Januar 2012
1.Jan.2012-Neujahr
4 Minuten vor Mitternacht erwacht Kaspar und will die zwei Frauen wecken für gute Wünsche, erhält jedoch kein Echo, denn die zwei wollen nur schlafen! Heute Sonntag ist in ‚Pisac‘ Markttag. Besuchen den sehr touristischen Markt.
Einige Leute sind speziell schön gekleidet und lassn sich für ein Trinkgeld von den vielen Touristen gern fotografieren. Mit diesem verdienten Geld am Sonntag leben sie dann wieder einige Zeit. Gross einkaufen, der Monat hat ja erst begonnen! Bigi erhält einen Silber-Halsreif mit einem farbigen Kolibri, Kaspar eine Alpacajacke und Pullover. Regula kauft Filzhut (unten links), Spiel und Ohrringe.
![]() |
![]() |
|
![]() |
||
![]() |
![]() |
|
Dann über einen gut ausgebauten Pass nach ‚Cusco‘. Übernachten im Garten des ‚Club Hotel‘. Heute holen wir Silvester nach und gehen in ein nettes, kleines Restaurant in der Nähe des Hauptplatzes.
2.Jan.-Sightseeing 'Cusco'
In der Nacht hat es stark geregnet – unser Bett ist jedoch trocken! Mit dem Taxi zum Hauptplatz. Hier besuchen wir die grosse, schöne, barocke, mit Silber und Gold geschmückte Kathedrale mit ihren zwei Nebenkirchen. Es glänzt und funkelt nur so. Hier wurde an Kunst und Reichtum nicht gespart. Mit dem Audioguide werden wir durch die Kirchen geführt - beeindruckend! Mit dem ‚Tranvia‘ (altes Cusco-Tram auf einem Hyundai-Lastwagen aufgebaut) kreuz und quer durch die Stadt.
Sehen die vielen Kirchen, schönen Gassen mit den Häusern mit spanischen Balkonen und fahren zum Aussichtspunkt oberhalb ‚Cusco‘. Auch das Trammuseum wird nicht ausgelassen. Den Hunger stillen wir mit einer Pizza. Nachher noch durch diverse Läden und den Markt der Einheimischen. Das Wetter wird ungemütlich und wir fahren zurück zum Camper. Für ein gutes Nachtessen nehmen wir nochmals die Taxifahrt ins Zentrum auf uns. Hat sich heute mehr als gelohnt, denn das Alpaca Steak war grandios, super präsentiert und überhaupt nicht zäh!
3.Jan.-Hospital ‚Diospi Suyana‘ in Curahuasi
Kaspar wäscht den Camper und die zwei Frauen skypen. Im Supermarkt tätigen wir noch letzte Einkäufe, bevor wir wieder aufs Land fahren. Am Flughafen vorbei auf die Strasse ‚3S Peru‘. Über ein paar Viertausender bis nach ‚Curahuasi‘. Hier sollen wir morgen Adrian treffen.
Im Hospital ‚Diospi Suyana‘ (eines der modernsten Krankenhäuser Perus, aufgebaut aus Spendengeldern von Deutschland, mit viel europäischem Personal/Ärzten) lässt Kaspar seinen Blutwert testen. Alles bestens und viel billiger als zu Hause! Eine Konsultation kostet lediglich 4 Soles /CHF 1.20). An der Annahme arbeitet eine Volontärin aus der Schweiz und der technische Leiter, ein Holländer, führt uns über das Gelände mit 50 Spitalbetten, Operationssälen, Röntgenabteilung inkl. Computertomografie, Zahnklinik, Schreinerei, mechanischer Werkstatt, Kirche, Amphitheater, Grillplatz, Helikopterlandeplatz und peruanischem Rasenmäher: 4 Alpacas. Das Hospital besteht seit vier Jahren und macht uns einen super Eindruck! Die Peruanerin Noemi ruft nochmals Adrian an, da wir ihn heute nur auf dem Beantworter erreichen konnten. Sie kennt Pastor Adrian, denn sie selber gehört zur Baptistenkirche am Ort. Abends ist Kaspar schon wieder frustriert, denn beim Triomino spielen verliert er den ganzen Abend.
4.Jan.-Region von 'Abancay'
Übernachten auf dem Vorplatz des Hospitals und schlafen ausgezeichnet. Um 8.30 Uhr ist Kirchgang mit kurzer Predigt für Mitarbeiter und wartende Patienten mit Familien. Kaspar versteht null und gar nichts und Bigi singt bei den Liedern aus Leibeskräften mit. Verabschieden uns von der Bernerin, denn Adrian ist inzwischen eingetroffen. Im Dorf zeigt er uns das Kirchenprojekt mit Gästehaus für Spitalbesucher, welches gerade neu im Bau ist. Von ‚Curuhuasi‘ zu zwei Kirchen und einer Inkatempelruine mit Monolith (grosser Stein, welcher behauen ist mit Tieren, Menschen, Häusern resp. fast Landkarte der Inkas).
Bei der Kirche sind Freiwillige inklusive Pastor und Co-Pastor am Bau eines Nebengebäudes beschäftigt. In der Gemeinschaftsküche (kleines Haus mit Feuerstelle) kochen sechs Frauen das Mittagessen. Wir erhalten einen Becher zuckersüssen Tee und ein Brötchen. Später werden wir noch zum Mittagessen eingeladen. Kaspar rümpft etwas die Nase, aber Bigi und Regula sind begeistert. Sitzen noch etwas draussen und unterhalten uns mit Adrian. Nun erhält jeder einen vollgeschöpften Suppenteller: Kartoffelstücke und Bohnen an Sauce, Reis und dazu kleine Tomatenstücke, Zwiebeln und etwas scharfen Peperoni. War gar nicht schlecht, aber die Portion riesig und Bigi kann mit allem Anstand nicht alles aufessen. In ‚Abancay‘ wohnt Adrian. Er lädt uns noch in sein Haus auf ein Glas Mineralwasser ein. Sein Hund knurrt und im Hinterhof steht ein Stall mit Meerschweinchen (Delikatesse in Peru). Geben ihm einen Sack voll Geschenke für die Kirchen und eine Spende für ‚wo es am nötigsten ist‘. Verabschieden uns von ihm und die Fahrt geht weiter über kurvige, aber gute Strasse ein Flusstal hinauf. Vor uns liegen noch zwei Pässe von 4300 m bis zum Pazifik. Wollen aber nicht mehr in der grossen Höhe übernachten und bleiben heute unten im Tal mit Ausblick auf den reissenden Fluss bei ‚Chalhuace‘.
![]() |
![]() |
|
![]() |
5.Jan.-300 km im Nebel
Brechen früh auf, denn wir haben heute eine lange Strecke von über 300 km und zwei Pässe von 4500 m Höhe zu bewältigen. Das Wetter ist schlecht. Die Strasse steigt mit vielen Kurven steil an. Auf 4000 m fängt es an zu regnen und der Nebel bereitet uns grossen Stress. Die Sichtweite ist manchmal nur 20 - 50 m! Zum Glück hat es wenig Gegenverkehr. Sobald uns aber Bus oder LKW kreuzen, wird es gefährlich, denn diese kommen meistens über die Mittellinie. Wir Zwei haben alles im Griff und fahren sorgfältig. Der Co-Pilot gibt per Navigationssystem Anweisung, wann die nächste Kurve kommt und wie stark diese ist. Dies hilft klar und macht auch noch Spass. Zusammengefasst: wir sind um 08.30 Uhr losgefahren, 45 Minuten Mittagshalt, zwei Mal WC-Stopp in der Pampas und um 17.30 Uhr Ankunft in ‚Nazca‘ – Fahrzeit für ca. 300 km 9 Stunden, Durchschnittstempo 30 km/h!
Unterwegs haben wir eine Herde der seltenen Vicunas gesehen. Ein Schal aus dieser Wolle gewebt kostet schnell tausend Dollars. Ein Tier gibt pro Jahr 50 g Wolle!
27 km ausserhalb von ‚Nazca‘ befindet sich der ‚Pre-Inka Friedhof Chauchilla‘. Dorthin fahren wir. Besuchen die etwas makabren Gräber mit den sitzenden Mumien, einer ähnelt Gaddafi. Beschliessen hier zu übernachten. Hoffen, dass uns die Grabräuber nicht ausrauben. Wir sehen immer wieder grosse Kaktusfelder. Inzwischen wissen wir für was. Irgendein kleines Insekt befällt den Kaktus. Diese Tiere werden abgelesen und das Tier wird zu einem natürlichen, roten, gesuchten und teuren Farbstoff verarbeitet.
