duzend Grizzly-Damen haben! Oben angekommen ist die Enttäuschung gross: kein Grizzly gesehen! Wo sind die Bärinnen mit ihren Jungen nur geblieben?! Wahrscheinlich ist es ihnen zu warm und sie verstecken sich im kühlen Wald. Die Bergstation ist mit einem hohen, elektrischen Bärenzaun umgeben (ins Tal darf man nicht wandern).

Wahnsinnige Bergwelt liegt uns zu Füssen. Am letzten Wochenende im November stürzen sich hier die verrückten Abfahrer/innen in die erste Weltcupabfahrt der Saison. Am nächsten Morgen bewegt sich bei der Stütze Nr. 8 etwas Dunkles = ein Gras fressender Grizzly!

Der ‚Lake Louise‘ ist wohl berühmt, touristisch, aber alles andere als spektakulär. Lediglich das monströse Hotel gibt ihm seinen Weltruf. Der ‚Moraine Lake‘ ist viel, viel schöner!

Durch den Banff und Jaspar National Park führt der Highway Nr. 93. Der ‚Mistaya River‘ schlängelt sich durch den Canyon. Es stehen schon einige Hobbyfotografen hier und strecken uns ihre Ärsche entgegen. Schönes Fotosujet!

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Jasper National Park

Nach dem ‚Sunwapta Pass‘ erreichen wir den ‚Jaspar National Park‘. Wir fahren auf dem legendären ‚Icefield Parkway‘ (Lake Louise bis Jaspar). Die wohl bekannteste Attraktion ist das ‚Icefield‘. 1844 kam das Eis des ‚Athabasca‘ Gletschers bis an die Strasse hinunter. Heute wandert man mind. 2 km bis zur Gletscherzunge. Nach dem regnerischen Nachmittag feiern wir den ‚Canada Day‘ (National Feiertag 1. Juli). Am nächsten Tag haben wir Glück mit dem Wetter! Die Tour mit den Spezialfahrzeugen ‚Ice Explorer‘ führt auf den Gletscher. Die 6-Wheel-Drive-LKW haben extrabreite Reifen, aber lediglich 250 PS. Es geht bergauf über die Seitenmoräne und dann mit einem Gefälle von 38% hinunter auf den Gletscher. Stapfen auf dem Gletscher herum. Die neuste Attraktion: Glacier Skywalk (Glaspattform über dem Canyon).

Mount Robson (3946 m) - höchster Berg der kanadischen Rocky Mountain Die Bergspitze hüllt sich in Nebel. Kaspar macht trotzdem zwei gute Fotos (ab Poster im Visitor Center). Bigi möchte wandern, aber Kaspar wehrt sich erfolgreich gegen dieses Ansinnen.

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Chetwynd

In ‚Chetwynd‘ findet alljährlich im Juni die Weltmeisterschaft im Kettensägeschnitt-Wettbewerb statt. Jeder Teilnehmer erhält ein ausgelostes Stück Holz. Sie dürfen die Holzstämme untereinander tauschen.

Am Donnerstagmorgen geht es los und am Sonntagmittag ist Schluss. Es darf täglich 12 Std. gearbeitet werden. Die schönen Holzskulpturen stehen überall am Strassenrand.

Alaska Highway

In ‚Dawson Creek‘ beginnt der ‚Alaska Highway‘ mit der ‚Mile 0‘. Er wurde 1942 in nur einem Jahr von ‚Dawson Creek‘ bis ‚Fairbanks‘ von amerikanischen Soldaten und kanadischen Privatfirmen unter grössten Strapazen durch Wald und Sümpfe gebaut. Bis 1947 war es eine reine Armee-Strasse. Es wurde immer weiter daran verbessert und bis 1972 durchgehend geteert. 134 Brücken überspannen kleinere und grössere Flüsse.

Km 329 - Schwarzbär am Strassenrand

km 454 - Ft. Nelson

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km 647.4 - Toad River Lodge

Langsam kommen uns die letzten Rocky Mountain Ausläufer entgegen. In Abständen von etwa 300 km gibt’s die Möglichkeit, den Tank und den Magen zu füllen. In der ‚Toad River Lodge‘ hängen über 10‘000 Dächlikappen. Nebenan ist eine Gras-Startbahn für Sportflugzeug. Am 'Alaska Highway' wird ständig ausgebaut und erneuert.

km 765 - Liard Hot Springs

Badehose einpacken und die 700 m über Bretterwege bis zum 42 - 52 °C heissen Alpha-Pool. Es ist herrlich! Bigi sichtet im Marschland einen Elch.

