Feb. 2013
1.Feb. - Strände zum verweilen, Wasser kalt!
Verlassen ‚Loreto‘ Richtung ’Mulege‘. Hier an der ‚Baja Concepcion‘ gibt es viele schöne Strände zum verweilen. Nach einer üblichen, aber freundlichen Militärkontrolle schöne Fahrt an riesigen bis 12 m hohen Kakteen vorbei. Es hat vor etwa 2-3 Wochen stark geregnet. Die Wüste und die Kakteen sind daher grüner als sonst.
Finden den einsamen Strand ‚Playa Requéson‘. Hier steht noch ein österreichisches Ehepaar mit ihrem 1975 gebautes Mercedes Feuerwehrauto, zum Camper umfunktioniert.
Später kommen noch Amerikaner in einem alten Wohnwagen mit zwei Hunden. Sie haben Schokolade-Muscheln dabei. Er schneidet eine grosse Muschel zum roh essen auf und präpariert diese für Bigi. Grosszügig wie Kaspar ist, verzichtet er ‚um seines lieben Magen willens‘ auf einen Bissen. Dieser Strand ist wirklich schön und ruhig gelegen mit vielen Vögeln, Mangroven und Muscheln im Sand. Leider bläst der Wind immer noch stark. Wegen der Berge geht die Sonne früher unter als normal.
2.Feb. - nordwärts auf der 'Baja'
Können nicht mehr schlafen. Gerade fängt es an zu tagen. Stehen auf und bewundern und fotografieren den Sonnenaufgang. Wandern dem Strand entlang - Bigi im Bademantel.
Beim MAN zurück kommen gerade die drei Fischer von gestern an Land. Sie haben viele verschiedene Fische gefangen, z. B. Red Snapper. Wir bewundern den Fang. Die Vögel und Pelikane warten bereits auf den anfallenden Fischabfall.
Weiter via ‚Mulege‘ nach ‚Santa Rosalia‘. Die Franzosen bauten hier Ende 19. Jh. Kupfer ab. Das französische Flair blieb erhalten und so gibt es eine franz. Bäckerei und eine originale, von Monsieur Eiffel gebaute Kirche.
Diese wurde in Frankreich gekauft, abgebrochen und hier 1898 wieder aufgebaut. Eine Grubeneisenbahn mit Dampflokomotiven verkehrte von der Grube zum Hafen.
Die Häuser sind sehr speziell. Weiter die ‚Mex 1‘ nach Norden über eine lange Hochebene. Hier wachsen auch keine Büsche und Kakteen mehr. Die Strasse ist gut aber sehr schmal. Vor allem beim Kreuzen mit andern grossen LKWs ist Vorsicht geboten. Bigi muss Kaspar öfters bitten, langsamer zu fahren. 16 km vor ‚Guerrro Negro‘ zweigt die Strasse zur Lagune ‚Ojo del Liebre’ ab. Über Gravelroad fahren wir an einer riesigen Salzgewinnung vorbei.
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Das meiste Salz ist für Japan bestimmt. Riesige Lastwagen mit drei Anhängern werden durch eine Art Salzerntemaschine gefüllt. Man kann sich dies wie eine Erntemaschine in der Schweiz vorstellen, bei der daneben ein Erntewagen gefüllt wird. Kurz darauf kommen wir an der Lagune an, wo wir morgen auf Walbeobachtung gehen wollen. Können hier gegen einen bescheidenen Betrag übernachten. Es gibt viele Palapas, offene Unterstände mit Palmwänden gegen den Wind. Kurz vor der Nacht kommen auch noch die Österreicher von gestern an. Sie sind dieses Jahr nur für 3 Wochen hier um die Wale zu sehen. In Südamerika waren sie nie zur richtigen Zeit.
3.Feb. - 'Guerro Negro' / whale watching tour
Bigi zieht sich warm an zum Skifahren. Sorry, zur Walbeobachtung. Kaufen für 45 US$ Tickets. Müssen aber 20 Minuten warten, ob noch mehr Touristen kommen. Und siehe da, plötzlich tauchen Leute auf. In unserem Fischerboot sind 6 Erwachsene mit 3 Kindern zusammengedrängt. Der Bootsführer ‚Antonio‘ fährt uns in rasanter Fahrt in die Lagune raus. In der Ferne sieht man die Fontainen der Grauwale. Kommen immer näher an die Wale heran. Am Anfang ist Kaspar mit Antonio nicht zufrieden. Er ist wie ein quengelndes Kind: ‚Antonio fährt einfach nicht nahe genug heran‘. Und wenn dann ein Wal heraufkommt, so steht ihm doch seine Nachbarin vor der Linse! Kurze Zeit später finden die drei Boote eine Ansammlung von Grauwalen mit ihren Jungen. Ballenas (Grauwal) werden bis 70 Jahre alt, 40 Tonnen schwer und sind ca. 12 m lang. Ein Baby ist bei der Geburt 5 m lang und 70 kg schwer. Es trinkt pro Tag 35 Liter Walfischmilch. Sie schwimmen 8 km pro Stunde und sind Planktonfresser. Sie greifen Menschen nicht an und lassen sich sogar streicheln. Auch bei uns kommt ein Wal direkt an und unter das Boot. Sehen senkrecht stehende Walköpfe aus dem Wasser ragen und sogar Finnen, Heckflossen ab und zu.
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Es sind 499 Jungtiere und 680 Erwachsene Wale in der Bucht. Na ja, wie sie das wohl zählen? Bigi fragt nach: es wird in zwei Booten die 30 km lange Bucht abgefahren, ca. 4 Stunden. In jeden Boot sitzen je 2 Leute, die auf einer Seite zählen. Dies soll möglich sein, da die Tiere mehr oder weniger immer in der gleichen Richtung unterwegs sind. Am Anfang der Tour sagte uns Antonio, dass wir am Schluss durchs Wasser zurück an Land waten müssen – dem war dann auch so. Nach einer Nachmittagswanderung dem Meer entlang sitzen wir an der Sonne, welche doch noch hervor gekommen ist. Kurz vor dem Eindunkeln kommen noch Mariana und Michael uns Tschüss sagen. Sie arbeiten am eigenen Kunstprojekt ‚www.Panamericanarte.com‘. An verschiedenen Orten malt Mariana zusammen mit Künstlern und Kindern. Am Schluss der Reise werden alle Kunstwerke zu einem mega Bild zusammengefügt. Teile davon werden dann zu Gunsten der Stiftung ‚Ceal‘ verkauft (so eine Art Volkshochschule in Lateinamerika).
