März 2012
1.März - Souvenir und Geschenke in Hülle u. Fülle
Fahren zum ‚Indian Market Los Ponchos in Otavallo‘. Bigi kauft wie verrückt Geschenke für jedermann/-frau: Tasche, Paschmiraschals, herzige kleine Latzhosen für die Enkel unserer Freunde, ein auf Ziegenfall gemaltes naives Bild, hundert Samichläuse (Fingerpuppen) und einen Panamahut für Thomas. Nachher zum Kratersee ‚Lago Cuicocha‘. Der Prospekt mit der Strassenkarte ist so schlecht, dass wir den Lago nicht auf Anhieb finden. Also Passanten paarmal fragen und immer wieder wenden.
Leider ist das Wetter und daher die Sicht auf den Vulkan ‚Cotacachi‘ schlecht. Im Reiseführer rühmen sie die Forelle der Hosteria am See. Uns schmeckt sie auch.
Zurück zum Städtchen ‚Cotacachi‘ (Weltkulturerbe). Hier ist die Lederherstellung zu Hause. In einer Strasse sind nur Lederwarengeschäfte mit Handtaschen, Schuhen, Hüte, Portemonnaies und Lederjacken beheimatet.
Wie kann es auch anders sein, Bigi verliebt sich in eine grössere pinke Handtasche - dies für sageundschreibe 50 US$ in cash! Kaspar hat eigentlich schon geahnt, dass Bigi einkaufen wird als sie den Vorschlag der Lederstadt gemacht hat. Für Nicci finden wir ebenfalls eine kleine, schwarze Handtasche. Hoffentlich gefällt sie ihr. Weiter via ‚San Gabriel und ‚Tulcan‘ an die Grenze Ecuador/Kolumbien. Den etwa 3 km vor der Grenze empfohlenen 24-Stunden Parkplatz finden wir mit den dazugehörigen Koordinaten nicht. An der Grenze angekommen fragen wir die Polizei und sie sagen uns, wir könnten gleich über der Strasse auf dem Parkplatz des ‚Duty free Shop‘ mit Nachtwächter übernachten. Dies passt dem Tages Security Wächter aber nicht und wir müssen dislozieren. Fahren also zurück und finden nach etwa 3km einen dreckigen Parkplatz. Bezahlen 2 US$, wovon einer Trinkgeld! Ecuador hat uns sehr gut gefallen. Es ist sehr grün mit riesigen Vulkanen, guten Strassen, netten Leuten und schöne Häuser mit Blumen davor. Die Schüler tragen Uniformen und die Schulen sind mit hohen Mauern und Zäunen umgeben. Die Tore sind alle verschlossen, somit kann kein Kind ausbrechen und auch den Eltern muss das Tor geöffnet werden. Dies wäre etwas für die Schweiz!? Ein anderes Leben: wir können urplötzlich wieder SMS schicken, warum wissen wir jedoch nicht. Es ist immer noch derselbe Telefonanbieter!
2.März - über die Grenze nach Kolumbien
Kaspar fühlt sich krank. Es ist nur 11 °C und es beginnt zu regnen. Natürlich fahren wir in offenen Schuhen an die Grenze und Kaspar geht auch ohne Windjacke im Regen. Später ziehen wir uns dann richtig an. Die Polizei von Ecuador winkt uns durch und plötzlich stehen wir am Zoll von Kolumbien. Hier wird uns am Schalter gesagt, dass wir zuerst den Ausreisestempel aus Ecuador benötigen. Komisch, wir fragen immer wieder und werden doch falsch dirigiert! Also zu Fuss zurück im strömenden Regen, aber für die MAN-Dokumente muss auch der Camper zurückgefahren werden. Der Beamte will das Nummernschild mit dem Dokument vergleichen. Eigentlich sollte er auch Chassis-Nummer kontrollieren, aber es regnet ihm anscheinend zu stark und er verschwindet gleich wieder im Büro. Wieder zum kolumbianischen Zoll, wo der Einreisestempel im Nu im Pass ist. Die MAN-Papiere brauchen etwas länger. Sitzen da und warten. Da gerade Kaffee-Pause ist, wird uns ein Gipfeli offeriert, welches wir dankend annehmen. Alle Beamten waren wieder einmal sehr freundlich und hilfsbereit. Unsere Haftpflichtversicherung ist in Kolumbien nicht gültig. Wir müssen in der ersten Stadt ‚Ipiales‘ eine abschliessen. Werden an den Supermakrt ‚Alkosto‘ im Zentrum verwiesen. Dort gibt es einen Versicherungsschalter. Kostet ca. 20 CHF für einen Monat. Bei der Stadtdurchquerung streift Kaspar auf Sichtweite (5 m) eines Polizisten eine LKW-Fahrverbotstafel in der Innenstadt. Dieser schaut etwas komisch und Kaspar zaubert das schönste Lächeln aufs Gesicht!
So, nun ist nach 3 Stunden der Zollkram erledigt! Weiter die Panamericana Nr. 25 nach ‚Pasto‘. Hier finden wir wieder einmal den Stadtausgang Richtung ‚Popayan‘ nicht. Also durch die schmale Altstadt, diverse Male wenden, einen Hügel hinauf und gleich wieder hinunter, aber schlussendlich gefunden! Der weitere Streckenverlauf ist extrem hüglig mit tiefen Tälern und vielen, sehr vielen Kurven. Hier ist das Überholen fast nicht möglich. Nur wenn man beide Augen und die Hühneraugen schliesst überholt man die kriechenden Lastwagen über die Sicherheitslinie. Von der Grenze bis ‚el Boardo‘ sind es 220km und dauert 7 Stunden! Das Wetter hat sich langsam gebessert, das Thermometer zeigt 33 °C und wir schwitzen in den langen Hosen. Die Grenze liegt auf 2800 m, unser Ziel auf 700 m.ü.M.! Wir übernachten im ‚Parador turistica Patia‘ mit grossem Pool. Der heutige Tag war extrem anstrengend und wir sind geschafft!