km 832 - Whirlepool Canyon

km 909 - Contact Creek

Hier trafen die Bautrupps der Kanadier und Amerikaner zusammen. In nur 8 Monaten schafften sie es, eine Strasse von 1‘000 Kilometern über Flüsse, durch Wälder und Sümpfe zu bauen - ‚Alaska Highway‘ (Nr. 1).

km 980 - Watson Lake

Die drittgrösste Stadt Yukons mit 800 Einwohnern. Hier ist der ‚Sign Post Forest‘/Schilderwald. Touristen aus aller Welt bringen Schilder hierhin und nageln sie an Pfähle. Im 2015 zählte man 82‘500 Schilder! Wir suchen nach Schweizer Ortschaften und werden fündig: Solothurn, Pieterlen, St. Gallen und Höschgasse (Zürich).

Fireweed - Yukon Blume

Der Name kommt daher, weil sie vor allem nach einem Waldbrand zur Blüte kommen.

km 1042 - Big Creek Camping

Joana aus North Carolina ist mit dem Velo von Alaska nach Haus unterwegs. Unseren Morgenkaffee nimmt sie dankend an und schwebt im siebten Himmel. Zur Stärkung schenken wir ihr Traubenzucker.

km 1244 - Teslin

Die längste Brücke des Alaska Highway überspannt den ‚Nisutlin River‘. Schauen uns das Indianer Museum mit den Totempfählen an. Die Indianer werden in Kanada ‚First nation‘ genannt - sie waren ja die Ersten, die das Land besassen.

km 1296 - Johnsons's Crossing

Hier gibt’s die weltbesten Cinnamon Buns (Zimtschnecken) - 10 cm dick und trocken! Bigi schaut den Final der Fussball EM während Kaspar ein Nickerchen im MAN macht.

km 1342 - 90 km Abstecher nach Atlin

300 Einwohner ohne Handyempfang. Alljährlich findet am zweiten Juli Weekend das ‚Art and Music Festival‘ statt. Bis zwei tausend Besucher kommen. Wir sind etwas spät und sehen nur noch die Schlussveranstaltung. Dies genügt uns aber voll auf. Campen am See mit herrlicher Aussicht auf den Gletscher. Der Ort war in Zeiten des Goldrausches 1899 eine riesige Umschlagsstelle für Güter und Menschen. Dazumal lebten hier 10‘000 Goldsucher. Sie bauten ihre Schiffe und Flosse, um weiter Richtung ‚Whithorse‘ ziehen zu können.

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Bei Gravel-Road gibt’s ein Problem. Ein Stein hat sich in die Frontscheibe des MAN verirrt! D. h. rasch möglichst reparieren, also in ‚Whithorse‘.

km 1420 - Whithorse

Zum Glück gibt’s ‚Northerm Glas‘ in ‚Whithorse‘. Zuerst heisst es, dass der 18 cm lange Riss nicht geflickt werden kann. Zu grosses Risiko, dass die Scheibe definitiv springt. Am zweiten Tag jedoch schaut sich der Senior Chef unsere Windschutzscheibe an. Er getraut sich und nimmt der Windschutzscheibe die Spannung, indem er zwei kleine Löcher oberhalb des Risses in die Windschutzscheibe bohrt und gleich wieder mit Kunstharz auffüllt. Falls die Windschutzscheibe doch noch in Brüche gehen sollte, besteht die Möglichkeit, eine Neue mit dem wöchentlichen Flug der Condor aus Frankfurt einfliegen zu lassen. Keine schlechten Aussichten! Die Reparatur müssen wir nicht bezahlen, dafür erhält er ein Sackmesser und eine Tafel Schokolade für sein Team.

Hier in der Hauptstadt leben 28‘000 Einwohner, welche 70 % der Bevölkerung von ‚Yukon‘ ausmachen. Am Ufer des Yukon River liegt die ‚S.S. Klondike II‘. Bis in die 50er Jahre verkehrte das luxuriöse Passagierschiff aus der Goldrush Zeit. Die Kupferminen in der Nähe wurden mit einer Grubenbahn erschlossen. Heute gibt es nur noch das touristische Tram. Gutes Nachtessen im originellen und netten Restaurant ‚Kondike Rib & Salmon‘. Diszipliniert warten die vielen Leute und auch wir, bis ein Tisch frei wird.

Der ‚Miles Canyon‘ und die ‚Five Finger Rapids‘ waren für Schiffe und Goldsucher zwei gefährliche, enge Stellen auf ihrer Reise auf dem ‚Yukon River‘ zu den ‚Klondike Goldfeldern. Manches Schiff hat Schiffbruch erlitten oder der Traum vieler Goldsucher war vorzeitig beendet.