4.Feb. - unfreiwillig gestrandet
Am Morgen ist es sehr feucht. Bei Sonnenuntergang sieht man Nebel am Horizont aufsteigen. Bigi hat die ganze Nacht gestöhnt und Magen und Darm entleert. Kaspar ist froh, dass es diesmal nicht ihn erwischt war. Wir haben gestern genau das Gleiche gegessen! Bigi misst Fieber: 36,04 C. Kaspar geht los um Cola zu kaufen. Pro Tag dürfen maximal 19 Boote ausfahren, damit die Wale nicht zu stark gestört werden. Heute Montag fahren die Touristenboote mangels Touristen nicht aus. Kaspar liest den ganzen Tag und putzt Scheiben. Alle andern haben ihre Zelte zusammengepackt und sind weitergefahren. Am Nachmittag lockt Kaspar Bigi aus dem warmen Bett zu einem kurzen Spaziergang. Das Ziel: neue Cola holen. Auch zahlen wir eine weitere Nacht. Bigi geht es nach diesem Wackel etwas besser, aber sie verweigert standhaft feste Nahrung. Sie hat heute immerhin 5 Crackers gegessen und einen Liter Cola getrunken. Eine Stunde später nochmals eine kleine Wanderung zum Schiffssteg. Haben dabei sehr kalt. Zurück im MAN ist es nun Kaspar nicht mehr so gut. Kopfweh, Schüttelfrost, abwechselnd heiss und kalt. Wir gehen gleich ins Bett und liegen ‚jammernd‘ nebeneinander. Keiner hat Energie den Andern aufzumuntern.
5.Feb. - nach 'Baja California Nord'
Haben uns einigermassen erholt. Bigi ist für nicht viel zu gebrauchen. Vorbei an der Salzgewinnung zurück auf die Hauptstrasse ‚Mex 1‘. Kurzer Tankstopp und kleiner Einkauf in der wüsten Wüstenstadt ‚Guerro Negro‘. Ein paar Kilometer nördlich überqueren wir die Grenze von ‚Baja California Sud‘ nach ‚Baja California Nord‘.
Durch langweilige, gewellte Ebene nordwärts bis zum ‚Catavina Bolder Field‘ (Kaktusfeld). Hier stehen groteske Kakteen: 15 m hohe Kandelabres, Kakteen wie umgekehrte Rüebli, runde mit violetten Stachelköpfen und verschlungene wie Kakteenbäume und viele mehr.
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Die Wüste blüht! Kleine violette Blumen breiten sich wie Teppiche zwischen den Kakteen aus.
Besuchen noch die Höhlenmalerei ‚Pinturas Rapestres de Catavina‘. Dann zum abseits der Hauptstrasse gelegenen Campingplatz ‚Rancho Santo Ines‘. Ausser uns ist nur noch ein Amerikaner mit seinem riesen Camper hier. Bigi liegt bereits wieder im Bett, denn so ganz hundert ist ihr noch nicht. Sie sagt: ‚Morgen, am Strand bin ich wieder fit!‘ Was Kaspar hofft, denn die Küche läuft auf Sparflamme. Zum Abschluss des heutigen Risottoessens genehmigt sich Kaspar einen Mezcal, aber nur zwei Schluck! Dieses Getränk kann man schlichtwegs nicht trinken. Ein Hustensirup schmeckt besser! Werden die Flasche morgen dem Campingwart Oscar schenken. Heute haben wir in den wenigen Orten das Schild ‚Telefon rural‘ gesehen – öffentliches Telefon, vermutlich via Satellit. Handy-Empfang gibt’s hier keinen!
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6.Feb. - 'Bahia de los Angeles'
Sternenklare Nacht und ein Viertel Mondsichel. Sollte ein schöner Tag werden. Um 07.30 Uhr ist aber alles neblig und bewölkt. Heizen und dies nun schon seit mehreren Tagen. Oscar sehen wir nicht und so behalten wir den Mezcal für jemand anders. Ab heute fahren wir die ‚Baja Caliofrnia‘ wieder Richtung Süden. Halten immer wieder an um die Landschaft und die verschiedenen Kakteen zu fotografieren. Sind nicht in Eile.
Nach 120 km kommt die Abzweigung zur ‚Bahia de los Angeles‘. Weiter 65 km und wir sehen die wunderschöne blaue Bucht von oben.
Beschreibung Reiseführer: attraktive Bucht, grandiose Schönheit, viele Meeresvögel und romantische Restaurants. Wir träumen schon. Finden einen schönen Camping ausserhalb des Ortes am Meer mit schönen Palapas. Der Ort ist sehr staubig und wirkt verlassen.
Wandern dem Strand entlang. Kaspar ist in Form, Bigi ist überrascht, denn bis zum Leuchtturm sind doch immerhin 3 km! Bigi stöhnt weil sie die Wasserflasche nicht dabei hat. Fotografieren einen Seestern und eine an Land geschwemmte tote Roche. Sammeln ein paar schöne, gedrehte Muscheln. Treffen einen Botaniker welcher im Juli in die Schweiz reist. Zurück zum leeren Camping. Die Amerikaner kommen seit 5 Jahren nicht mehr! Sie haben schlicht Schiss – und das will eine Weltmacht sein! Weil die Touristen ausbleiben verfällt die Infrastruktur vielerorts. Bereits haben einige Camping und Restaurants geschlossen. Kaspar’s Spruch des Tages: ‚ich glaube Spaghetti wirken Wunder für meinen Magen/Darm!‘
7.Feb. - 'Laguna San Ignacio'
Wunderschöne Morgenstimmung. Die Sonne kommt über die vorgelagerten Inseln hinauf und das Meer glänzt. Fahren die 65 km zurück auf die ‚Mex 1‘ und weiter bis ‚Guerro Negro‘. Die Militärkontrolle ist dieses Mal nicht streng. Vielleicht weil sie notiert haben, dass wir vor zwei Tagen schon mal in der anderen Richtung unterwegs waren? Jetzt müssen wir aber wirklich wieder einmal gescheit einkaufen, denn der Magen knurrt! Nochmals 120 km bis zur ‚Laguna San Ignacio‘. Wollen eigentlich noch die 65 km bis zur Walstation raus fahren, aber die Lagune und das Städtchen mit seiner Missionskirche aus dem 18.Jh. und dem schönen Zocolo laden zum verweilen ein. Schauen uns die Kirche mit den 1,2 m dicken Mauern an. Beschliessen in dieser wunderschönen Dattelpalmen-Oase zu bleiben. Kaufen Datteln, Dattelkuchen und für Kaspar ein rotes T-Shirt mit einem abgenagten Fisch. Direkt an der Lagune gibt’s einen kleinen Camping unter hohen Palmen Auf der gegenüberliegenden Seite lädt ein hübsches Beizli zu einem Margarita ein.