Schon den zweiten Tag bis 18 Uhr gefahren und um 19 Uhr ist stockdunkel! ‚Proscht nägeli‘, wenn die Fahrt durch ganz Kolumbien so wird! Hier in Kolumbien sieht man noch einige Pferdekarren, Pferd mit Reiter und Lasso. Auch hängen die Velofahrer den LWSs hinten an, um ohne Muskelkraft den Berg rauf zu kommen – anno 1950 in der Schweiz. Am Strassenrand werden exotische Früchte angeboten. In Kolumbien gibt es ca. 15 % Schwarze, viele hier im Süden. Alles Nachkommen der ehemaligen afrikanischen Sklaven.
3.März - die weisse Stadt 'Popayan'
Am Morgen handelt sich Kaspar (zu der starken Erkältung) einen Hexenschuss ein und so muss Bigi die meiste Zeit auf der äusserst kurvigen Strasse fahren. Es wird ihr richtig sturm im Kopf. Unterwegs hat es immer Militär- und Polizei-Stützpunkte. In der Region gibt es immer noch Guarilla-Aktivitäten im gebirgigen Hinterland. Die Panamericana ist aber sicher. Kaufen am Strassenrand einen Block eingekochtes Zuckerrohr. Beim Strassenzoll wird unser ‚Casa rodante‘ in der günstigsten Klasse taxiert, was in den anderen Ländern nicht üblich war. Heute schon wieder 3 Stunden für 95 km mit vielen Baustellen und Wartezeiten.
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In ‚Popayan‘ finden wir auf Anhieb einen sehr schmutzigen 24-Stunden Parkplatz gleich neben dem Busbahnhof. Kaspar will hier nicht übernachten, also weiter ins Zentrum. Claro, durch die engen Strassen der Altstadt. Als wir nicht mehr weiter wissen, fragen wir bei einer Polizeistation und wir dürfen gleich davor für eine Nacht auf der Strasse parkieren. Sind also gut bewacht.
Spazieren durch die schmalen Gassen zum Hauptplatz mit der Kathedrale. Ein kleines Mittagessen und ein wirklich guter Espresso. Schauen dem Leben zu. Eine ‚Boy Group‘ spielt Salsamusik zur Geschäftseröffnung.
Beim Rückweg zum Camper verlaufen wir uns tüchtig, genau in die entgegengesetzte Richtung. Die Stadt ist im Schachbrettmuster angeordnet. Die Strassen sind ‚Calles‘ und ‚Cra‘ und wir müssen die Ecke 8/11 finden! Nach mehrmaligem Fragen finden wir unser Zuhause! Abends nochmals in die Altstadt. Das kolumbianische Rindsfilet ist dem Argentinischen ebenbürtig! Kolumbianischen Rotwein gab es nicht. Problemlos finden wir nun den Heimweg, da wir gut aufgepasst haben.
4.März - fahren, fahren ........
Umfahren die Grossstadt ‚Cali‘: zweitgrösste Stadt Kolumbiens, Salsa-Metropole, Heimat des Cali-Kartells (Kokain), daher viel Armut und Gewalt. Die Bevölkerung verabscheut Drogen. In ‚Palmira‘ stossen wir wieder auf die ‚Panamericana 25‘. Hier teilt sich die Strasse in die ‚40‘ und wir nehmen die ‚50‘ Richtung Bogota. Heute kommen wir zügig voran. Vor ‚Armenia‘, ganz in der Nähe des Flugplatzes soll die luxuriöse, kleine Hotelanlage ‚Hacienda Bambusa‘ sein. Nach einigem herumirren zwischen Kaffeeplantagen finden wir diese: geschlossen! Die Enttäuschung ist gross, denn Bigi hat sich schon auf einen gemütlichen Nachmittag am Swimmingpool gefreut. Kaspar ärgert sich: so ein Scheiss! Also bleibt uns nichts anderes übrig als weiter zu fahren. Auf der Höhe der Dörfer ‚Salento‘ und ‚Filandia‘ stoppen wir bei der Service-Station. Hier in Kolumbien zahlen wir sehr oft Strassengebühren (umgerechnet ein paar Franken). Nun werden wir plötzlich oft als Kategorie 2 zu hoch eingestuft. Eine Diskussion an den Zahlstellen lohnt sich jedoch nicht.
5.März - 'Salento'
Waren gestern echt geschafft, die Nerven lagen blank! Aber heute ist alles wieder okay und wir haben erstaunlich gut und ruhig zwischen den zwei Hauptstrassen geschlafen. Ein kleiner Abstecher zum touristischen Juwel ‚Salento‘. Hier gliedern sich um den Hauptplatz und eine der Strassen attraktive, kleine Häuser mit kleinen Balkonen.
Alle Häuser sind bunt bemalt, der sogenannte ‚Paisa-Stil‘. Viele, gute Kunstgewerbeläden sind hier präsent und es gibt schöne Souvenirs.