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km 1437 - Abzweigung 'Klondike Highway'

Einige Kilometer nach ‚Whithorse‘ biegen wir auf den ‚North Klondike Highway‘ ab. Er ist die Verbindung zum ‚Dempster Highway‘. Auf dem ‚Alaska Highway‘ werden wir erst wieder in ‚Tok‘/Alaska stossen.

Dempster Highway

An der Abzweigung unbedingt Dieseltank auffüllen, auch wenn der Liter 1,46 Can.$ kostet (sonst 1.09). Kaspar lässt die Luft aus den Reifen - vorne 3,8 und hinten 4,2 Atü - und dann ab auf die Schotterstrasse. Beim ‚Tombstone Visitor Center‘ ziehen die Ranger seit kurzem drei junge Falken auf. Weiter über den ‚Northfork Pass‘ nach ‚Eagle Plains‘. Die Fauna/Flora ändert sich schlagartig – wir sind nun in der Taiga. Es wächst nur noch Gras, Büsche und verkrüppelte Tannen - eine sehr, sehr einsame Gegend. Campieren in ‚Eagle Plains‘ und die frechen Vögel stibitzen uns die Guetzlibrösmeli vom Tisch.

Arctic Circle

Wir überqueren den ‚Arctic Circle‘ 66°33‘‘ - von nun an ist 24 Stunden Tag!

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Kurz vor ‚Ft. McPherson‘ überqueren wir mit einer Kabelfähre den Fluss ‚Peel‘. Im Ort selbst kaufen wir das teuerste Wasser ein, demineralisiertes Frischwasser. Dann mit der zweiten Fähre über den ‚Red River‘. Wenn der Fluss gefriert oder im Frühling auftaut, ist es 3 - 4 Wochen nicht möglich, den ‚Dempster Highway‘ zu befahren. Im Winter führt eine Eisstrasse über die beiden Flüsse.

Inuvik

Da durch den Klimawandel die Nordpassage für grosse Schiffe offen ist, wird die Strasse bis ans Polarmeer nach ‚Tuktoyaktuk‘ (170 km) verlängert. Dann ist Ende mit dem Tourismus in ‚Inuvik‘ (3‘400 Einwohner). Drei ‚First Nation‘ Stämme sind hier angesiedelt. Die Architektur der Kirche gleicht einem überdimensionierten Iglu. Die ganze Stadt steht auf dem Permafrost. Daher müssen alle Leitungen oberirdisch verlegt werden. In Sichtweite des Camping steht das Restaurant ‚Alestine’s. Gekocht wird im gelben, alten Schulbus. Am ersten Tage sagen sie: ‚sold out‘. Wir denken, es ist ein Scherz, aber tatsächlich ist alles ausverkauft (Fisch und Renntier Chilli).

Besuchen die Eröffnungszeremonie des ‚26. Great Northern Arts Festival under the midnight sun‘ - diverse Tanzdarbietungen der ‘First Nation’, ein Gebet und viele Ansprachen. Zum Schluss wird ein Walknochen aus einer Sperrholzkiste geholt und unter Trommelbegleitung ins Ausstellungsgebäude getragen. Etwa zwanzig Aussteller von Gemälden, Skulpturen und diversem Kunsthandwerk stellen ihre zum Teil sehr schönen Arbeiten aus. Laut ‚National Geographic‘ gehört dieses Kunst Festival zu den 400 Besten!

Die Strasse führt über Permafrost und ist somit etwa 2 -3 m höher als die normale Landschaft. Mit riesigen LKWs, welche eine riesige, bis 10 km weit sichtbare, Staubwolke hinter sich her ziehen, wird Kieselschotter herangeführt. Immer schön rechts fahren und die Geschwindigkeit reduzieren, in der Hoffnung, dass die Windschutzscheibe von Steinen verschont bleibt.

Dawson City

DIE STADT aus der Goldrushzeit 1898 - damals 30‘000 Goldsucher, heute 1‘300 Einwohner und erstaunlich viele Jugendliche. Die Strassen sind nicht geteert, die Fusswege Holzplanken. Eine Sightseeing-Tour führt uns hinter die Kulissen von ‚Dawson City‘. Sie tragen Sorge zu ihren Artefakten. Anfassen ist nur mit weissen Baumwollhandschuhen erlaubt, die jeder geschenkt bekommt. Sehen die Zeitungs-Druckerei und das Post Office von innen - in sehr schlechtem Zustand. Die Regierung hat Geld gesprochen und so wird renoviert - sie haben die nächsten Jahre viel zu tun! Die Stadt wird ‚Paris‘ von Canada genannt. In den Glanzzeiten hatte es Boutiquen, Bars, Theater, Casino, Bordelle und Kirchen.