Wieder eine schöne Abendstimmung und sehr ruhig. Treffen auf Jerry und Denise aus Britisch Columbia. Sind uns sofort sympathisch und laden sie für später zu einem Kaffee ein. Hier windet es fast nicht und es ist für einmal angenehm warm.
8.Feb. - Playa 'el Requeson'
Herrlich, unter Dattelpalmen aufzuwachen. Bummeln an der Lagune entlang. Taucherli begrüssen uns und wir verfüttern unser altes Brot. Fahren weiter über einen kleinen Pass nach ‚Santa Rosalia‘. Besteigen den Aussichtspunkt. Oben sind die gut erhaltenen Gebäude der Minengesellschaft. Das Verwaltungsgebäude mit den alten Pulten, alten Schreibmaschinen, der antiken Telefonanlage mit Stöpseln und ein Hotel mit schönen Jugendstilmöbeln.
In der Unterstadt kaufen wir beim Franzosen Brot und Süssgebäck. An einer Strassenbar gibt‘s Tacos. Kaspar jammert bereits: ‚viel zu viel bestellt, wer soll das essen!‘ Bigi will eben Taco mit Fisch und Kaspar mit Fleisch. Was wird uns auf dem mit Plastiksack überzogenen Plastikteller serviert? Ein Taco (hauchdünner Maisfladen) im Durchmesser von 11 cm! Wenn das ein üppiges Mal sein soll?! In der grossen Sporthalle schauen wir den Jugendlichen beim Basketball-Match zu. Vor ein paar Tagen haben wir für eine der Mannschaften ein paar Pesos in die Sammelbüchse gestopft. Auch Jerry und Denise sind wieder hier. Sie suchen verzweifelt einen Parkplatz und drehen zweimal eine Runde durch den Ort.
Weiter via ‚Mulege‘ zu unserem schönen Strand ‚el Requeson‘. Heute ist hier mehr los. Bigi beobachtet mit dem Feldstecher ein Dutzend springende Delphine. Mariana und Michael aus Deutschland kommen fast zeitgleich mit den Kanadiern an. Laden die vier zu einem Glas Wein nach dem Essen ein. Jerry zeigt Fotos von Alaska. Zum Abschluss noch einen Tequila, denn heute muss ja niemand mehr autofahren, höchstens noch Treppensteigen.
9.Feb. - Strandtag
Bigi ist wieder in Hochform. Sie nimmt ein kühles Bad im Meer. Kaspar verzichtet grosszügig und steht dafür unter die warme Dusche. Spazieren zum Ende des Strandes. Kaspar möchte Möwen im Flug fotografieren. Bigi übernimmt den schwierigen Job, die Möwen in die Luft zu scheuchen. Zuerst läuft sie Kaspar direkt vor die Linse, dann schlägt sie ganz leise an die PET-Flasche und am Schluss kommt ein leises, schüchternes ‚wuuuh‘ aus der Kehle. Durchschlagender Erfolg, das Foto ist im Kasten und Kaspar hat wegen dem Hundegebell einen Lachanfall. Unsere 4 Freunde fahren weiter und wir vollen um 12.30 Uhr los. Bigi überredet Kaspar mit Erfolg zum verweilen. So geniessen wir den Tag im Liegestuhl, möglichst im Windschatten. Big nimmt ab und zu ein Bad. Gegen Abend wird es empfindlich kalt und wir verziehen uns in den Camper. Homepage erstellen ist dringend!
10. Feb. - bis 'Loreto' mit den schönen Restaurant
Geniessen den ruhigen Morgen am Strand. Klar, zwei Amerikaner kommen noch zum Schwatz, denn der MAN interessiert sie: ‚never seen such a truck!‘ Knapp 100 km bis ‚Loreto‘, dem schönen Städtchen mit guten Restaurants. Bigi läuft schon jetzt das Wasser im Mund zusammen. Morgen dann noch ca. 400 km bis ‚La Paz‘ und dann schon bald wieder aufs ‚Festland‘ von Mexiko.
11.Feb. - fahren, fahren, fahren
Heute gibt’s nicht viel zu erzählen. Bigi fährt über die Berge nach ‚Ciudad Constitucion‘. Diese Route ist noch einigermassen interessant. Kaspar übernimmt den Rest bis ‚La Paz‘, alles Einöde, flach und nur geradeaus. Grosseinkauf im ‚Soriana‘ – ein fast ‚nach Hause kommen‘. Auf dem Camping richten wir es uns gemütlich ein. Früher gab es hier eine Start-/Landepiste für Agrosprühflugzeuge. Heute ist es zugleich ein christliches Zentrum. Bigi kann es nicht lassen Kaspar in den kalten Pool zu schleppen: ‚brrrr, nicht noch einmal!‘
12.Feb. - Carneval in 'La Paz'
Stark bedeckt und windig. Wollen am Nachmittag an den Fastnachtsumzug in die Stadt. Wir vertreiben uns die Zeit mit Orangenjus pressen, aufräumen, lesen und schwatzen. Mit dem öffentlichen Bus innert 40 Minuten zum Stadtzentrum. Spazieren zum Quai hinunter. Der ganzen Uferpromenade entlang sind Essstände, Schiessbuden und Allerleikrimskrams aufgestellt. Eine kleine Chilbi gibt’s auch. Alles ist sehr farbig. Schlendern der Promenade entlang. Alle 30 m steht ein schwer bewaffneter und mit Schussweste eingekleideter Polizist. Die Stimmung ist fröhlich und friedlich. Um 18 Uhr kommt der Umzug mit 45 schön geschmückten Wagen. Das Motto lautet: Wasserwelten. Hübsche und fast immer schlanke Frauen, Schönheitsköniginnen aus fast allen Orten der Baja tanzen auf den Wagen. Auch eine Gruppe aus Brasilien mit leicht bekleideten Frauen und einer Samba-Band werden beklatscht. Ob die nicht frieren?! Die Fastnachtswagen sind meistens von grossen Firmen gesponsert. Nach dem Umzug lassen wir uns mit den Leuten treiben. Haben Konfetti-Eier gekauft - ausgehölte Eier mit Konfetti gefüllt, als Deckel ein farbiger Papierschnipsel – alles Handarbeit! Kaspar muss die Dinger los werden und wirft sie in die Menschenmenge. Mit dem letzten Bus um 20 Uhr zum Camping. Sind durchfroren und trinken heissen Tee.