Dann die Route 40 über einen extrem steilen und kurvigen Pass. Die Kolumbianer fahren haarsträubend und gefährlich. Kaspar kann aber locker mithalten. Ein paar Mal halten wir aber doch den Atem an. Es wird manchmal sehr, sehr eng! Eine ‚Drei Pässe Fahrt‘ in der Schweiz ist aber rein gar nichts im Vergleich! Ab ‚Ibague‘ - nur 350 m.ü.M. und 39 Grad heiss – über eine vierspurige Autobahn nach ‚Girardot‘ und weiter nach ‚Fusagasuga‘. Beim Tanken offerieren sie uns eiskalte ‚ague de panela‘. Okay, wir greifen zu: Wasser mit unraffiniertem, aromatischen Rohrzucker mit Limonensaft.
Bei dieser Temperatur ein Genuss! Die Hauptstadt ‚Bogota‘ umfahren wir westlich und grossräumig. Unser heutiges Ziel ‚Zipaquira‘ liegt 60 km nördlich der Stadt. Verschätzen uns wieder einmal in der Zeit, es sind noch einige Kilometer und wir müssen durch den Abendverkehr in mittelgrossen Vororten. 7 km vor dem Ziel finden wir eine 24-Stunden Tankstelle und beschliessen hier zu übernachten, denn es wird bereits dunkel und sowieso, es reicht für heute (rund 400 km). Vor noch nicht langer Zeit haben wir doch beschlossen, abends nicht mehr so lange zu fahren!
6.März - die prächtige 'Catedral de Sal'
Die letzten paar Kilometer nach ‚Zipaquira‘. Parkieren beim archäologischen Museum (brauchen fast den ganzen Parkplatz), denn der ‚Parque de la Sal‘ öffnet erst um 9 Uhr. Bummeln zum Hauptplatz und Kaspar trinkt das nationale Frühstückgetränk ‚chocolate con queso‘ (Trinkschokolade mit einer Scheibe Käse). Schmeckt echt gut! Bummeln noch ein wenig durch die Fussgängerzone.
Nun geht’s zu Fuss den Berg hinauf zum ‚Parque de Sal‘. Hier bauten die Einheimischen Salz ab. Sie hatten eine kleine Kapelle im Bergwerk. 1992 wurde die Kapelle wegen Einsturzgefahr geschlossen. 1992 – 95 wurde die heutige Kathedrale mit 80 Tonnen Sprengstoff auf einer Fläche von 8200 m3 und einer Höhe von 40 m herausgesprengt. Diese weltweit grösste Höhlenkirche ist dreischiffig und geheimnisvoll beleuchtet.
Bevor man in 180m Tiefe die Kathedrale erreicht, schreiten wir den Kreuzweg mit seinen 14 Stationen ab. Sehr beeindruckend. Ein Engel begrüsst uns mit der Inschrift ‚Ihr seid das Salz der Erde‘. Ein Blick von oben in die Kathedrale, einfach grandios. Uns fehlen die Worte und wir staunen nur! Jedes Jahr besuchen 200‘000 Kolumbianer diese wichtigste Touristen-Attraktion des Landes. Es hat uns noch nie ein Südamerika Traveller von diesem Ort erzählt?!
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Nachher weiter die Route ‚45A‘ bis ‚Chiquinquira‘ und dann über einen Pass zur kleinen Kolonialstadt ‚Villa de Leyva‘. Die schmale Strasse ist rech gut geteert, aber der Ingenieur war der ‚Stift‘. Mehr als 40 km/h kann man hier wegen der vielen, vielen Löcher und Wellen nicht fahren. Nun hält uns auch noch die Polizei auf. Sie wollen alle Papiere sehen und bitten Kaspar auszusteigen – sonst bekäme der Polizist die Nackenstarre. So lernt man Spanisch, denn sie wollen alles genau wissen: woher, wohin, wie lange und überhaupt alles über unser Reisevorhaben. Wir vermuten, dass es ihnen einfach langweilig ist. Aber alles okay. Endlich in ‚Villa de Leyva‘ angekommen suchen wir den ‚Camping San Jorge‘ vis-à-vis der Feuerwehr. Er liegt ausserhalb des Städtchens, sehr schön gelegen.
7.März - 'Villa de Leyva'
Halbstündiger Marsch in das unter der Woche verschlafene koloniale Städtchen. Schöne, alte Häuser mit kleinen Balkonen und wunderschönen Innenhöfen säumen die Strasse. Fast jedes Haus ein Souvenirladen mit hochstehender Handarbeit.
Der Hauptplatz ist mit 14‘000 cm3 wohl der Grösste in Südamerika. In der Mitte steht nur ein Brunnen. Alle wichtigen Häuser sind wie immer um den Hauptplatz gruppiert. Kopfsteinpflaster überall und schön anzusehen, aber schlecht für hohe Absätze und Gehbehinderte. Geniessen einen feinen kolumbianischen Espresso mit Patisserie und später Pizza. Lassen das Städtchen auf uns wirken. Heute einmal kein Stress mit Autofahren! Der Himmel bedeckt sich mit dunklen Wolken. Gehen zurück zum Camping und lassen den Tag ausklingen beim Lesen, Homepage erstellen, Fingernägel schneiden und Feinwäsche machen.
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8.März - s'chrücht es Schnäggli ........
Vom Aufwachen bis zur Abfahrt vergeht genau eine Stunde. Um 06.45 Uhr sind wir schon auf der Strasse. Bei uns sitzt jeder Handgriff! Haben gestern Abend die Strassenkarte studiert und gesehen, dass es wieder hüglig wird! Kaspars Spruch des Tages kommt schon am Morgen früh: ‚wenn die Strasse so isch bis Cartagena, dänn bin ich rief für’d Klappsmühli‘. Über Tunja, Bucaramanga bis kurz nach ‚Rionegro‘.