6.Jan.- kurven über die Scharrfiguren von 'Nazca'
Nach einem Gräberfrühstück sofort zum Flugplatz von ‚Nazca‘. Ohne lange Gegenofferten zu prüfen buchen wir gleich einen Rundflug über die Scharrfiguren von ‚Nazca‘ für 12 Uhr. Haben somit freie Zeit und fahren in die Stadt zum einkaufen. Regula und Kaspar ist es so ein wenig schlecht, vermutlich von der Hitze (29 C). Um 11.30 Uhr Einchecken. Wie auf einem internationalen Flughafen mit Boardingkarte, Sicherheitsschleuse und unbequemem Warteraum bei den zwei Gates resp. Türen. Die vierplätzige Cessna steht bereit und wir steigen mit etwas gemischten Gefühlen ein. Es geht los und bereits nach 5 Minuten können wir die Scharrfigur ‚Trompete‘ sehen. Der Pilot kurvt immer einmal rechts und dann links um die Figuren, damit jeder fotografieren kann. Die Maschine hopst und schüttelt in der Luft. Wir können fast alle Figurenbestaunen: Papagei, Astronaut, Affe, Kolibri, Condor, Spinne, Baum und Hände. Kaspar fotografiert ins Blaue in der Hoffnung, einige Figuren erwischt zu haben. Kurz vor dem Rückflug wird es Bigi so richtig schlecht. Nur mit Glück und einem Trawellwell-Kaugummi gibt es keine Sauerei. Zurück im Camper müssen wir uns alle zuerst erholen.
![]() |
![]() |
|
![]() |
Dann auf die ‚Panamericana‘ Richtung ‚Ica‘. Unterwegs besteigen wir den wackligen Nasca-Aussichtsturm. Von hier sehen wir ‚Baum‘ und ‚Hände‘ sehr gut und nahe im Wüstensand. Auf der Weiterfahrt nur Wüste, ab und zu ein grünes Tal. Es wird Baumwolle, Trauben und Mais angebaut. Von ‚Ica‘ aus zur 6 km entfernten Oase ‚Huacachina‘ mit den grössten Dünen Südamerikas. Es ist eine echte Oase mit kleinem See, Pedalos und Ruderbooten. Der See wird gesäumt von Palmen und einer Uferpromenade mit Restaurants. Die Dünen sind 150 - 200 m hoch und sehen sehr steil aus. Leute steigen hinauf und Sandboardfahrer kurven/rutschen hinunter. Spezielle Sandbuggys werben um Kunden um mit Ihnen eine Fahrt in die Wüste zu machen. Haben heute ‚kein Bock‘ um bei dieser Hitze die Dünen zu besteigen. Wie heisst es doch so schön in Südamerika: manana. Lieber einen ‚Pisco Sour‘ auf der Terrasse und später ein gutes Abendessen in einer ‚Gourmet‘ Kneipe.
7.Jan-Oase ‚Huacachina‘ und ‚Paracas‘
Obwohl draussen viel Lärm war hat Kaspar wie ein Stein geschlafen, direkt vor einem gutbesuchten Touristenschuppen. Gleich nach dem Aufstehen ziehen wir die Schuhe aus und beginnen barfuss die Dünen zu besteigen. Ein Schritt nach oben, ¾ Schritt nach unten. En Chrampf! Kaspar will aufgeben. Er kann nur mit Mühe ‚den inneren Sauhund‘ bezwingen. Wir zwei Frauen beschwatzen ihn. Bigi gibt ihm etwas Wasser und siehe da, der Stolz erwacht, er steht auf und läuft und läuft.
Von Oben haben wir eine grossartige Aussicht über die Oase - ist auf der alten peruanischen ‚50 Soles‘ Note verewigt - viele Sanddünen und die weite Wüste. Um halb zehn sind wir etwas sandig zurück beim Camper. Bigi liebäugelt mit dem Swimmingpool im Hotel nebenan. Sie fragt, ob wir gegen Bezahlung in den Pool dürfen. Geht nicht, aber wenn wir im Restaurant für zwei Franken pro Person frühstücken, alles okay. Alle Drei nichts wie los und rein in die Badehose. Richtig Ferien! Nachher Supermercado-Tour in ‚Ica‘ und weiter an den Pazifik nach ‚Paracas‘. Ein richtiger Touristenort. Von hier starten die Bootstouren zur ‚Insel Balletas‘. Buchen eine Tour für morgen Sonntag früh. Bummeln die Strandpromenade entlang und lassen uns vom ‚Schlepper‘ bei einem kleinen Restaurant überschwatzen. Essen zusammen zwei Portionen ‚Arschlöchli‘ (Calamaresringli) - reicht für den ganzen Tag! Ein paar Kilometer ausserhalb des Orts biegen wir ab an den Strand. Bigi will baden! Oh weh, da liegen riesengrosse zweifarbige Quallen am Strand. Würden knapp in die grosse Bratpfanne passen! Bigi redet mit einem peruanischen Pärchen und kleinen Zelt. Sie schwatzen und schwatzen. Und siehe da, wer fährt dort oben auf der Strasse?! Wolfgang und Monika mit ihrem gelben Mercedes. Sie kommen kurz auf einen Schwatz. Trinken bei diesem herrlichen ‚Strandfeeling‘ eine Flasche leicht süssen Weisswein, was Kaspar nicht gut bekommt. Hunger hat heute niemand. Sitzen noch zusammen und schwatzen. Wochenende, fast Vollmond, Strand und natürlich laute Bum-Bum-Musik bis in die frühen Morgenstunden. Mitten in der Nacht erwachen wir und hören Wolfgang weg fahren. Wir hätten es ja ahnen können, aber ……
8.Jan.-'Islas Balletas'
Um halb acht warten wir am Schiffsanleger mit vielen Touristen für die Fahrt zu den ‚Islas Balletas‘. Müssen in Zweierreihe anstehen fürs Boot. Zuerst fahren wir am Scharrbild ‚Kandelaber‘ vorbei. Dieses Scharrbild kann man nur vom Meer aus betrachten. Einer Legende nach ein Fussabdruck der Ausserirdischen auf dem Weg nach ‚Nazca‘.
In Schnellfahrt zur ‚Islas Balletas‘. Hier niesten hunderttausende von Vögeln, Pelikane, Möwen und Seelöwen liegen herum. Auf der Insel wurde bis 1975 Vogelkot als Dünger abgebaut.
Heute alles Naturschutzgebiet und kein Zutritt. Zurück an Land fahren wir ins Naturreservat ‚Paracas‘ auf der Halbinsel zum Fischerdorf ‚Lagunillas‘. Hier könnte man in einer kleine Bucht bei den Restaurants baden. Bigi ist es noch zu wenig heiss und Kaspar und Regula sowieso zu kalt!
Wir beobachten ein weiteres Mal die Pelikane. So unbeholfen sie an Land aussehen, so elegant sind sie in der Luft. Fahren zur gegenüberliegenden Seite der grossen Bucht um den schönen Tag zu geniessen.
Peruaner kommen zu uns und fragen, ob wir einem Baby helfen könnten. Bigi geht und schaut nach - es entpuppt sich als ein Robben-Baby, das verletzt unten an der Klippe weint. Hier in Peru ist das ‚weisse Kreuz auf rotem Grund‘ (Schweizerflagge) zugleich das ‚Rote Kreuz‘. Daraus entstehen einige Verstrickungen, aber allmählich wird es ruhig. Ein Tourguide kommt auf uns zu und fragt uns wegen ‚Von Däniken‘. Zufällig kennt Kaspar den ‚Spinner‘ persönlich, da er einige Zeit in der Villa in der Nähe von uns gewohnt hat. Der Peruaner gibt sich als Freund zu erkennen.