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Hübsche und fast immer schlanke Frauen, Schönheitsköniginnen aus fast allen Orten der Baja tanzen auf den Wagen. Auch eine Gruppe aus Brasilien mit leicht bekleideten Frauen und einer Samba-Band werden beklatscht. Ob die nicht frieren?! Die Fastnachtswagen sind meistens von grossen Firmen gesponsert. Nach dem Umzug lassen wir uns mit den Leuten treiben.
Haben Konfetti-Eier gekauft - ausgehölte Eier mit Konfetti gefüllt, als Deckel ein farbiger Papierschnipsel – alles Handarbeit! Kaspar muss die Dinger los werden und wirft sie in die Menschenmenge. Mit dem letzten Bus um 20 Uhr zum Camping. Sind durchfroren und trinken heissen Tee.
13.Feb. - 'Tepolote'
Lassen den Tag gemütlich angehen. Bigi will sowieso nochmals in den Pool. Es kommen noch zwei Deutsche zu einem langen Schwatz. Verlassen ‚La Paz‘ via Umfahrungsstrasse Richtung Fährhafen ‚Pichulingue‘. Wollen schon die Fähre für morgen buchen. Dies geht aber nicht. Unverrichteter Dinge fahren wir noch 6 km zum Strand ‚Tepolote‘, wo wir vor 4 Wochen zu unserer Baja-Tour gestartet sind. Wiederum kräftiger Wind. Marianne und Erwin, die Österreicher mit ihrem umgebauten roten Feuerwehrauto, stehen auch hier und wir besuchen sie. Langes Palaver. In ihrem selbstgebauten Camper ist eine Waschmaschine sowie Abwaschmaschine eingebaut. So etwas haben wir doch noch nie gesehen! Kurze Action: haben ja den Innenraum vor ein paar Tagen durch Kaspars Unvorsichtigkeit unter Wasser gesetzt. Heute nun haben wir gemerkt, dass die Bodenstaukästen feucht sind und schon leicht muffig riechen. Also alles raus! Boden und Rutschmatten mit Föhn trocknen. Nach dieser Hektik gibt’s ein Trostpflaster, sprich Schokolade. Die Wellen rauschen und der Wind bläst kalt.
14.Feb. - Fähre zum 'Mainland'
Valentinstag - wir suchen Steinherzen am Strand. Kugelfische sind an den Strand gespült worden. Dann ab zum Fährhafen. Kaspar steuert das Hafengelände direkt an. Am Zoll werden wir von einer jungen Frau aufgehalten und wir fragen, wo wir unser Billet kaufen können. Wir sollen retour, aussteigen und zu Fuss nach vorne gehen. Was soll‘s, Kaspar drückt aufs Gaspedal mit der Bemerkung: ‚das geschminkte Schwein!‘ Okay, am Billettschalter werden wir dann höflich gefragt: ‚permission de Douana‘ (Zollerlaubnis). ¨Hm, haben wir noch nicht und schon kommt ein Zollbeamter anmarschiert. Also zurückfahren und durchs Prozedere. Kaspar ist genervt und macht was eben alle machen müssen! Beim Zoll gibt’s eine Ampel mit grün und rot. Der Fahrer muss draufdrücken: ‚passé‘ was durchfahren bedeutet. Wenn rot ‚révision‘ aufleuchtet, so wird alles inspiziert. Also grad mal noch Glück gehabt! Tickets kaufen dauert etwas lang, aber wir müssen ja sowieso noch 4 Stunden bis zur Abfahrt totschlagen. Wie immer ist es interessant, den Leuten zuzuschauen und auch wird viel mit den LKW’s manövriert. Bigi darf nicht mit auf die Fähre fahren und muss zusammen mit den Passagieren einchecken. Kaspar fährt zur Rampe vor, wendet und dann alles rückwärts ins Schiff. Es wird so richtig eng parkiert. Die Verlademänner und LKW-Fahrer sind richtige Könner.
Auf Deck geniessen wir die Sonne und schauen dem Treiben im Hafen zu. Unsere Schlafecken haben wir schon belegt. Erst später merken wir, dass man hier eigentlich nicht liegen darf. Aber uns kümmert es nicht. Wieder wird in grosser Lautstärke Karaoke gesungen. Bei der Hinfahrt hatten wir nicht mitbekommen, dass ein Essen inbegriffen ist. Dieses Mal lösen wir dies ein und stellen uns etwas später beim Buffet an. Die Überfahrt empfinden wir diesmal nicht so lange, da wir anfangs noch auf Deck stehen. Die Militär- und Polizeikontrolle bei der Ankunft entfällt. Stehen für die Nacht gleich ausserhalb des Hafens auf der Strasse. Bis Mitternacht stören uns nur riesige LKWs. Das die immer nachts arbeiten müssen!
15.Feb. - buchen Fahrt mit dem 'Chepe'
25 km nach ‚los Mochis‘. Hier suchen wir das Hotel ‚Santa Anita‘ mit dem für den ‚Canyon de Cobre‘ spezialisierten Reisebüro. Buchen für morgen den ‚Chepe‘ (Name des Zuges) inklusive Hotel ‚Mision‘ und zwei Nächte im Hotel ‚Mirador‘ am Rand des Canyons. Kostenpunkt alles zusammen für zwei Personen 10‘769 Pesos (ca. CHF 780.-). Nun stehen wir auf einem improvisierten Camping 50 m neben dem Bahnhof ‚El Fuerte‘. Kaspar klagt, dass er keine Unterhosen mehr hat. Bigi meint er könne ja bei den Indianern welche als Souvenir kaufen.
Der ‚Chepe‘ fährt um 19 Uhr in den Bahnhof ein. Zwei Diesellokomotiven, ein Speise- und drei 1.Klass-Wagen. Es steigen einige Touristen aus. Jetzt heisst es für uns packen. Bigi sagt cool: ‚ich fahre in die Ferien‘. Viele warme Kleider werden in der Reistasche verstaut. In 2400 m soll es 6 bis 12 Grad C warm resp, kalt sein. Wir nehmen noch ein paar Geschenk-Kugelschreiber mit.
16.Feb. - 'Chepe'
Der ‚Chepe‘ fährt pünktlich um 08.13 Uhr ab. Die Tickets werden beim Einsteigen kontrolliert und der Sitzplatz wird uns zugewiesen. Stetig steigend durch eine grosse Ebene rumpelt der Zug gemächlich Richtung ‚Canyon del Cobre‘.