Viel LKW-Verkehr! Wir kriechen im Schneckentempo (25 km) in der LWK-Kolonne den Berg hinauf und ebenso den Berg hinunter. Alle stehen krampfhaft auf der Bremse, denn so ein 40-Tönner ist sonst kaum zu halten!
Fahren am tiefsten Canyon von Kolumbien vorbei. Von 1560 m auf 600 m hinunter und dann wieder auf 900 m. Man merkt den Anstieg der Aussentemperatur. Stehen zwischen Hauptstrasse und grossem Bach auf einer Wiese des ‚Balneario el Remenso.‘ Nach dieser Fahrerei nehmen wir im Bad im Bach – 350 km in 9 Stunden – sehr angenehm und entspannend!
9.März - unser Ziel, die Karibikküste in 500 km
Zuerst in den Bach liegen und wach werden. Wenn wir es heute bis zur Karibikküste schaffen wollen, so sind es doch glatte 500 km auf der Route 45A. Bis ‚Aguachica‘ (die ersten 100 km) ist es wieder recht hüglig, aber wir kommen heute doch etwas schneller voran.
Dann wird es flach und sehr heiss. Fahren an grossen Palmöl- und Bananenplantagen vorbei. Die Behausungen werden ärmer. Es scheint ein Süd-Nord-Gefälle in Kolumbien zu geben. Auch heute sind wieder viele LKWs unterwegs. Wie kann sich jemand über den LKW-Verkehr auf der Autobahn Zürich-Bern ärgern?! Zur Feier des Tages – das Thermometer hat die 40 °C-Marke geknackt – stellen wir die Klimaanlage ein. Sie funktioniert und läuft auf Hochtouren. Wir sind froh, diese in Ecuador repariert zu haben. Nun stehen wir beim Flughafen von ‚Santa Marta‘ an der kleinen Strandpromenade am Karibischen Meer. Die Sonne versinkt im Meer. Gerade mal noch geschafft! Drei Polizisten wollen uns zuerst weg schicken, aber wir können sie mit unseren letzten drei Lindor-Kugeln ‚bestechen‘. Sind wieder einmal nudelfertig und haben keine Hunger.
Über 500 km gefahren, wir spinnen!!! Ganz Kolumbien ist eine Strassen-Baustelle! Ein Phänomen sind die Strassenhändler. Sobald bei einer Baustelle ein grösserer Stau entsteht oder auch bei Speedbreakern, sind sie zur Stelle und verkaufen alles was das Herz begehrt. Kalte Getränke, Eiscreme, gebrannte Nüsse, süsse regionale Spezialitäten, gekochte Snacks und Früchte. Sie marschieren den ganzen Stau ab und preisen ihre Ware von Auto zu Auto an. Sie verkaufen noch ziemlich viel.
Speedbreaker sind der Schrecken jedes Automobilisten. Wir mit unserem LKW müssen fast im Schritttempo darüber fahren. Wehe man übersieht einen, dann ist Flugstunde angesagt.
10.März - nur noch wenige Kilometer bis Cartagena
Machen einen kurzen Spaziergang am Sandstrand. Also heute nun nach ‚Cartagena‘. Denken so zwei Stunden, aber er werden wieder sieben! Bei einer Grossstadt finden wir prompt die Abzweigung nicht. Diese Idioten: zuerst Wegweiser geradeaus, aber dann 20 m weiter unter der Brücke ein kleiner weisser Wegweiser nach rechts! Bigi dreht eine Ehrenrunde bis zum nächten ‚Retorno‘. Zweiter Versuch: sie überholt einen anfahrenden Bus und es reicht nicht mehr zum Spurwechsel und abbiegen. Habt ihr Kaspar schon mal ausrufen gehört? Aller guten Dinge sind Drei und es klappt! In ‚Cartagena‘ suchen wir die ‚Isla de Baru‘. Na ja, die Sandpiste ist gesperrt und das Navi weiss auch nicht mehr weiter. An jeder Ecke fragen. Dann stehen wir vor einer wackligen Fähre. Auch das noch! Heute ist Samstag und viele Autos warten.
Kaspar ist sauer, denn Bigi muss immer die schönsten Ecken aussuchen! Hier haben die Sklaven im 17. Jh. einen Kanal als Verbindung vom ‚Rio Magdalena‘ zum Meer gebaut. Nun geht’s nochmals eine halbe Stunde, am Schluss über äusserst schlechte Strasse (Bachbett) zum Parkplatz vis-a-vis der kleinen Polizeistation. Endgültig genug, hier logieren wir. Zum 200 m entfernten Strand hinunter. Karibikstrand pur mit türkisblauem Wasser, schrägen Palmen, kleinen Bretterbuden-Restaurants, Liegestühlen und Hängematten. Trinken einen Caipirinha aus der Kokosnuss. Die Nerven sind beruhigt. Abends bäckt Bigi noch Brownies. Für die Schiffspassage nach Panama werden wir den Kühlschrank abtauen. So ist der Buttervorrat aufgebraucht.
11.März - Karibikfeeling auf der 'Isla de Baru'
Morgens um 7 Uhr ist schon 26 °C! Sind um 9 Uhr am Strand. Hier beginnt langsam das geschäftige Leben. Die kleinen Restaurants öffnen. Haben Campingstühle, Bücher und eine Flasche Wasser an den Strand mitgenommen. Baden, lesen und vor allem beobachten wir die Kolumbianer. Diese sind mit Kindern und Hund sowie grosser Kühlbox gefüllt mit Esswaren, Schnaps und viel Bier gekommen. Beobachten einen kleinen Hund, der von einem Mädchen mit Sand zugedeckt, im Meer gebadet und durch den Sand geschleift wird. Der arme Kerl aber lässt sich alles treuherzig gefallen. Gegen Abend genehmigen auch wir uns eine Cola mit Ruhm und ein paar Yucca-Chips. Um vier Uhr nachmittags leert sich der Strand. Die am Mittag angekommenen Ausflugsschiffe sammeln ihre Leute wieder ein und auch die Kolumbianer gehen nach Hause. Um 18.30 Uhr ist stockdunkel.