9.Jan.-Badeort und Geheimtipp 'Puerto Viejo'
Die Nacht war mucksmäuschenstill! Fahren via ‚Pisco‘ – so heisst die Stadt, die dem Schnaps den Namen gegeben hat - auf der ‚Panamericana‘ bis nach ‚Puerto Viejo‘ kurz vor ‚Lima‘. War gar nicht leicht zu finden, keine Wegweiser, falsch auf der Landkarte eingetragen und Autobahnausfahrten gibt es einfach so dann und wann. Geniessen ein paar Stunden Strandleben. Leider wimmelt es auch hier von kleineren Quallen und jegliche Lust auf Pazifikwasser vergeht! Wie der Zufall so will, treffen wir hier das peruanische Ehepaar mit Sohn, das wir am 23. Dezember kurz vor Puno kennengelernt haben. Die Einladung zu Ihnen in ‚Lima‘ wird erneuert. Am 15. Januar soll mit einem Tag Verspätung der Tross ‚Paris-Dakar‘ in Lima eintreffen. Kaspar hofft nun, vielleicht einen MAN-Spezialisten zu finden, der uns mit dem EDC behilflich sein kann.
10.Jan.-Weg resp.Übernachtungsplatz suchen in Lima
Hunde zelebrieren mit lautem Gebell die Vollmondnacht. Schlafen neben dem Bretterbuden-Restaurant ‚Tony und Eva‘. Assen hier gestern Abend guten Fisch. Zweistündiger Wackel am Strand. Nebenan hat es ein Ressort mit allem Pi-pa-po, gepflegter Grünfläche, teure Villen mit eigenem Pool. Unsere Erfahrung auf dieser Reise: je weniger Wasser desto grösser der Verbrauch! Fahren zurück auf die Autobahn. Bei der Einfahrt steht ein Schild ‚Hacienda Olivos‘. Da wir keine frischen Oliven mehr haben, fahren wir den kurzen Abstecher von 3 km. Alles nichts, es ist eine Farm die Land an gut Betuchte verkauft. Ein Quadratmeter gleich 50 Soles. Ein Grundstück von 2000 m2 also etwas mehr als CHF 30‘000.-. Nun rein ins Stadtgewühl von ‚Lima‘. Wir haben einen Googleausdruck um den ‚Clubo Suizo‘ im vornehmen Stadtviertel ‚Miraflores‘ zu finden. Mit kleinem Umweg klappt es sogar und wir sind überaus glücklich – aber nur sehr kurz: Das Eingangstor ist 3.2 m hoch! An der Rezeption grosses Palawer und Diskussion, wie, wo, wer erlaubt es und überhaupt erst mal den Schweizer Pass zeigen. Der Club ist teuer ausgebaut mit schönem Swimmingpool und ein Tageseintritt kostet 10 resp. 18 Dollar am Sonntag. Viel Vermögen räkelt sich an der Sonne. Bei der ‚Pestalozzi-Schule‘ nebenan könnten wir parkieren, aber erst gegen Abend rein und morgens immer wieder raus. Der Fussballplatz wird neu gebaut. Diesen täglichen Stress mögen wir eigentlich nicht und fahren mit dem Taxi zum ‚Hitchhikers Hostel‘. Hier soll es Platz für 4 Campers im Garten geben. Etwas laut an der belebten Strasse. Wenn Wolfgang noch 3 m weiter nach vorn fahren würden, so könnte der MAN exakt in die Lückepassen. Also Taxi zum Camper und mit Lotsen-Taxi wieder zum Hostel. Aber unsere zwei Deutschen sind anscheinend noch länger in der Stadt. Uns stinkt es allmählich, denn wir sind schon ein paar Stunden in Lima. Suchen noch mit Taxi den Parkplatz in der Nähe vom Hotel Librador, wo Regula übernachtete. Aber auch hier absolut keine Chance. Kaffee trinken, chinesisches Abendessen, Pisco Sour und dann endlich den MAN in den Hof einparken. Ende gut, alles gut. Das nächste Mal lieber ‚es bitzeli schneller!‘
11.Jan.-Sightseeing 'Lima'
Mit dem Taxi im peruanischen Fahrstil zur ‚Plaza des Armas‘ bei der Kathedrale von Lima. Die fahren wie verrückt, links, rechts, dazwischen, Millimeterarbeit, aber zu unserem Erstaunen streifen sie die andern nie. 40 Minuten in diesem Fahrstil reichen! Am Hauptplatz steht überall viel Polizei mit Helmen und Schutzschildern. Sogar berittene Polizei und Gitter versperren die Strassen. Es protestieren die Amazonas-Indianer mit nacktem Oberkörper und Pfeil und Bogen für eine eigene Universität, sowie die Taxifahrer für ihre angestammten Rechte, überall jederzeit am Strassenrand halten zu dürfen. Dies ist jedoch für den Verkehrsfluss nicht gerade förderlich.
Auf dem Platz werden zudem die Tribünen für die Siegerehrung des ‚Paris-Dakar Rally‘ aufgebaut. Ankunft voraussichtlich Sonntag zwölf Uhr. Die Kathedrale ist schön, sehr klein und im Gegensatz zu ‚Cusco‘ nicht überwältigend. Lima ist riesig, man spricht von 8 Millionen Einwohnern und die Bezirke ‚Miraflores‘ und ‚San Isaodro‘ sind die wirklich Schönen. Wir haben keine Lust für Museumsbesuche. Also schlendern wir durch die Strassen und Fussgängerzone. Regula löst die ‚American Express Traveller Checks‘ ein. In der Schweiz wurden diese von der Bank nicht akzeptiert, da angeblich zu alt. Sie ist happy mit dem Erlös - nur ein Dollar Spesen pro Check. Bigi und Regula wollen unbedingt auf den Aussichtsberg ‚San Cristobal‘ und schleppen Kaspar mit. Die einen Taxifahrer lehnen ab, dann erwischen wir einen, der sich nach dem Weg durchfragen muss. Die Autotüren müssen wir von Innen verschliessen. Es geht steil bergauf durch das Armenviertel ‚Rimac‘. Die Leute hier haben eine fürchterliche Angst vor ihren eigenen Landsleuten. Die Kriminalität muss gross sein, obwohl wir dies zum Glück noch nicht erlebt haben. Alles wird hinter Mauern, Gittern und Zäunen verbarrikadiert. Auf halber Höhe zum Aussichtspunkt ist Schluss. Die Strasse wird neu gebaut. Nach einer Wartezeit von einer halben Stunde beschliessen wir die Übung abzubrechen. Also zurück ins ‚Hitchhikers Hostel,.
Vor dem Eindunkeln spazieren wir die zwei Block zur ‚Costa Verde‘ und die 340 Treppenstufen runter zum Meer – und später mit Pisco Sour wieder hinauf. Im Restaurant ‚Rosa Nautica‘ (eine Art Seebrücke) geniessen wir den Pisco. Das Abschiedsessen mit Regula (Erlös der Checks) ist bei uns gleich um die Ecke im noblen Restaurant ‚Brujas de Cachiche‚ am ‚Plaza Bolognesi‘. Hier verkehrt ‚ganz‘ Lima resp. die obersten Zehntausend.
12.Jan-dies und das
Sind zum Brunch bei Rahel und Karl eingeladen. Gute Gespräche über Land und Leute und wir erfahren einiges Interessantes. Am Nachmittag wollen wir zusammen mit Wolfgang und Monika die heisse Spur ‚Amazon River Cruise‘ 4 Tage/3 Nächte verfolgen. Fahren mit dem Taxi zum Reisebüro. Und siehe da, zu unserer Überraschung klappt alles. Flug Montag früh nach ‚Iquitos‘, 4 Tage auf dem Amazonas und Nebenfluss, kleine Programmänderungen und eine Taxifahrt, nur wir vier auf dem Boot. Der Preis ist auch akzeptabel: Doppelkabine, zwei Badezimmer auf dem Schiff, eigener Koch, inklusive Ausflüge 800 Dollar pro Person zuzüglich Flug. Wir sind gespannt und freuen uns sehr!
In der Zwischenzeit packt Regula im Camper und wir stopfen ihr noch möglichst viele Souvenirs ins Gepäck. Taxi zum Flughafen und Regula verabschieden. Wir erkundigen uns noch nach dem Parkplatz für die Zeit im Amazonas. Der Supervisor zeigt uns den Platz und es sollte klappen. Also werden wir dann Sonntagabend hierhin fahren. Zurück im Camper sind wir ziemlich k.o. Es war ein etwas hektischer Tag.