Links und rechts der Eisenbahnschiene vergammeltes Land. Ein brennendes Zündholz würde hier ein riesiges Feuer verursachen. Über hohe und lange Viadukte sowie eine Kehrschleife über drei Ebenen erreichen wir die erste Ortschaft ‚Bahuichivo‘ auf 1600 m.
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Hier werden wir zusammen mit vier Amerikanern vom Hoteltaxi abgeholt. Nach einer 45-minütigen Fahrt kommen wir in ‚Cerocahui‘ im Hotel ‚Mision‘, einem ehemaligen Kloster an. Es ist schön renoviert und ausgebaut, rustikal mexikanisch eingerichtet und mit einem winzigen Pool - extra für Bigi.
Nach dem Lunch besuchen wir die aus dem Jahre 1680 stammende Missionskirche gleich nebenan am Hauptplatz. Schlichter Ziegelsteinbau mit goldener Kuppel. Das Hotel bietet eine Dorfbesichtigung mit anschliessender Weindegustation und Mennoniten-Käse an. Zuerst besuchen wir die angrenzende Mädchenschule mit von Nonnen geführtem Internat. Die Familien der Mädchen wohnen bis zu 10 Stunden Fussmarsch entfernt. Alle schlafen in riesigen Schlafsälen mit bis zu zwölf Betten und ihre Familie besuchen sie nur in den Ferien. Die Sandalen sind aus alten Reifen geschnitten und mit langen Lederbändern an den Knöcheln festgebunden. Es ist gerade Zeit für die Messe. In Zweierkolonne wird in die Messe marschiert.
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Wir machen uns auf den Dorfrundgang. Hier wachsen auf zwei Hektaren Reben. Das Hotel produziert ca. 2000 Flaschen Rot- und Weisswein ‚Mision‘. Nach einer halben Stunde haben wir alles gesehen und gehen zurück ins Hotel den Wein degustieren. Der Wein ist solala trinkbar. Zum Apéro noch ein Margaritha und dann das Nachtessen. Sitzen mit den vier Amerikaner am offenen Feuer zusammen. Der Nachtwächter heizt in der Zwischenzeit den Holzofen in unserm Zimmer ein. Alle Hotelangestellten gehen um 20 Uhr nach Hause - somit ist auch die Bar geschlossen. Wir verziehen uns ins schöne, heimelige und warme Zimmer.
17.Feb. – ‚Canyon de Urique‘/‘Barranca de Cobre‘
Um 05.45 Uhr klopft es an unserer Zimmertür. Bigi öffnet. Der Nachtwächter fragt ob er hereinkommen darf um den Holzofen einzufeuern. Gestern sagte Bigi aus Spass zu ihm: ‚Ist es möglich morgen früh um 05.45 Uhr wieder unseren Ofen einzuheizen?‘ Wir waren die Einzigen, die am Morgen im warmen Zimmer aufstanden. Das ist Service!
Eine Stunde mit dem Kleinbus zum Aussichtspunkt am ‚Canyon Urique‘. Grandios! Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt.
Zurück, Hotel bezahlen und mit dem Kleinbus zur Bahnstation. Zuerst bringen wir noch schnell unsere 30 Kugelschreiber in die Schule nebenan. Die Nonnen freuen sich über das unerwartete Geschenk. Viele Mexikaner warten auf den etwas verspäteten Zug. Vier Diesellokomotiven ziehen den 1.Klasswagen, Speisewagen und einige 2.Klasswagen für die Einheimischen. Auf der Fahrt zum ‚Canyon del Cobre‘ treffen wir auf den in entgegengesetzter Richtung fahrenden Zug von ‚Chichuahua‘ nach ‚Los Mochis‘. Im Hotel ‚Mirador‘ beziehen wir ein sehr schönes Zimmer direkt an der ‚Barrancas del Cobre‘.
Überall verkaufen die indigenen Frauen mit ihren Kindern schöne geflochtene Körbe. Bigi hat schon an einer Zwischenstation zwei kleine Körbchen gekauft. Kaspar kauft einem arg hustenden Jungen einen schönen Stein ab.
Das orange gestrichene Hotel ist wunderschön in die Landschaft eingebettet. Durch die Farbe hebt es sich gut vom grau-grünen Hintergrund ab. Kleiner Spaziergang zu verschiedenen Aussichtpunkten. Auf diesem Weg folgen uns die Bastkorbverkäuferinnen auf Schritt und Tritt. Kaspar streicht sich heute Sonnencreme ins sonnenverbrannte Gesicht. Bigi meint: ‚mit dem Alter wird man weise!‘
18.Feb. - 'Barrancas del Cobre'
Beim Sonnenaufgang um 06.45 Uhr sitzen wir bereits schlotternd auf dem Balkon. Leider beleuchtet die Sonne das Hotel und nicht den Canyon. Alles bleibt grau in grau und zum fotografieren nicht geeignet. Wir kriechen wieder ins warme Bett und warten auf das Frühstück. Nachher werden wir zu den verschiedenen Aussichtspunkten gefahren. Es gibt die Möglichkeit entweder mit der Seilbahn oder ‚Tirolesa‘ (5,6 km mit Rollen am Hängeseil und über zwei lange Hängebrücken) ein Stück in den Canyon hinunter zu fahren. Wir Zwei entscheiden uns für die Schweizer Schwebebahn – wir haben schlicht und einfach Schiss. Es ist die fünftlängste Schwebebahn der Welt ohne Masten. Der Höhenunterschied beträgt 600 m. Von der Talstation hat man einen schönen Blick auf den ‚Canyon Urique‘. Vom Hotel ‚Mirardor‘ (2400 m) bis zum Boden des Canyon ist ein Höhenunterschied von ca. 1940 m. Man sagt der Grand Cranyon (USA) hat etwa dreimal Platz in diesem System der Canyons. Spazieren auf der Krete mit mehreren Fotostopps bis nach ‚Divisadero‘. An diesem Ort treffen drei Canyons aufeinander. Der Kleinste ist der ‚Canyon del Cobre‘. In dieser Gegend wurde früher Gold, Silber und Kupfer abgebaut. Die Mexikaner wissen nicht, ob die Mienen noch in Betrieb sind.