12.März - Verschiffung buchen?!
Schon früh auf. Ein Kilometer Holperpiste schüttelt uns vollends wach. Mit der wackligen Fähre über den Kanal und dann direkt ins Stadtzentrum von ‚Cartagena‘. Fragen nach dem Weg und es wird uns gesagt, dass wir mit unserem LKW nicht ins Zentrum fahren dürfen. Verweisen uns an eine Tankstelle mit grossem Parkplatz ganz in der Nähe des Stadtteils ‚Manga‘, wo wir hin müssen. Nun mit dem Taxi zum Verschiffungsbüro ‚Enlace Caribe Ltda.‘ zu Mister Luis Ernesto La Rota. Werden nett empfangen. Nach zwei Stunden haben wir die Zusage für die Schiffspassage Cartagena – Panama. Der Camper soll auf ein ‚Flat Rack‘ fixiert werden, welcher auf das Schiff gehisst wird. Abfahrt Ende Woche. Hoffentlich kommt kein Sturm, denn der MAN steht drei Tage ungeschützt auf Deck. Erkunden mit dem Taxi das ‚Hotel Bellavista‘ an der Meeresstrasse Richtung Flughafen. Werden tüchtig über den Tisch gezogen. Bigi fragt schon beim einsteigen ins Taxi, wie viel es kostet. Aber keine Antwort. Am Schluss der Fahrt will er 20‘000! Ist relativ viel. Erfahren später, dass dies der dreifache Preis speziell für uns war! Was soll‘s, hat er eben heute ‚a happy day‘ gehabt. Der Parkplatz des Hotels ist ruhig in einem einigermassen sauberen Hof, sicher und auch nicht so laut. Mit dem Taxi zurück zum MAN und dasselbe lotst uns wieder zum Hotel. Nun erst einmal relaxen, denn es waren ein paar anstrengende Stunden. Spät nachmittags gehen wir in die historische Altstadt, die fast vollständig von einer 15 m dicken Stadtmauer umgeben ist. Das was wir bisher von der Altstadt gesehen haben, begeistert uns. Schöne, alte, farbenfrohe Häuser mit kleinen Holzbalkonen, mit Blumen überwuchert, schmale Gassen und viel Leben. Hier laufen viele grosse Kreuzfahrtschiffe den Hafen an. Tausende vom Schiff kommende Touristen bevölkern die Altstadt. Wir begegnen nur einigen. Kaspar bekommt einen Schreikrampf: 'schau mal diese Männer mit kurzen Hosen und Socken, Frauen mit Hüten!' Von oben auf der Stadtmauer betrachten wir den Sonnenuntergang. Unterwegs zurück zum Hotel essen wir noch in einem Grillrestaurant, sind jedoch die einzigen Gäste.
13.März - Bezahlung und erster Papierkram
Mit Taxi zum Verschiffungsagenten. Bezahlen die Schiffspassage Kolumbien-Panama. Kaspar hat extra 200 Ein-Dollar-Noten mitgenommen. Nun erklärt uns der Agent, dass in Kolumbien Ein-Dollar-Scheine nur als Trinkgeld gehandelt werden und extremen Kursverlust haben. Kaspar ärgert sich und schimpft, hätte man uns ja früher sagen können. Okay, Bigi beruhigt und er holt aus seinem Geldgürtel die notwendigen grösseren Dollarnoten. Dann fahren wir zu Dritt zum Hafen um die Papiere abstempeln zu lassen. Geht eigentlich sehr schnell und reibungslos, wäre nicht die eineinhalb Stunden Wartezeit. Zurück zur Agentur und mit Taxi in die historische Altstadt.
Bummeln durch die schmalen, bunten Gassen, ein Glacé, Espresso trinken an einer gemütlichen Ecke und so weiter. Nachmittags gehen wir zu einem Reisebüro um uns über Flüge nach Panama zu erkundigen. Haben wieder einmal mehr als Glück: zwischen Freitag und Sonntag hat es auf einem Flug (via Bogota) am Samstag 17. März gerade mal noch 3 Sitzplätze! Also letzte Chance! Im MAN packen wir am Abend unsere paar Habseligkeiten für die Tage bis zum 23.März in Panama. Kühlschrank leer essen, abtauen, alles niet- und nagelfest machen, denn morgen früh muss Kaspar den Camper in den Hafen fahren.
14.März - ab in den Hafen
Am Morgen holt Ernesto Kaspar ab und sie fahren hintereinander zum Hafen. Bigi bleibt im Hotel. Im Hafen angekommen wird Warnweste und Helm verteilt. Lange Hosen und geschlossene Schuhe waren bereits vorgeschrieben. Mit dem MAN auf die Waage. Dieselbe zeigt nun voll, mit vollem Wasser- und Dieseltank, 10‘750 kg an. Nun heisst es einfach warten – ihr solltet mal Kaspar sehen, er ist inzwischen ‚die Ruhe in Person‘! Ernesto geht von Schalter zu Schalter und Kaspar muss lediglich unterschreiben. Was er alles unterschrieben hat, kann er nicht nachvollziehen. Den Song kennt ihr ja: ‚es chunnt mir alles spanisch vor….‘. Ernestos Frau ist unterwegs mit einem Franzosen und einem Argentinier, deren Fahrzeuge aus dem Zoll kommen. Wir exportieren nach Panama, sie importieren nach Kolumbien. Nach drei Stunden ist Ernesto mit dem Papierkram fertig. Leider können wir heute den MAN nicht auf den ‚Flat Rack‘ zurren, da kein Platz im Hafen. Also zwangsläufig am Freitag noch einmal hin.