13.Jan.-'Club de Regatas Lima'
Heute ist Homepage angesagt! Kaspar wäscht währenddessen die neuen roten T-Shirts und taut den Kühlschrank ab. Wolfgang muss mit seinem Mercedes in die Werkstatt. Daher müssen wir kurz aus dem Hof auf die Strasse fahren und wieder hinein parkieren. Zu viert geht es ganz gut den hupenden Verkehr aufzuhalten. Nach ein paar Stunden Arbeit – vergesst nicht, wir sind Jubilarios (Rentner) – will Bigi auf die Klippen am Meer. Wir spazieren zum neuen Shoppingzentrum, das in die Klippen gebaut ist. Hier gibt es viele Läden und schöne Restaurants. Finden nichts, was wir unbedingt besitzen müssten. Nun nochmals den Camper rangieren, denn Wolfgang kommt von der Werkstatt zurück. Um 20 Uhr werden wir von Alberto und Mary Ann zum Nachtessen (in langen Hosen) abgeholt. Das peruanisch-deutsche Ehepaar hat uns in den gediegenen und teuren ‚Club de Regatas Lima‘ eingeladen. Sind gespannt. Der Club besteht seit 1875. Mitgliederzahl 26‘000 Familien. Mitglied wird man nur auf Empfehlung von Freunden. Es gibt allerlei Sportplätze, Theater, Kino, drei Strandbuchten, riesige In- und Outdoor Swimmingpools, gediegener Clubraum, diverse Restaurants und viele Parkplätze. Gehen zum ‚Chifa‘ (chinesisches Restaurant) im sechsten Stock mit herrlicher Sicht auf die grosse Bucht und Standpromenade von Lima. Das Essen ist grandios und wir haben gute Gespräche mit unseren Gastgebern. Auf jeden Fall vergeht der Abend wie im Flug. Wir laden die zwei ein, doch mal bei uns in der Schweiz rein zu schauen. Alberto war früher für zwei Grossbanken tätig. Heute ist er selbständig. Es war ein gelungener Abend – und alles hat wieder einmal mit einem Kaffee und Schweizer Schokolade bei uns im Camper begonnen (s. 23.Dez.2011)!
14.Jan.-Museo Oro del Peru
Bigi muss nochmals tüchtig an der Homepage arbeiten. Kaspar reinigt mehr recht als schlecht die Fahrerhausscheiben. Zusammen mit Monika und Wolfgang besuchen wir das ‚Museo Oro del Peru‘. Hier werden die wenigen Vor-Inka und Inka Goldmasken, Brasseletts, Ritualgeschirre etc. ausgestellt. Etwas enttäuschend, denn wir hatten uns grossartiges und so richtig schweres Gold vorgestellt. Die Kunst war jedoch eher ein ritzen und behauen von goldenem Blech.
Nachher alle zusammen ins ‚Larco Mar Shopping‘ in den Klippen. Essen auf der Sonnenterrasse mit Blick aufs Meer. Diese Mahlzeit war sehr teuer, aber wir sind ja auf einer der teuersten Meilen von Lima. Zurück im Camper dann Fortsetzung der Homepage schreiben.
15.Jan. - Ankunft 'Dakar Rally'
MAN bereitstellen um hinausfahren zu können. Beim Bezahlen sagen nun die Hotelangestellten, dass wir doch bis zum Abend bleiben können. Also alles im grünen Bereich. Um 12 Uhr fahren wir mit dem Taxi in die Innenstadt um einen Blick auf die Zieleinfahrt resp. Ehrenrunde des ‚Dakar Rally‘ zu erhaschen.
Die Boliden, speziell frisierte Rally-Autos in allen Grössen, Motorräder und der grosse Begleittross fahren ein. Dabei gibt es einige Showmans, die für das zahlreiche Publikum eine Einlage in Motorenlärm, Motorengestank, kreisen an Ort und Motorrad auf dem Hinterrad fahren. Alles wird mit grossem Geklatsche und Pfiffen quittiert. Kaspar will beim Fahrerlager zu einem MAN-Mann vordringen. Dies ist aber nicht möglich und das EDC-Problem nicht so gross, um heute eine Lösung finden zu müssen. Nach Bano-Halt und sehr günstigem Mittagessen zurück zu unserem Hostal. Fahren Richtung Strand von Lima. Hier am Strand, mit den rollenden Steinen, schlagen wir die drei Stunden bis zum Einnachten tot. Dann entlang der ‚Costa Verde‘ (Küstenstrasse) und quer durch die Stadt zum Flughafen. Hinter uns der gelbe Mercedes mit Monika und Wolfgang. Plötzlich steigt Monika aus und rennt zu uns nach vorne. Kaspar kann nicht mehr stoppen und wir fahren zur nächsten Ausweichstelle. Nun sagt uns Wolfgang, dass er nicht mehr richtig bremsen kann. Ein Bremskreis ist ausgefallen. Wir hören jedoch kein Luftzischen. Also fahren wir ganz langsam bis zum Langzeitparking am Flughafen. Hier kriechen die zwei Männer unter das Fahrzeug und siehe da, der externe Luftanschluss (für Reifen pumpen mit eigener Luft) ist abgerissen. Die vielen Reiseerschütterungen waren zu viel für die Bride. Die Reparatur ist in Eigenregie schnell ausgeführt, die Bremse wieder i.O. und Wolfgang ist ein grosser Stein vom Herzen gefallen. Vor dem Zubettgehen trinken wir vier noch eine Flasche Rotwein. Vielleicht wird dann die Nacht direkt neben der Hauptstrasse und dem Flugverkehr erträglich.
![]() |
![]() |
![]() |
||
![]() |
![]() |
|||
![]() |
![]() |
16.Jan. - Tour auf Amazonas und Nebenflüssen
Mit der Boing 737 der ‚Peruvian Airline‘ von Lima nach ‚Iquitos‘ an den Amazonas. Der Flug über die Anden ist angenehm, die Landung jedoch etwas ruppig. Mit dem Taxi zum Hafen. Die Stadt ist verstopft mit den unzähligen Dreirad-Taxis. Die Busse haben einen Holzaufbau, seitlich keine Scheiben und überall schauen die Ellbogen der Leute ins Freie.
Im Hafen herrscht ein kunterbuntes Treiben. Am Pier sind Fähren für Bananen, Holz und Leute. Unser kleines Schiff ‚Selva Viva‘ (der Wald lebt) erwartet uns. Werden vom französischen Aussteiger Serge, dem Kapitän und der Mannschaft begrüsst.
Das Schiff gehört einer Nonprofitorganisation mit Sitz in Peru, welche den Menschen in den abgelegenen Dörfern ärztliche Hilfe und Schulung in Heilpflanzen anbietet. Das Schiff kann aber auch von Touristen gemietet werden, was eine gute Einnahmequelle ist. Unsere Kabine ist ganz vorne im Bug. Ein Bett, in den Ecken ein Büchergestell, vier Wandhacken, ein Spiegel und zwei Schemel mit Schwimmwesten darunter.
Besuchen eine Schiffswerft im Urwald. Hier werden die traditionellen Boote für den Amazonas geschreinert. Für ein grosses zweistöckiges Boot von zwanzig Metern brauchen acht Mann 30 Arbeitstage. Kostenpunkt so etwa 35‘000 Soles (CHF 13‘000.-). Es hält ohne grössere Reparaturen ca. 8 Jahre. Die Boote werden vielfach hoffnungslos überladen und so sind Unglücke mit vielen Toten gar nicht selten. Der Wasserstand des Amazonas ist zur Zeit extrem hoch, wie noch selten. Die Regenzeit hat erst begonnen und dauert noch bis Ende April. Die Flussanwohner fürchten um ihre Ernten. Noch ein Meter höher und die Katastrophe ist da!
Vor Sonnenuntergang fahren wir in einen kleinen Nebenfluss zum Ankern. Hier sei es ruhig und nicht so gefährlich wie am Amazonas selbst, wo nachts immer wieder stark motorisierte Schnellboote vorbeirasen. Einer hat auf einem Baum ein Faultier gesichtet. Mit dem kleinen Beiboot besuchen wir dieses für einen Fototermin. Schöne Abendstimmung. Die Mücken fressen Kaspar auf! Nach dem guten Essen fallen wir um 21.30 Uhr total müde ins steinharte Bett.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|||||||
![]() |
||||||||||||||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|||||||
17.Jan. - in der Hängematte
Trotz der harten Matratze einigermassen gut geschlafen. Toilette und Dusche in einem der zwei Badezimmer. Frühstück mit Spiegeleiern und Gummi-Toast. Sitzen und liegen in den Hängematten auf dem Oberdeck und lassen das Ufer des Amazonas an uns vorbei ziehen.