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Bis das Sonnenlicht auf die Bergwelt besser wird ruhen wir uns aus. Hören zufällig, wie ein Mexikaner mit einem Guide eine zweistündige Walking-Tour in den Canyon hinunter bespricht. Wir dürfen uns anschliessen. Es geht über Stock und Stein. Kaspar fällt wieder einmal in die stachligen Büsche. Aber nur kleine Schrammen. Die indigenen ‚Tarahumara‘ machen hier einen Mountainbike-Trail. Für die Arbeit werden sie vom Staat bezahlt. Wir steigen 500 m hinunter zu einer Höhle. Hier wohnt eine indigene Familie seit dem Jahre 2000. Vom Staat haben sie, wie auch alle andern, einen Sonnenkollektor mit zwei Batterien sowie eine Energiesparlampe erhalten. Montiert wurde die Anlage von Spezialisten. Ebenfalls bekommen alle einen grossen Wassertank (ca. 1000 Liter) und Schläuche, damit sie das Quellwasser zu ihren weit auseinander liegenden Häusern leiten können. Die Kinder erhalten vom Staat einen windgeschützten Schlafraum. Die Eltern schlafen draussen auf einem klapprigen Bettgestell mit ein paar Wolldecken umgeben von Hühnern, Gügel, Schwein, Esel und Katzen. Kaspar erinnert es an die Steinzeit in der Schweiz, z. B. Beatushöhlen. Sind nach zwei Stunden zurück und die Sonne geht fast zeitgleich unter.
Kurz eine Dusche und dann zur ‚Happy hour‘ mit unseren amerikanischen Freunden am offenen Kamin.
19.Feb. - alles majestätisch
Den Sonnenaufgang verfolgen wir wieder auf dem Balkon. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von den Amerikanern Scott u. Gayla, Mick u. Penny. Es war kurzweilig mit ihnen zusammen und wir haben auch viele Informationen über die USA erhalten. Lesen auf unserem Balkon und geniessen noch einmal die Aussicht auf die verzettelte Bergwelt. Fotografieren die vielen Kolibris und die Buntspechte beim Wasser trinken. Wir wollen zur Seilbahnstation marschieren, aber nach einer halben Stunde stehen wir vor einem tiefen Einschnitt. Dies bedeutet ein Umweg. Die Zeit wird knapp bis zur Abreise und wir wandern zurück zum Hotel. Bigi verschenkt alles was sie noch hat: neue Hotelseifen, die paar letzten Kugelschreiber u. Bonbons für die Kinder. Die Geschenke wandern diskret unter die Jupes der Tarahamura-Frauen. Ein kleines Lächeln kommt auf, sonst scheinen sie uns immer ein wenig traurig. Die Tarahamura sprechen eine ganz andere Sprache als Spanisch. Werden zum Bahnhof gebracht. Nochmals verteilt Bigi den etwas schmutzigen Kindern Guetzli. Ein etwa 3-jähriger Knabe spielt mit einer Limone. Er lässt die Zitrone die steile Rollstuhlrampe herunterrollen und wirft sie wieder hoch. Einmal geht der Wurf daneben und Bigi muss in die Büsche um sein Spielzeug zu holen. Sie sticht sich dabei an den Dornen.
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Der ‚Chepe‘ fährt pünktlich ein und die 5 ½-stündige Fahrt nach ‚El Fuerte‘ kann beginnen. Kaspar fotografiert nur noch das Nötigste wie Kehrtunnel und diverse Brücken. Im Speisewagen genehmigen wir uns einen Hamburger ‚Chepe‘ und Enchilladas. Kaspar zum Schluss noch einen Tequila als Verreisser.
Pünktlich sind wir in ‚El Fuerte‘ beim Camper. Nur noch die sauberen warmen Kleider verstauen, Tagebuch fertig schreiben und dann ins Bett. Ausser dem heutigen Tag hatten wir Postkarten-Wetter!
20.Feb. - Richtung Süden
Haben ein kleines Problem mit dem Warmwasser. Die Zentralheizungspumpe springt immer an. Kaspar wälzt Betriebsanleitungen und ist ein wenig genervt. Vermutlich ist die Innentemperatur falsch eingestellt. Am Abend bei höherer Innentemperatur funktioniert alles wieder wie früher. Fahren die gleiche Strecke nach ‚Los Mochis‘. Richtung Süd nach Mazatlan die gleiche Strecke wie Mitte Januar. In einem Monat ist hier in der Landwirtschaft viel passiert. Die Felder sind abgeräumt, frisch gepflügt und teilweise neu angesät, das Stroh zu Ballen gepresst. Maisplantagen in allen Wachstumsstadien soweit das Auge reicht und vielfach angeschrieben, welches Saatgut verwendet wird. Ob hier auch Gen-Mais dabei ist? Die Pellatitomaten-Ernte ist eingefahren. Es kann zweimal pro Jahr geerntet werden. Viele Kartoffeln, Zuckerrohr, Chilli und Peperoni in allen Farben reifen oder werden geerntet. Die Bewässerungskanäle werden vom Unkraut befreit und die Verteilschieber in Ordnung gestellt. Die Agroflugzeuge stehen zugedeckt in den Hangars. Heute herrscht viel Verkehr. Wir sind uns dies nicht mehr gewohnt. Wir wollen bei km 79 den Camping in Celestino Gasca ansteuern. Infolge Bauarbeiten auf der doppelspurigen Strasse ist die Ausfahrt gesperrt. Also einige Kilometer weiter, über eine kleine Brücke über die Autobahn, zurück und den Feldweg raus! Grad mal noch gut gegangen. Der RV Park ist ganz in Ordnung, nur ein Kanadier steht hier. Ein lauter Güterzug fährt vorbei.
21.Feb. - Salami leider ausverkauft!
Sind früh unterwegs Richtung Mazatlan. Hier Grosseinkauf im ‚Mega‘. Leider ist der gute Salami (ähnlich wie Italiener) ausverkauft. Kaspar spekuliert, wer mit ihm Mitleid hat und ihm einen kleinen Salami schenkt! Na ja, das Brot ist hier aber ausgezeichnet und es gibt importierten Emmentaler aus Deutschland und der Schweiz. Das Brot riecht gut und so essen wir gleich am schönen Quai. Weiter zur Halbinsel ‚Teacapan‘ zum Camping ‚Onac‘. Bigi frohlockt als sie den schönen, grossen Swimmingpool sieht. Wir bleiben zwei Nächte, woraus schlussendlich drei werden. Waschmaschine und Tumbler sind vorhanden und so wird gewaschen. Zum Dank, dass wir hier länger bleiben, spendiert Bigi ein gutes Nachtessen.
22.Feb. - ungebetene Gäste
Haben ungebetene Gäste im MAN: Ameisen machen sich breit. Zum Glück haben wir vorgesorgt und Ameisenkiller dabei. Langer Spaziergang dem feinen Sandstrand entlang. Hier gibt es spezielle Muscheln mit Stacheln. Natürlich nehmen wir einige mit nach Hause.