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‚Diamond Tooth Gerties Gambling Hall' (Casino)

Die berühmte Gertie machte mit dem Tanzen viel Geld. Ein Diamant funkelte dabei zwischen ihren Zähnen. Der Jahreseintritt für das Casino inkl. Shows kostet 12 Can.$.

Haben miteinander abgemacht, dass wir heute 50 Can.$ fürs Glücksspiel einsetzen. Nach längerem Zuschauen sehen wir, wie alle Spieler über kurz oder lang ihr Geld verlieren. Wer gewinnt?! Natürlich die Bank! Uns vergeht die Lust am Spiel. Sympathisch ist, dass nur relativ kleine Beträge eingesetzt werden dürfen. Das Casino ist eine Nonprofit Organisation. Das Geld fliesst wieder zurück in Stadtprojekte.

Der Bühnenvorhang öffnet sich. Eine etwas pummelige, mit viel Glimmer behängte, gute Sängerin kommt auf die Bühne. Sie wird von einem Klavierspieler und einem Schlagzeuger begleitet. Dann die vier Can-Can-Tänzerinnen. Sie schwingen gekonnt und präzise ihre hübschen Beine. Das Publikum, vor allem die Männer auf den vorderen Plätzen, werden in die Show mit einbezogen. Rassige Musik, das Publikum ist begeistert und nach 30 Minuten fällt der Vorhang. Super Show! Weitere Shows bis Mitternacht. Auch Kaspar posiert mit den hübschen Girls.

Goldrush

Vom ‚Midnight Dome‘ hat man eine rundum Aussicht auf ‚Dawson City, den Klondike River, Bonanza Creek und den Yukon. In ‚Bonanza Creek‘ fing 1895 alles an. Drei Männer entdeckten das Gold, steckten ihre Claims ab und wurden innert kürzester Zeit sehr reich. Um 1900 betrug die Ausbeute an Waschgold aus Bächen 34‘000 Kilo Gold! Heute sind es immer noch 1‘600 kg.

‚Dredge No. 4‘ ist der weltgrösste Schwimmbagger, 8 Stockwerke hoch. 1939 nach einem extrem strengen Winter sank er im Fluss ab. Sie brauchten zwei Jahre, um ihn wieder flott zu kriegen. Er arbeitete noch bis spät in die 50er Jahre. Wirklich beeindruckend die alte Technik, mit Hebeln, Seilen, riesiger Trommel und überdimensionierten Zahnrädern. Hier war es vermutlich sehr laut. Die Kommunikation fand mittels Morsezeichen statt. Der Betrieb benötigte 5 Mann und in einem Jahr wurde 0,8 km umgeackert. Im ‚Claim No. 6‘ kann jedermann drei Tage lang gratis Gold schürfen. Jeder hofft wie damals auf den Fund des grossen Gold Nugget. Anstrengung pur, kaputter Rücken?!

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An der Strasse stehen auf hohen Stangen viele kleine, bunt angemalte Vogelhäuschen – das Hobby eines Goldsuchers. Die Schwalben fressen die Moskitos, die sonst die Goldgräber stechen. Eine Win-Win Situation.

Die ‚Keno‘ brachte die Goldschürfer hierhin. Als alle Goldsucher ihre Claims an die grossen Firma verkauft hatten, wieder nach Hause, wohin auch immer. Heute sieht man die Zeichen der damaligen Zeit: riesige, speziell geformte Steinhügel.

Top of the World Highway

Mit der kleinen Fähre über den ‚Yukon River‘ und weiter auf den ‚Top of the World Highway‘. Eindrucksvolle Streckenführung entlang einer Kammlinie mit weitem Ausblick über die Unendlichkeit des menschenleeren Landes. Ein Highway ist übrigens nicht eine Autobahn, sondern lediglich eine Verbindungsstrasse, egal in welchem Zustand. Es regnet. Die Strasse ist glitschig und wir fahren mit 4x4. Die Sicht ist schlecht, unsere Stimmung gut! Grenze zu Alaska erreicht. Der Grenzübergang ‚Little Gold Creek‘ ist nur von Mai bis September und 8 - 8 resp. 9 - 9 Uhr offen. Die Zollkontrolle geht zügig und der Zöllner ist weder freundlich noch mürrisch. Sind in Canada 6‘939 km gefahren.