Sehen die nur im Amazonas lebenden bis zu drei Meter grossen ‚rosa Delphine‘. Gehen in einem kleinen Dorf an Land. Dabei überfährt der Kapitän ein Fischernetz, welches sich prompt in der Schiffsschraube verfängt. Drei Tarzanmänner tauchen hinunter und befreien den Schiffspropeller. Zum Dank gibt’s von uns Bier. Sofort wird auf dem kleinen Dorfplatz von einigen Frauen und Mädchen ihr Kunsthandwerk ausgebreitet und wir kaufen tüchtig ein: Kalebassen, Rasseln, Ketten und Armbänder. Versuchen möglichst alle Verkäuferinnen zu berücksichtigen. Der Boden ist matschig. Bigi schaut sich auch die kleine Kirche an.
Später setzen wir uns in zwei Boote und fahren zum Piranhas Fischen. Zuerst vom Nebenfluss ‚Yarapa‘ über einen kleinen See durch Schlingpflanzen in den überschwemmten Urwald. Hier zwischen und unter den Bäumen fischen wir mit einfachen Angelruten nach den fleischfressenden Fischen. In Kürze fängt Kaspar einen Katzenfisch und ein Fisch springt sogar freiwillig zu uns ins Boot.
Eigentlich müssten wir heute hungrig ins Bett, denn wir vier sind keine guten Fischer. Zurück auf dem See sehen wir die Seerose ‚Viktoria‘. Riesengross: Pflanzenteller bis 1,4 m Durchmesser und einem Rand von ca. 8 cm. Die Blüte ist aussen weiss und innen rubinrot. Zurück beim Schiff gibt es ein recht gutes Nachtessen. Serge will mit uns eine stündige Nachtwanderung machen. Es soll grosse Spinnen, Ameisen, Schlangen und sonstiges Getier zu bewundern sein. Kaspar verzichtet freiwillig, was Bigi mehr als gelegen kommt. Im Nachhinein entpuppt sich dies als gute Entscheidung. Ob man es glaubt oder nicht, hier im Dschungel gibt es eine Diskothek mit sehr lauter Musik. Da diese bis 22 Uhr nicht aufhört, disloziert unser Schiff zu einem ruhigeren Ankerplatz. Aber zuerst muss das Schiff aus dem Sand raus, was eine Weile dauert. Die Bum-Bum-Musik hören wir noch die ganze Nacht.
![]() |
![]() |
|
![]() |
18.Jan. - Urwald-Wanderung
Bigi schmiert Mückenmittel ein, denn nach dem Frühstück geht es auf eine Urwald-Wanderung. Wir stapfen durch den knöcheltiefen Morast und finden es gar nicht sooo schön. Sehen die bis 3 cm grossen ‚Giant Ameisen‘, tropische Blumen, Farne und Bananenstauden.
Die Mücken geniessen Kaspars Blut. Er hat vergessen sich gegen Mücken einzuschmieren. Auch Monikas Beine werden gelöchert. Die Freude hält sich heute in engen Grenzen. Bei einem unter Wasser stehen Steg, nicht weit vom nächsten Dorf entfernt, beschliessen wir umzukehren. Es reicht! Zurück zum Schiff und weiter flussaufwärts. Der Fluss heisst ‚Ucagali‘. Alle riesigen 30 - 40 m hohen Edelbäume wurden bereits vor langer Zeit gefällt. Hier sind nur noch 30 m Bäume zu finden. Für die Nacht machen wir Halt im kleinen Dorf ‚San Jose Toma Agua Pura‘. Nach der Dorfbesichtigung geht es mit einem Langboot und dem Dorfchef in den Urwald. Es soll eine Stelle geben, wo man im kleinen Fluss baden kann.
Durch immer dichter werdenden Urwald und kleine Flussläufe. Sie sind mit Pflanzen bedeckt und sehen aus wie ein Rasen. Wir pflügen die Pflanzen beiseite. Einmal versperrt ein umgefallener Baum den Fluss, also in den Wald hinein, Machete wird gezogen und die Fahrrinne frei gehackt.
Es wird immer enger und enger, dann ist Schluss. Wir sollten ein kurzes Stück zu Fuss laufen, aber wir wollen nicht und kehren um. Sehen Falken, Geier, Fischreiher, Spinnen und Kapuzineraffen. Auf der Rückfahrt fotografieren wir wie wild die riesigen ‚Viktoria-Seerosen‘.
Die Dorfbewohner am Ufer zeigen uns ihre Haustiere: Hunde, Katzen, Schweine, Enten, Hühner mit Küken, eine Boa (Schlange) und eine schreckliche, steinzeitlich aussehende Wasserschildkröte.
19.Jan. - letzter Tag im Amazonasgebiet
Heute ist extra für uns Handarbeitsmarkt. Schon früh werden die grossen Taschen herangetragen. Bigi geht zuerst nochmals schnell in den Dorfladen um die Vorrat an Bonbons aufzukaufen.
Es gibt nur noch 39 Stück, denn sie hat gestern schon mal 50 Stück eingekauft und an die vielen, scheuen Kinder verteilt. Bigi und Monika sind im Shopping-Fieber: Tasche, kleine Strohschalen, Puppen, schön geschnitzte Kalebassen und ein kleines Ruderboot aus Balsaholz. Zum Abschied wirft Bigi den Kindern vom Boot aus die restlichen Bonbons zu. Jetzt haben sie so richtig Spass, lachen und quietschen. Überhaupt sind die Kinder untereinander lieb und teilen gerecht. Die Schifffahrt geht weiter auf dem ‚Yarapa‘ zum Endziel ‚Nauta‘. Verabschieden uns von unserem Führer Serge, dem Kapitän und seinem Sohn.
Wolfgang geht zum einheimischen Coiffeur. Nach dem Mittagessen mit dem Taxi 100 km nach ‚Iquitos‘. Kurze Stadtbesichtigung. Ein richtiger Tropenregen setzt ein – wir hatten Glück, denn unterwegs hat es nur beim Mittagessen einmal kurz geregnet. Wir sind ja in der Regenzeit und es regnet sonst jeden Tag so mindestens einmal richtig stark.
In dieser Stadt steht das Eisenhaus vom Abenteurer und Kautschuk-Baron ‚Fitzcarraldo‘. Es wurde vom weltberühmten Ingenieur ‚Eifel‘ entworfen. Ein Film mit Klaus Kinski zeigt das Leben von Fitzcarraldo. (Ein Schiff wird über einen Hügel in einen anderen Fluss transportiert. Fitzcarraldo träumt auch von einem Opernhaus in ‚Iquitos‘.)
Die Rückfahrt zum Flughafen ist das Tüpfchen auf dem ‚i‘ – in zwei offenen Dreirad-Taxis durch den dichten Verkehr. Unser Rückflug nach Lima ist verspätet und so sitzen wir etwas ungemütlich auf dem kalt klimatisierten Flughafen herum. Die Wohnmobile stehen immer noch schön brav auf dem Parkplatz und wir sind froh, dass wir in 5 Minuten zu Hause im Bett sind. War ein guter, abenteuerlicher Ausflug und zusammen mit Monika und Wolfgang hat es Spass gemacht. Das Klima im Urwald war angenehm, feucht und warm. Kaspar kann das erste voll beschriebene Tagebuch der diesjährigen Reise zuklappen.