Bigi hat inzwischen das Hotelzimmer mit Klimaanlage bezogen. Eine richtige Bruchbude. Der Deckenventilator läuft nur auf einer Stufe, wackelt bedenklich und windet uns fast aus dem Bett. Mit dem Lärm der Klimaanlage ist nicht an Schlaf zu denken.
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Am Nachmittag schauen wir uns das grosse Fort ‚Castillo San Felipe de Barajas‘ an. Riesige Festungsanlage, aber für eine Besichtigung nachmittags um drei doch etwas gar heiss. Nachher Bummel durch die Altstadt. Auf einem grossen Platz schauen wir karibischen Tänzern zu. Essen eine echt gute Pizza in einer kleinen Kneipe. Wein gibt’s nur in der Miniatur-Flasche (1,87 dl), kostet 12‘000 Kolumbianische Pesos (6 CHF) und wird aus dem Plastikbecher getrunken. Kolumbien hat keine Weinkultur! Wir Weltenbummler können nur schmunzeln.
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15.März - frei, heute nichts zu erledigen!
Sitzen den ganzen Vormittag in der Hotellobby und quatschen mit Friso und Wera. Sie warten auf die Verschiffung des Wohnmobils nach Deutschland. Am späteren Nachmittag fahren wir noch nach ‚little Miami‘. Dies ist die Landzunge mit Wolkenkratzern und Hotels. Auf der Hafenmauer wollen wir den Tag bei einem Drink ausklingen lassen. Wir warten 15 Minuten auf die Karte, 10 Minuten auf die Bestellung und ebenso lange auf den Drink und haben immer noch nichts. Wir schleichen ab durch die Mitte! Der Abend in der beleuchteten Altstadt ist wunderschön. Steuern ein kleines, nettes Restaurant an. Vor dem Restaurant steht ja immer jemand, der die Leute ins Restaurant schleppen soll. Er zeigt uns das ‚Menu de la Noche‘ und zuoberst steht Posta. Okay, hier gibt’s zur Wahl auch Pasta – mmh, aber Kaspar hat leider nicht genau geschaut: Posta! Der Kellner erklärt uns dann am Tisch, dass dies ein ganzer Fisch mit vielen Gräten ist.
16.März - Drogenkontrolle und Festzurren des MAN
Heute verladen wir unseren MAN auf den ‚Flat Rack‘. Kaspar ist schon um halb acht bei Ernesto im Büro. Pünktlich fahren die Zwei zum Hafen, aber ein Motorradunfall produziert einen riesen Stau. Nach kurzer Wartezeit kann Kaspar mit dem bereits sehr schmutzigen Camper zum Zoll und Drogeninspektion fahren. Die Hilfsarbeiter bringen vier Paletten und legen diese schön der Länge nach neben den Camper. Kaspar wird gedeutet, alles vom Camper auf die Paletten zu legen, den Honda herunter zu lassen und die Blache zu entfernen. Wir haben doch so einiges eingepackt. Also dann mal los an die Arbeit. Es ist auch heute wieder sehr heiss und das Shirt ist schnell durchgeschwitzt. Nicht vergessen, in den Hafen kann nur wer lange Hosen, geschlossene Schuhe, Warnweste und Helm trägt. Die Sonne brennt unerbittlich. Endlich kommt eine Polizistin und fängt mit der Inspektion an. Im Innenraum werden alle Kästen geöffnet und stichprobenhaft geprüft. Dabei muss der Kasten vollständig geleert sein. Bei den Bonbons stibitzt sie schon mal eines. Endlich ist im Innenraum alles durchsucht, aber die Kästen müssen noch geöffnet bleiben. Aussen wühlt sie in sämtliche Ersatzteilkisten und sucht nach Drogen. Alle gestapelten Kisten müssen nun geöffnet auf die Paletten gestellt werden. Die Polizistin verschwindet und kommt nach einiger Zeit wieder mit dem Drogenhund. Dieser schnüffelt überall herum und muss auch noch in den Wohnraum. Auch hier wird alles beschnuppert. Sie kann den Drogenhund gerade noch vom Besuch unseres Bettes fernhalten, aber über unsere Sitzpolster speedet er. In die Fahrerkabine will oder kann der Hund nicht hinauf springen. Nun heisst es wieder einpacken. Nach einer Stunde arbeiten und einer halben Stunde Wartezeit kommt ein anderer Polizist und versiegelt alle Klappen und Türen mit speziellen Klebstreifen. Die Fenster sind ihm zu hoch. Die ganze Prozedur dauert bis zum Mittag, aber jetzt ist Mittagspause angesagt. Also zurück zu Ernesto ins Büro und warten. Kaspar verspürt von der Anspannung keinen Hunger und begnügt sich mit einer Cola. Er steht vor Dreck und stinkt nach Schweiss. Zurück im Hafen, während Ernesto den ‚Flat Rack‘ sucht kann er im kühlen Restaurant warten. Nach eineinhalb Stunden kommt er wieder mit positivem Bericht, jedoch etwas genervt. Alles okay, nur leider ist der Auffahrkeil nicht aufzutreiben! Nach einer weiteren Wartezeit können dann Kaspar und auch der gleichzeitig anwesende Franzose in Begleitung der zwei Drogenpolizisten auf den ‚Flat Rack‘ fahren. Nun werden auch noch die Fahrerhaustüren mit dem speziellen Klebeband versiegelt. Dieses Prozedere wurde erst Anfang März eingeführt. Die zwei Verladearbeiter beratschlagen einige Zeit wie sie den MAN sichern wollen. Nun können Ernesto und der todmüde, dreckige Kaspar wieder zurück ins Büro und gleich weiter mit dem Taxi ins Hotel fahren. Bigi hat den ganzen Tag im Hotel gewartet und sich bereits einige Sorgen gemacht, denn es ist inzwischen 18Uhr.