Am späteren Nachmittag spazieren wir zu einer im Hinterland gelegenen Verpackungsfabrik für Tomaten und Chili. Die neue Ernte ist eingetroffen. Am Fliessband wird das Gemüse aussortiert und in Kartonkisten verpackt. Die Kühllastwagen warten auf den Transport nach Californien. Endlich wissen wir auch wie ein Chilifeld aussieht.
23.Feb. - wir bleiben!
Nach dem langen Spaziergang am Strand brunchen wir. Ein Bad im kalten Pool darf nicht fehlen. Kaspar macht Jagd auf die Ameisen - sehr anstrengend. ‚Happy hour‘ der Camper ist hier immer samstags um 16 Uhr. Alle kommen für einen Schwatz mit ihrem eigenen Getränk an den Swimmingpool. Wir fühlen uns als Aussenseiter, da sich alle schon seit Jahren kennen. Kanadier und ein Ehepaar aus USA, die meisten mit Hunden. Tagsüber sieht man eigentlich fast niemanden draussen und wir fragen uns, was die Leute den ganzen Tag im Camper machen. Nur einfach weg vom kalten kanadischen Winter?!
24.Feb. - fehlende Wegweiser
Zurück zur Kleinstadt ‚Hidalgo‘. Auf der Fahrt fotografieren wir Chilifelder und die zum trocknen ausgelegten Chilis. Zuerst werden die Chilis auf einem Rost über dem Feuer getrocknet. Schenken den Arbeitern ein Päckli Zigaretten. Zum Dank erhalten wir einen Sack voll Chilischoten. Am Abend wird Bigi die staubigen, dreckigen Chili sezieren - das Meiste wandert in den Abfall, denn so viel Chili essen wir sowieso nie!
Chili wird zu Salsa und Mole verarbeitet, zwei mexikanische Arten von Sauce. Was wir jedoch nicht wussten: wird auch für rote Autofarbe verwendet. Fahren auf der Autobahn über eine leicht steigende Ebene. Auf riesigen Feldern wird Hirse angepflanzt. Sehen auch Wassermelonen- und Tabakfelder. In der Mitte stehen die Gestelle zum trocknen der Tabakblätter. Entlang der Strasse und an den Zahlstellen werden getrocknete Camarones (Schrimps) angeboten. 8 Pakete kosten 100 Pesos, spotbillig. Aber was kocht man denn mit getrockneten Crevetten? Keine Ahnung! Endlich kommt bei km29 die ersehnte Autobahnausfahrt - jedoch nach Mazatlan, was für uns die falsche Fahrtrichtung ist. Nach einem Kilometer fragen wir sicherheitshalber am Strassenrand. Die Frauen weisen uns zurück auf die Autobahn. Etwa ein Kilometer nach der Abzweigung kommt dann die Ausfahrt nach ‚San Blas‘. In Mexiko gibt’s einfach keine Vorwegweiser und so sind wir eben nach Gefühl herausgefahren. Nun ist die Strasse äusserst kurvig und schmal. Viele Bäume ragen in die Strasse hinein und machen das Kreuzen noch heikler. Bigi fährt, Kaspar schwitzt und versucht seinen Mund zu halten, mit mehr oder weniger Erfolg! Kurzer Stopp in ‚San Blase‘. Viele kleine Restaurants mit Fisch, Krabben und kleinen Langusten. Mmmh, sieht lecker aus, haben aber leider keinen Hunger. Der Lagune entlang eine halbe Stunde weiter. In ‚Aticama‘ wieder diese kleinen Fischrestaurants.
Wir erblicken den schönen Camping ‚Amor‘ direkt oberhalb des Strands. Sind uns innert 5 Sekunden einig: hier bleiben wir!
25.Feb. - 3 Monate unterwegs und Halbzeit!
Heute sind wir 3 Monate in Mexiko unterwegs. Dies heisst Halbzeit! Alles ohne nennenswerte Probleme. 9‘896 km gefahren! Das erste handgeschriebene Tagebuch ist voll.
Wir beschliessen einen Tag hier unter den Palmen zu verweilen. Ein Buch in der Hand und dem Rauschen des Meeres horchend. Schreiben ein paar Fotokarten. Sind etwas frustriert, da Dorli bisher nur wenig von unserer Post erhalten hat. Aber was solls?! Jeder der Post von uns erhält darf sich freuen! Von einer Amerikanerin nebenan erhalten wir zwei Stück trockenen Bananencake. Sie sind mit einem zum Camper umgebauten 1975er Schulbus auf Reisen. Es scheint, dass wir die Schlacht gegen die Ameisen gewonnen haben - aber lieber nicht zu früh freuen. Am Mittag zu Fuss ins Dorf in eines der kleinen Restaurants. Am Strassenrand steht ein Gemüsehändler mit Pick-up und Frau - sie arbeitet, er schaut zu!
Wir haben keine Orangen mehr für den morgendlichen Saft. Bigi kauft 2 Kilo Orangen, aber am Schluss werden es vier Kilos. Schöne Radieschen, aber viel zu viel wandern mit je einem Kilo Tomaten und Kartoffeln in die Plastiktüten. Am Schluss schenken sie uns noch einen Bund Petersilie. All dies kostet 49 Pesos (CHF 3.50). Überreden die zwei, uns alles zum Camping zu transportieren und vor den MAN zu legen. Sie stimmen zu und Kaspar gibt ihnen 6 Pesos dafür, was sie fast nicht annehmen wollen. Bigi sagt nur: Nehmen sie, das passiert nicht alle Tage dass sie Kunden aus Europa haben. Beide lachen und der Deal ist beendet. Suchen das vom Nachbarn empfohlene Restaurant. Bigi nimmt zwei kleine Langustinen, Kaspar ein Fischfilet. Alles kommt schön angerichtet mit Pommes Frites, Reis, Salat (ohne Sauce) und frittierten Kochbananen. Gerade viel Fleisch haben die Langustinen nicht. Alles mit viel Knoblauch und recht ölig, aber gut! Dazu gibt’s noch Knoblibrot! In Mexiko bekommtman als Besteck vielfach nur eine qualitativ schlechte Gabel. Zusammen mit 20 Pesos Trinkgeld kostet alles grad mal 250 Pesos (18 Franken). Dann der Strasse entlang zurück zum Camping. Der Knobli stösst auf, auf, auf………!