20.Jan. - wieder in die Anden
Die Nacht am Flughafen war wieder laut. An der Strassenecke hat ein Polizist mit seiner Trillerpfeife den Verkehr zurecht gepfiffen. Wir haben jedoch hoch nie herausgefunden, warum immer gepfiffen wird, denn es lässt sich kein Autofahrer dadurch beirren. Kurz die weitere provisorische Reiseroute mit Monika und Wolfgang vergleichen, Parkplatz bezahlen und ab auf die ‚Panamericana Norte‘. Wieder im Alltag. Stopp beim Supermarkt ‚Metro‘. Vom Flughafen bis zum Ende der Stadt ‚Lima‘ sind es ca. 43 km. Ganz ‚Lima‘ erstreckt sich etwa über 120 km! Alles Autobahn der Küste entlang. In der kleinen Küstenstadt ‚Barranca‘ rechts die Peru Nr. 16 in ein Tal hinauf. Nach ca. 60 km beginnt die Strasse anzusteigen. Plötzlich kommt Kaspar die Idee, dass wir unterhalb des Nebels übernachten könnten. Aber schon vorbei, wir finden keinen uns genehmen Nachtplatz. Da wir die Strassenkarte nicht richtig studiert haben, geht es immer höher und höher. Wollen nicht über 3500 m.ü.M. übernachten, denn wir kommen ja von Meereshöhe. Es geht noch über einen Pass von 4100 m und dann endlich hinunter ins Tal nach dem Ort ‚Catar‘. Wie schon öfters stehen wir auf dem Hauptplatz vor der Kirche. Im Hintergrund ertönt ganz leise Musik.
21.Jan. - Schüttel und Rüttel
Kurz nach dem Erwachen sagt Kaspar: ‚ich iss kei Spaghetti meh vo dir‘. Was er gerade korrigiert: ‚kei scharfi Spaghettisauce meh‘. Die sehr piccanten Spaghetti-Bolognese haben ihn die ganze Nacht geplagt und er konnte nicht schlafen. Wollen 70 km einen Abstecher nach ‚Chavin‘ machen. Dort hat es eine PréInka-Ruine und Thermalbäder. Es geht über einen Pass von 4500 m durch einen Tunnel. Die Strasse ist auf der Karte rot eingezeichnet, also geteerte Hauptstrasse. Die Strasse ist wohl geteert, aber in einem fürchterlichen Zustand. Riesige Löcher reihen sich an riesige, tiefe Löcher, gefüllt mit Wasser. Es schüttelt erbärmlich. Nach 30 km haben wir genug und wenden! Auf halbem Weg zurück steht ein kleiner Lastwagen mit zwei defekten Reifen (was für Reifen, mehr blanke Leinwand) am Strassenrand. Der Fahrer hält uns an und fragt, ob wir die zwei Felgen und einen Mitfahrer nach ‚Catar‘ mitnehmen können. Kaspar überlegt und findet einen Weg, die zwei defekten Räder hinten auf den Rücklichtern abgestützt zu transportieren. Sie bringen Befestigungsmaterial, d.h. ein Seil von einem Meter wird mit Hilfe eines Steins in zwei Stücke zerlegt. Also packt Kaspar unsere Zurrbänder aus und alle zusammen befestigen die Räder. Kaspar schenkt dem Fahrer noch einige von unseren alten Zurrbändern. Dieser strahlt vor Freude. In ‚Catar‘ bringen wir unsere Fracht zum Pneuhändler und verabschieden uns.
![]() |
![]() |
|
![]() |
Weiterfahrt nach ‚Huarez‘. Hier ist die Bergsteiger-Metropole Perus. Von Mai bis Juni soll Hochsaison sein und Bergsteiger und Kletterer aus aller Welt kommen hier hin. Es gibt Klettertouren und bis zu zweiwöchige Wandertouren um den höchsten Berg Perus ‚Huascaran‘ (6768 m). Seit 1977 werden in Zusammenarbeit mit Schweizer Bergführern werden hier peruanische Bergführer ausgebildet und die Outdoor-Bekleidungsfirma ‚Mammut‘ ist Sponsor. Die Stadt gefällt uns nicht. Erkundigen uns beim Touristenbüro am Hauptplatz und fahren zu den Thermalbädern von ‚Monterrey‘. Diese liegen steil am Hang und hier ist nichts mit schlafen. Mit Mühe wendet Kaspar den MAN und parkiert an der steilabfallenden Strasse. Badehosen anziehen und ab ins Bad. Der Pool ist voll mit Einheimischen und das Wasser ist braun, eigentlich eine Brühe. Wir haben schon nach kurzer Zeit genug, denn das Wasser ist nur leicht warm. Nebenan auf einer Wiese steht ein Unimog aus Deutschland. Ingrid und Jörg kommen zu uns auf einen Kaffee. Wie immer werden Reiseinformationen ausgetauscht und sie geben uns eine gute Adresse für die Verschiffung Kolumbien-Panama. Wer fährt denn da draussen vorbei?! Monika und Wolfgang. Die Einfahrt zur Wiese ist für Wolfgang und uns nicht geeignet und so fahren wir zusammen durch die Stadt und 20 km weiter zum Flussbett, wo wir ruhig übernachten.
22.Jan. - prächtiges Bergpanorama
Heute ist strahlendblauer Himmel, so richtig schönes Bergwetter. Wollen zu den zwei Lagunen ‚Laganuco Langons‘. Durch die hässliche Stadt ‚Huaraz‘ bis nach ‚Yunguy‘ und dann rechts auf die holprige Strasse den Berg rauf. ‚Yunguay‘ und die Region wurden 1970 stark verschüttet. Ein imposantes Friedhof-Denkmal mit 20‘000 Gräbern zeugt vom Unglück. Durch ein Erdbeben hat sich ein Drittel der Nordflanke des ‚Huascaran‘ in einer Eis-, Geröll- und Schlammlawine ins Tal gestürzt. Biegen um die Ecke und treffen Ingrid und Jörg, welche gerade Luft aus den Reifen lassen. Machen wir auch so und los geht’s im Schritttempo, maximal vierter Gang, 25 km viele Serpentinen hoch.
Höhenunterschied ‚Yunguy‘ 2500 m – Lagunen 3800 m.ü.M. Am Parkeingang bezahlen wir die 5 Soles Eintritt, essen einen gekochten Maiskolben mit scharfer Sauce und Bigi kauft einen weissen, gehäkelten Hut. Die Frau ist überglücklich – alles zusammen so 3 Franken und sie kann wieder häkeln! Oben an der ersten Lagune machen wir einen Spaziergang. Schöne Picknickplätze direkt am Wasser, ein paar Ruderboote warten auf Kunden. Fantastische Aussicht. Auf das Tagesmenu 'Meerschweinchen' verzichten wir.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|||
![]() |
||||||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|||
Fahren der Lagune entlang und treffen wieder auf Ingrid und Jörg. Sie haben einen guten Fotoshootingplatz um den ‚Huascaran‘ von hinten zu fotografieren. Unterhalten uns und schauen immer, ob die Wolkenresten verschwinden. Weiter zur zweiten Lagune, wo wir beschliessen ein Stück die schmale und kurvige Passstrasse rauf zu laufen (Passhöhe ‚Llimpica‘ 4900 m!). Nach einer Stunde öffnet sich das Tal und lässt den Blick auf weitere riesige Felsmassive mit grossen Gletschern frei. Wir sind fasziniert! Kaspar knipst wie wild bis die Fotobatterie leer ist. Über den Pass fahren Taxis, Kleinbusse, Reisebusse, Lastwagen und private PWs. Der Zustand und die Breite der Strasse ist unvorstellbar. Alle Busse sind überbelegt. Zwei Lastwagen können nur mit grösster Mühe kreuzen. Wir sind froh, den Camper unten stehen gelassen zu haben.
Langsam fahren wir bergab. In einem netten Restaurant ausserhalb des Parks wollen wir heute Forelle essen. Übernachten gerade im Garten. Weil es empfindlich kalt (14 C) ist, essen wir mit der Familie in der Küche beim Feuer. Das Restaurant hat nur auf der Wind-Seite ein paar Fensterscheiben.
Die Forellen sind aus eigener Zucht, welche uns der Besitzer stolz zeigt. Kaspar hat heute vermutlich einen Sonnenstich erwischt. Er fröstelt und sein Kopf ist rot und verbrannt. Man merkt die Sonne meist erst wenn es zu spät ist. Und wie alle Männer braucht er ja keine Sonnencrème!
23.Jan. - Entenschlucht und zurück zum Pazifik
Nach dem Frühstück in der Sonne fahren wir mit 20 km/h gut 90 Minuten ins Tal. Unten sind wir so durchgeschüttelt, dass wir unsere Idee, mit dem Taxi zwei Stunden zu einer anderen Lagune hoch zu fahren, verwerfen. Genug Schüttel und Rüttel. Also fahren wir bis zum Eingang der Entenschlucht.