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Zum Abschluss der Südamerikareise gibt’s ein feines Nachtessen in der Altstadt. Heute wünscht sich Kaspar Spaghetti und wir finden ein kleines, feines, echt italienische Restaurant.
17.März - Flug nach Panama
Den Frühstückskaffee holen wir auf der Strasse. Vor dem Hotel macht sich jeweils morgens ein Strassenverkäufer bequem. Er kennt alle Leute. Die Busfahrer halten hier, vielfach für einen Kaffee, eine Zigarette und einen kurzen Schwatz, welcher mit viel Gelächter abgerundet wird. Damit wir das Hotel mit Kreditkarte bezahlen können muss extra die Besitzerin geweckt werden, denn sonst weiss niemand wie dies funktioniert. Mit dem Taxi zum Flughafen und dann beginnt die Wartezeit. Der Flug nach Bogota ist gegen elf Uhr, dann drei Stunden Wartezeit und verspäteter Weiterflug nach Panama City.
Hier werden wir durch die Tochter der hiesigen Zoll-Agentin abgeholt und zum Hotel ,Amador Ocean View‘ auf die Insel ‚Perico‘ gebracht. Die drei Inseln sind mit einem Damm verbunden, der mit dem Aushub des Panamakanals aufgeschüttet wurde. Müssen durch die ganze Stadt fahren aber es ist leider schon dunkel. Seit heute haben wir auf der Kamera (vermutlich zwischen den Linsen) einen schwarzen Punkt – anscheinend war der Kamera der gestrige Tag im Hafen zu viel!
18.März - Sightseeingtour 'Panama City'
Heute ist Sightseeing Tour mit dem roten, offenen Doppelstöckerbus angesagt. Kaufen die Tickets und spazieren einen Kilometer bis zur Haltestelle auf der ‚Isla Flamenco‘.
Schon bei der nächsten Haltestelle steigen wir in der historischen Altstadt aus. Bummeln durch die engen Gassen mit den teilweise schön restaurierten Häusern. Die Altstadt wird vollkommen umgebaut.
Die Häuser sind ausgekernt und nur noch die Aussenmauern, gestützt durch Eisenpfeiler, stehen noch. In fünf Jahren oder so wird diese Altstadt ein touristisches Juwel sein! Am frühen Nachmittag nehmen wir den Bus für die Weiterführung der Tour durch die Neustadt bis zu den ‚Miraflores Schleusen‘ am Panamakanal. Es ist eine gigantische, dreistufige Schleuse. Die riesigen Schiffe passen in Länge und Breite haargenau in die Schleuse. Die Schiffe werden nach dem sogenannten ‚Panama Standard‘ gebaut, was bedeutet ‚genau passend‘. Die Ozeanriesen werden mittels Zahnrad-Loks durch die Schleusen gezogen bzw. gebremst. So zwei bis vier vorne, mitte und auch hinten. Von der Aussichtsplattform hat man eine gute Übersicht auf die ganze Doppelschleuse. Es befindet sich gerade ein riesiges chinesisches Containerschiff in der Schleuse. Imposant, wie das Schiff hier bewegt wird und es langsam aber sicher ein paar Meter tiefer sinkt. Die Schleusen müssen gesamthaft 26 m ausgleichen, obwohl ja eigentlich Pazifik und Atlantik gleich hoch liegen - dazwischen ist eine Landerhöhung, die überwunden werden muss. Das erste Schiff durchquerte den Kanal im Jahre 1914. Das grosse Problem ist, dass zu viel Frischwaser bei jeder Schleusendurchfahrt verloren geht. 2006 hat das Volk von Panama einem neuen Schleusenprojekt für wesentlich grössere Ozeanschiffe zugestimmt. Diese Schleusen sind seit 2010 in Bau und sollen zum hundertjährigen Jubiläum des Kanals im 2014 fertig sein. Das Frischwasserproblem wird dann nicht mehr so gross sein, da nur noch 40 % der Menge verloren gehen. Es wird seitliche Bassins geben, wohin das Frischwasser jeweils zurückgepumpt wird. Auf unserer Tour sind wir an einem futuristischen Einkaufszentrum vorbeigefahren. Hier arbeiten 10‘000 Personen, also etwa gleich viele wie für den Betrieb des Panama Kanals im Einsatz sind. Über das Wochenende sollen jeweils 150‘000 Leute das Shopping Zentrum besuchen! Für uns unvorstellbar. Was da wohl alles eingekauft wird?!
19.März - auf den Camper warten
Bigi checkt die Mails. Wir müssen noch einen Tag länger, also bis Mittwoch hier in Panama City bleiben. In Folge des Feiertages am Montag in Kolumbien verzögert sich der Papierkram. Es braucht viel Papier, viel Geduld und noch viel mehr US$ um den MAN aus dem Zoll auszulösen. Spazieren zum Yachthafen. Bigi hat es der ‚Duty free Shop‘ angetan. Kaufen ein paar Kleinigkeiten und geniessen den Pool im Hotel.