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26.Feb. - nach 'Puerto Vallarta'
Heute geht’s es in Richtung mondänem Badeort ‚Puerto Vallarta‘. Plötzlich sehen wir Bäume mit Duriamfrüchten, der Königin der Früchte. Duriam oder auch Stinkfrucht genannt. Wegen des schrecklichen Dufts darf man die Duriam nicht im Flugzeug mitführen. Bei einem Fruchtstand halten wir an. Kaufen getrocknete Mangos und Bananen sowie frische Duriam (innere Früchte mit Steinen), ohne Stinkschale! Schmecken ausgezeichnet!
Die alte Frau strahlt, hat sie doch bereits früh das Geschäft des Tages gemacht. Später sind an der Strasse grosse Verkaufsstände, welche Salz, Starfruits, Ananas, allerlei Süsses aus Kokus und Duriam anbieten. Im Badeort ‚Los de Marcos‘ soll man gut im Pazifik schwimmen können. Hier gibt es sieben Campingplätze. Wir sehen uns diese an und stossen dabei auf Erika und Claude aus Zürich. Sie sind schon seit 13 Jahren in einem kleinen Toyota unterwegs. Verabreden uns provisorisch für morgen auf dem Camping in ‚Puerto Vallarta‘. Hier sind uns die Campingplätze zu voll, eng und steril. So fahren wir weiter zum mondänen Badeort. Am Tor des Camping kommen uns freudig Peter und Carole entgegen, welche wir am 8. Januar in ‚Guanajato‘ kennengelernt haben. Sie verteilen immer noch die gesammelten alten Schuhe an Bedürftige. Vor allem campieren hier französisch sprechende Kanadier aus der Region Quebec. Wir mit dem MAN sind wieder einmal Exoten. Es ist heiss und der schöne Pool lädt zum Baden ein.
27.Feb. - richtig touristisch
Das Elektrisch im MAN funktioniert nicht richtig. Haben Strom auf der Zuleitung, aber die Aufbaubatterie wird nicht gespeist. Kaspar kommt ins Schwitzen bis er bemerkt, dass er versehentlich beim Kabel herausziehen den 220Volt-Umwandler abgeschaltet hat. Nachher funktioniert auch die Aufladung wieder. Noch rasch den Kühlschrank abtauen und reinigen. Dies haben wir nach 5 Jahren reisen im Griff. Das erste Mal in Norwegen war dies noch ein richtiges Theater und der Innenraum stand danach unter Eiswasser. Mit dem Bus in die Altstadt. Man sieht es, dass es der Stadt gut geht. Viele Touristen.
Schlendern dem Quai entlang, schauen uns all die Souvenirs an. Überall wird Tequilla und Zigarren angeboten. Viele Palmen und Eisenskulpturen säumen die Quaimauer. In der Ferne bläst ein Wal. Der kleine Gluscht kommt über uns und so setzen wir uns vors Ozeanfront-Bistro ‚Vitea‘ und verdrücken eine Quiche.
Weiter vorne gibt es Strandbeizen. Bigi möchte noch einen Spiess mit vier Schrimps – 25 Pesos. Kaspar bezahlt mit einem 100er und erhält nur 25 Pesos Retourgeld. Er reklamiert und sie zeigen ihm ihre Kasse, welche keinen 100-Pesoschein, nur 50-er enthält. Eigentlich kennt Kaspar diesen fiesen Trick. Na ja, sind wieder einmal hereingefallen. Der Schaden von 50 Pesos hält sich in Grenzen. Trotzdem ärgern wir uns. Kaspar will unbedingt noch Haare schneiden lassen. Fünf Frauen palavern und eine darf nun arbeiten. Sie muss sich echt konzentrieren. Hat vermutlich noch nicht manchen Männerhaarschnitt geschnitten und das Endprodukt sieht dementsprechend aus! Noch kurz durch den Markt und in einem schönen Zigarrengeschäft mexikanische Zigarillos für unsere Freunde kaufen. Damit sie haltbar bleiben sollen wir diese 4 Tage tiefgefrieren und nachher im Kühlschrank aufbewahren. Mal sehen, ob dies funktioniert. Mit dem Bus zurück zum Camping. Kaspar würde den Bus mit ‚Stop Walmart‘ nehmen. Bigi meint jedoch mit dem Bus ‚Endstation ‚Pitillal‘ kämen wir direkt vor dem Camping an und müssten nicht noch 800 m laufen. Also steigen wir in diesen Bus. Nach der Hälfte verlässt er die Strandstrasse und fährt ins Innere des Aussenquartiers. Kreuz, quer, hinauf und hinunter. Kaspar fragt Bigi, ob wir noch richtig sind. Bigi bejaht. Kaspars Spruch: ‚hier kommen wir nie, nie mehr nach Hause!‘ Kaspar will einfach sitzenbleiben und wieder ins Zentrum zurück fahren. Langsam wird auch Bigi nervös. Als wir einen Bus in entgegengesetzter Richtung sehen, rasch aussteigen. So cool, der Bus ist mit ‚Walmart‘ angeschrieben. Er bringt uns über holprige Bsetzisteinstrassen direkt vor den Camping. Jetzt haben wir aber ein erfrischendes Bad verdient! Erika und Claude sind nun auch hier. Wir sitzen noch lange draussen und schwatzen.
28.Feb. - ins Hochland
Viel Betrieb. Die Kanadier auf dem Camping sammeln Geld und machen jeden Monat einmal ihren Volontäreinsatz. Packen Lebensmittel in Tüten, fahren zu den Müllhalden und verteilen die Lebensmittelpakete an die armen Leute. Weil wir zu lange schwatzen kommen wir spät vom Camping fort. Nach 800 m bereits der Einkaufsstopp bei ‚Walmart‘. Bigi will nicht viel einkaufen. Am Schluss sind jedoch viele gute Esswaren im Einkaufswagen. Nun über sehr kurvige und holprige Nebenstrassen hinauf in die Berge Richtung ‚Guadelajara‘. Es geht über verschiedene Pässe bis auf 1500 m. Treffen bei ‚Malpaso‘ auf die etwas bessere Mex70. Über grosse landwirtschaftliche Hochebenen kommen wir auf die Tequilla-Route. Waren wieder einmal happige 300 km. Nun stehen wir in einem kleinen schönen Camping.









































































































