Das erste Tunnel – Breite ca. 3m, Höhe 6 m - nimmt uns bereits den ‚Mumm‘. Das Verflixte sind die Felsen, welche seitlich ins Tunnel rein ragen. Dies ist ziemlich problematisch, falls unser MAN schaukelt. Haben wir ja in Arequipa erlebt!
Wir wandern der Entenschlucht entlang. Es wird sehr heiss. Sind aber trotzdem froh, zu Fuss unterwegs zu sein. Wir hätten ‚fast‘ nicht mehr wenden können. Zurück bis ‚Huaraz‘.
Dann die seit einem Monat fertig asphaltierte Strasse Richtung ‚Casma‘ an die Pazifikküste. Von 3000 m geht es kurvig innert 15 km auf 4200 m und dann in hunderten von Serpentinen innert 70 km bis auf Meereshöhe. Braucht Kondition und Aufmerksamkeit! In ‚Yautan‘ übernachten wir vor einer Kirche. Hier wird Volleyball gespielt. Kurz vorher haben wir am Strassenrand noch Avocados, Passionsfrüchte und Mangos eingekauft. In den Tälern, wo es Wasser gibt, ist es sehr fruchtbar. Hier gedeihen auch Äpfel, Trauben und Mais. Bigi ist etwas deprimiert, wie armselig die Leute oben in der Höhe hausen. Es ist sehr kalt und neblig. Der Spielplatz der Kinder ist die Strasse. Das Badezimmer der Fluss.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
||||
![]() |
||||||||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
||||
24.Jan. - 'Panamericana' durch die Wüste
Bis zum Pazifik sind es nur noch 40 km. Auf der ‚Panamericana‘ nach der Öl- und Fischer-Stadt ‚Chimbote‘ und weiter bis ‚Trujillo‘. Es hat viele riesige, fruchtbare Felder mit Mais, Zuckerrohr und grünen Spargeln. Sehen auch grosse Hühnerställe mit sicher bis zu 100‘000 Hühnern. Fahren quer durch ‚Trujillo‘ (nur 1 Mio. Einwohner) um zu sehen, ob sich eine kurze Tour durch die Stadt lohnt. An einer Ecke, gleich bei einem Strassenmarkt ist Schluss: tief hängende Elektrodrähte über die Strasse. Nur mit Hilfe eines Marktfahrers und seinem Besen können wir unter den Drähten durchfahren.
Auf dem Hauptplatz mit der Kathedrale parkieren wir wie die Peruaner in der Mitte des Platzes am Strassenrand. Überhaupt ist es immer gefährlich auf der rechten Fahrspur zu fahren, denn die Taxis und Kleinebusse halten immer und überall um Passagiere ein- und aussteigen zu lassen. Das Stadtzentrum ist schön und gepflegt.
Kleine Stadtbesichtigung zu Fuss mit Kaffee und Kuchen. Dann weiter in das Fischer- und Touristendorf ‚Huanchaco‘ mit angeblich schönem Strand. In einem Hotelgarten sehen wir den roten Camper von Lucette und Dirk aus Belgien. Möchten auch hier rein, aber unser Camper ist zu gross und die Besitzerin zu unfreundlich. Zudem ist Kaspar der Preis von 40 Soles pro Nacht schlicht zu hoch.
Parkieren daher am Strand. Spazieren der ‚Promenade‘ entlang ins Dorf. Hier gibt’s spezielle Fischerboote aus Schilf zu bewundern. Kurz auf die Seebrücke und dann zum Nachtessen. Wolfgang und Monika spazieren vorbei. Zwei freundliche Polizisten möchten, dass wir näher beim Dorf parkieren, da es dort sicherer und bewacht sei.
25.Jan.- die Tempel der 'Moches' und 'Chan Chan'
Diese Nacht ist etwas laut – schlagen und tosen der Pazifikwellen vor unserem Fenster. Spaziergang am Meer ins Dorf, wo wir in einer Bäckerei Frühstücken – ein wenig Ferienfeeling! Hier ist über das Wochenende ein internationaler Surf-Wettkampf mit 30‘000 Dollar Preisgeld. Einige Freaks sind schon hier. Die Ausgrabungsstätte ‚Chan Chan‘ steht auf dem Programm. An der Abzweigung steht ein Taxichauffeur und sagt uns, dass die Anlage sowie das Museum bis Mittag geschlossen sind – ein amerikanischer Gouverneur wird erwartet. Also verschieben wir die Besichtigung auf den Nachmittag. Die Alternative ist der Sonnen- und Mond-Tempel (Huanca del Sol y del Luna) auf der anderen Seite der Grossstadt. Dieses Mal nehmen wir die Umfahrungsstrasse. Der Ruinenkomplex der ‚Moches‘ (Vor-Inka) ist riesig. Nur der 5-stöckige Mondtempel mit seinen farbigen Reliefs kann mit einem Führer besucht werden. Es wird seit 1991 ausgegraben und es kann noch einige Jahrzehnte ’gesändelet‘ werden. Der Sonnentempel liegt noch unter Sand. Es fehlt das Geld für die Ausgrabung. Naja, wir können uns nicht allzu viel bei diesen Steinhaufen vorstellen.
![]() |
![]() |
|
![]() |
Noch kurz ins Museum und dann nach ‚Chan Chan‘. Der amerikanische Botschafter mit Gefolge ist erst jetzt in der Tempelanlage. Müssen daher warten. Endlich können wir hinein. Die Anlage ist mit einer 5m hohen restaurierten Mauer umgeben. ‚Chan Chan‘ wurde vom Schweizer Archäologen ‚Tschudi‘ wieder entdeckt. Mauern, Mauern, nichts als Mauern kreuz und quer. Besuchen noch das kleine Museum welches zeigt, wie die Menschen um 400 n.Chr. gelebt haben. Nun ist fertig Kultur für heute und wir fahren zurück an den Strand von ‚Huanchaco‘.
![]() |
![]() |
|
![]() |
26.Jan. - via Chiclaya nach Sipan
An der Strandpromenade sind die Vorbereitungen für den Surf-Wettkampf in vollem Gange. Die tätowierten Surfer laufen mit wichtigem Gehabe und stolz geschwollener Brust dem Strand entlang. Die Surferinnen dagegen bereiten sich mit Jogging sportlich vor. Packen den Computer unter den Arm und begeben uns zu Monika und Wolfgang in den Hotelgarten. Bigi lädt die Email herunter und kopiert einige Fotos vom Amazonastrip. Schwatzen. Die Zeit vergeht schnell und mittags verabschieden wir uns. Wir wollen heute weiter fahren. Tanken und dann der Küste entlang nach ‚Chiclayo‘. Im Dorf ‚Guadeloupe‘ wollen wir die koloniale Kirche mit den schönen Wandmalereien anschauen. Trotz LKW-Verbot fahren wir in die Stadt hinein. Prompt bleiben wir in einer Gasse wegen eines parkierten PWs stecken. Hupen. Jemand zeigt uns das Haus in welchem der Fahrer wohnt. Nach einiger Zeit erscheint er und parkiert um. Wir können nun langsam wegen tiefhängender elektrischer Drähte weiterfahren. In der Kirche ist gerade eine Beerdigung und so fahren wir unverrichteter Dinge auf die ‚Panamericana Norte‘. Unterwegs immer wieder grüne fruchtbare Oasen. Durchqueren eine hundert Kilometer lange Wüste. ‚Chiclayo‘ berühren wir nur am Rande, denn wir wollen noch zu den archäologischen Ausgrabungen ‚Sipan‘. Die letzten 20 Kilometer sind sehr schlecht. Endlich finden wir das kleine, neue Museum. Nach der polizeilichen Registrierung dürfen wir vor dem Museum auf dem grossen Parkplatz übernachten.
27.Jan. - 'der Mann von Sipan'
Spazieren zuerst zu den 300 m entfernten Ausgrabungen. Auf dem Pyramidenhügel wurden diverse nicht ausgeraubte Gräber gefunden, u.a. ‚der Mann von Sipan‘ und später ‚der alte Sipan‘. Die Gräber sind original, jedoch die Fundgegenstände sind Rekonstruktionen. Der Gold- und Kupferschmuck befindet sich im Museum in ‚Lambayeque‘. Hier hat es nur das kleine Museum ‚Sitio de Sipan‘. Alles was neu gefunden wird ist hier ausgestellt. Wir amüsieren uns: auf dem Picknickplatz lauern viele Geier auf Touristen. In ‚Chiclayo‘ können wir nicht anders als wieder einmal ‚durch den Supermarkt Plaza Vea streifen‘.
Weiter nach ‚Lambayeque‘ ins ‚Museo tumba reales de Sipan‘. Hier muss Kaspar den Fotoapparat abgeben. Auf drei Stockwerken besichtigen wir die rekonstruierten Gräber und in Vitrinen ist der Originalschmuck ausgestellt. Sehr gute Ausstellung, leider nur in Spanisch und für einen Führer ist unser Interesse zu gering. Es wird recht anschaulich gezeigt, wie die ‚Moches‘ im achten Jahrhundert gelebt haben.
Bummeln noch zur Kathedrale und besichtigen Südamerikas längster Kolonialbalkon. Bigi will noch die örtlichen Süssigkeiten ‚KingKong‘ testen: Kuchenteig mit übereinander geschichteter Milchcrème. Mit dem Dreirad-Taxi zum netten ‚Eco Hostal Mamita Helmita‘. Bigi ist vor allem vom Swimmingpool begeistert. Der deutschsprechende Besitzer will keine Bezahlung. Dies wollen wir jedoch nicht und werden ihm dann einen freiwilligen Beitrag geben. Können sogar unsere Wäsche waschen lassen. Kurz vor dem Eindunkeln kommen noch die Belgier und auch der deutsche, gelbe Mercedes angefahren.
28.Jan. - 'Valles des Pyramides'
Warten auf den bestellten Taxi. Der Fahrer findet anscheinend das Hotel nicht, obwohl wir mit ihm gestern schnell hierhin gefahren sind. Nun geht’s also los zum ‚Valle des Pyramides‘ nach ‚Tucume‘. Zuerst kurz das kleine Museum und dann unter schattigen Bäumen Richtung Mirador. Der Weg geht steil aufwärts und wir kommen richtig ins Schwitzen. Oben angelangt haben wir eine prächtige Rundsicht auf einige der 29 Pyramiden. Man sieht schön die Form der grössten Pyramide Südamerikas, alles unter einer grossen Masse Erde. Ansonsten gibt dieser Ausflug nicht viel her. Zurück nach ‚Lambayeque‘ ins archäologische Museum ‚Brunning‘. Dies ist war Deutscher, der hier im 1904 Ausgrabungen gemacht hat. Ein wenig Gold der ‚Moche‘ und viele guterhaltene Keramikgefässe.
![]() |
![]() |
|
![]() |
||
![]() |
![]() |
|
An der Hauptstrasse geht Bigi zu den Telefonkabinen um mit der Familie zu plaudern. Dann in ein Touristenrestaurant ‚Ceviche mixto‘ essen. Kaspars Kommentar: ‚Schmeckt nach vielen Zwiebeln und Fisch.‘ Zur Orientierung, es handelt sich auch um gemischten rohen Fisch, Meeresfrüchte und Zwiebeln, dazu Maiskörner, Maniok und Süsskartoffeln. Nun freuen wir uns auf den Pool im Hotelgarten.
29.Jan. - man muss die Feste feiern wie sie fallen
Wasser auffüllen. Verabschieden uns von den Belgiern, die in den Amazonas fahren. Monika und Wolfgang haben die gleiche Route zum Pazifik und dieselben Übernachtungs-Tipps. Auf dem Markt noch Brot einkaufen und dann auf die ‚Panamericana Norte‘ nach Piura, Silluana in die Ölhauptstadt Talara. Viele Ölpumpen fördern den teuren Rohstoff. Zuerst 200 km fast schnurgerade durch die knochentrockene Wüste. Kurz vor unserem Etappenziel ‚Mancora‘ hat der MAN Jubiläum. Der Champagner ist kühl gestellt und das Fest kann steigen!
![]() |
![]() |
![]() |
||
![]() |
||||
![]() |
![]() |
![]() |
||
Der MAN ist ohne grössere Probleme 100‘000 Kilometer gefahren! Bei Kilometer 99‘999,9 stoppen wir, machen Fotos und ‚klöpfen‘ den Champagner. Nur ein Gläschen, denn es ist echt zu heiss und wir wollen ja nicht hier am Strassenrand in der Wüste campieren. Wir sind dankbar, dass wir als Team ‚gloorontour‘ schon soweit reisen konnten. Ausser zwei Schäden beim manövrieren, ein paar Kratzer aussen, Hicks im Wohnraumboden und Kästchen, fast keine Flecken auf dem Polster, ist unser ‚Bocklet‘-Wohnmobil ‚wie neu‘! In ‚Manorca‘ treffen wir wieder auf Monika und Wolfgang. Sie haben sich den Übernachtungstipp angeschaut, leider nichts. Überhaupt steht ja auch im Reiseführer: ein Ort für ‚junge‘ Leute und Aussteiger, für ältere Reisende nicht unbedingt schön. Was denkt ihr denn, was wir sind?! Wir fahren zusammen und suchen, suchen - sind heute schon 450 km gefahren! Endlich finden wir einen schönen, etwas erhöhten Strandplatz. Geniessen ein Bad in den grossen Wellen des Pazifik und dann müssen wir noch unseren Champagner trinken (abgefüllt in Peru, importiert aus Spanien) und dazu gibt’s chilenischen Lachs und Spargelspitzen aus der Dose (meistens aus China) - echt internationale Küche! Das Meer tost und auf der Strasse oben gibt’s immer mehr lauten Verkehr. Mal sehen was die Nacht bringt.
30.Jan. - endlich ......
In der Nacht hat es zum Teil stark geregnet. Wir haben gedacht, hier in dieser Wüstenregion regnet es fast nie. Wir haben also das ‚fast nie‘ erlebt. Morgenbad im Pazifik, herrlich! Unsere Camper stehen auf neu aufgeschüttetem, lehmigem Boden. Wolfgang befürchtet hier nicht raus zu kommen, was sich bewahrheitet. Nach 20 m sitzt er hinten rechts mit durchdrehenden Rädern fest. Unser MAN kommt mit allen Sperren und ein wenig Mühe heraus aus dem Morast. Hier sind die Reifen ausschlaggebend. Auch unsere Reifen sind hier schlecht. Wolfgang hat ein wirklich gutes und langes Abschleppseil dabei. Montieren und dann zieht der MAN den 5,5 Tonnen schweren gelben Mercedes ohne Probleme aus dem Sumpf auf die Strasse. Die ganze Aktion dauerte vielleicht eine halbe Stunde. Die Frauen stehen auf der Strasse und halten den Verkehr auf. Ein Peruaner unterstützt sie. Von Ruth und Peter aus der Schweiz haben wir die Koordinaten eines ruhigen Campingplatzes direkt am Meer in ‚Caleta Cruz‘. Fahren mit Navigationssystem und sehen das verblasste Schild, das nicht gerade einladend aussieht. Alt und verrostet. Fragen den Besitzer und siehe da, es entpuppt sich als sauberes und mit Palmen bepflanztes Gelände mit kleinem Hostal. Im Hintergrund tost der Pazifik. Hier kurz vor der Grenze zu Ecuador (50 km) werden wir mal 3 - 4 Tage Ferien machen. Sofort ein Bad im Pazifik und dann am Strand entlang spazieren und sich gleich wieder einmal richtig verbrennen (Kaspar wird und wird nicht gescheiter). Schwatz bei einem ‚Pisco‘ für unseren Abschleppdienst. Geniessen einfach den Tag und abends setzt schon wieder starker Regen ein.
31.Jan. - Ferien am Pazifik
27 C feuchtheiss, bewölkt. Genau richtiges Computerwetter! Mittags dem Strand entlang ins Ort, es wird heiss! Fisch essen und mit dem Dreirad-Taxis zurück für die Siesta. Abends holt Wolfgang frische Kokosnüsse vom Baum. Mmmh!


































































































































