20.März - nochmals warten
Spazieren dem Panamakanal entlang, schauen den Ozeanriesen zu, schreiben Tagebuch und Homepage, baden im Pool. Die Abholung des MAN im Hafen von ‚Colon‘ ist auf morgen Mittwoch angesetzt.
Wir hoffen, dass der Frachter inzwischen eingetroffen ist, der MAN die Reise gut überstanden hat und wir ihn morgen problemlos, klar mit einigen Wartezeiten, aus dem Hafen/Zoll holen können.
21.März - Camper abholen
Beim Frühstück ist Bigi ganz kribbelig. Sie ahmt die Steuerbewegung im MAN nach, aber ohne brumbrum. Tea Kalmbach (Agentin für Zollformalitäten) holt uns pünktlich nach dem Frühstück ab. Die Haftpflichtversicherung (15 US$) hat sie bereits abgeschlossen. Bei der Reederei fragen wir, ob das Schiff angekommen ist und holen uns einen der vielen Stempel, die es für die Auslösung unseres Campers braucht. Dann auf der Autobahn quer durch Panama (fast dem Kanal entlang) nach ‚Colon‘ zum Hafen ‚Cristobal‘. Hier am Zoll fangen die kleinen Probleme an. Wir haben weder Original noch Kopie des Fahrzeugausweises dabei, sondern lediglich den ‚Bill of loading‘. Die Zollbeamtin, welche normalerweise die Formalitäten erledigt, ist nicht anwesend. So macht es eine Lückenbüsserin. Sie ist sehr unsicher und fragt ständig nach. Natürlich braucht dies mehr Zeit als normal. Dann in den Hafen. Hier geht Kaspar mit Tea von Schalter zu Schalter und nochmals zurück und das Gleiche noch ein Mal. Die Verschiffungs- und Zollpapiere bekommen viele verschiedene Stempel. Zwischen 12 und 15.30 Uhr geht dann gar nichts mehr. Anscheinend kann niemand die Hafengebühr für den ‚Flat Rack‘ berechnen. Erst nach längerem hin und her wird allmählich klar, dass noch nicht alle Container vom Schiff abgeladen sind und somit noch nichts freigegeben wird. Langsam aber sicher verliert auch die sonst ruhige Tea die Geduld, denn es ist heiss, schmutzig und äusserst laut. Doch dann sind alle Papiere gestempelt, die Hafengebühr von 190 US$ entrichtet und wir werden zu unserem MAN gefahren. Bevor wir in das Hafengelände hereingelassen werden müssen wir um die Ecke noch Warnwesten kaufen. Das mit den offenen Schuhen ist okay. Ausser dass der MAN vor Staub und Schmutz steht, ist alles in Ordnung. Die Zurrbänder werden gelöst und dann kann Kaspar den MAN vom ‚Flat Rack‘ hinunterfahren. Vor dem Ausgang müssen wir noch durch die Desinfektionsschleuse. Der anwesende Arbeiter sagt uns, dass wir sehr lange warten müssen. Aber mit 20 US$ ist das Problem gelöst und der Innenraum stinkt nachher auch nicht von dem ekligen Zeug. . Endlich können wir aus dem Hafen fahren. Es ist bereits 17.30 Uhr und wir verabschieden uns von Tea. Fahren zur Schleuse ‚Gatun‘ mit den vielen Besucherparkplätzen, aber wir dürfen hier nicht übernachten. Über eine schmale Brücke unterhalb der Schleusentore geht es an den Anfang resp. Ende des Panamakanals nach ‚Sherman‘. Auf einem grossen Parkplatz hinter dem Yachthafen parkieren wird. Die Polizei besucht uns und lässt uns als Touristen gewähren. Wir können Tea nur wärmstens empfehlen, denn ohne sie hätten wir es nicht in einem Tag geschafft! (Email von Tea: teakalmbach@hotmail.com)
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22.März - durch Panama
Die MAN-Scheiben haben eine dringende Reinigung nötig. Zurück zur Schleuse ‚Gatun‘. Wir haben Glück und können die schmale Brücke sofort passieren. Sind heute die ersten Besucher für die Besichtigung. Die Schleuse ‚Gatun ist grösser als die Schleuse ‚Miraflores am anderen Ende des Kanals. Ein riesiges RoRo-Schiff wird in die Schleuse bugsiert. Die Durchfahrt für dieses Schiff kostet über 300‘000 US$. Zurück nach ‚Colon‘.
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In einem etwas schäbigen Einkaufszentrum ergänzen wir unsere Vorräte. Verpassen dank Kaspar die Autobahneinfahrt. Es entsteht ein grösserer Disput zwischen uns. 180 km auf der Panamericana bis zum Strand ‚Santa Clara‘. Auf den ersten Blick ist das Meer ruhig, aber auf den zweiten sehen wir, dass es viele Strudel gibt. Gehen daher erst bei Ebbe und sehr vorsichtig ins Wasser. Amerikaner sprechen uns wegen dem ‚Industrial Camper‘ an und wir schwatzen längere Zeit mit ihnen. Erfahren, dass der Bus in Costa Rica dem Meer entlang fährt und nicht die hüglige Panamericana. Wir disponieren um.
23.März - weiter nach 'Costa Rica'
Früh auf. Ein Bad im Meer und ab Richtung Costa Rica. In der Kleinstadt ‚David‘ lassen wir den MAN waschen und entfernen auch gleich die Rückstände der Kolumbianischen Versiegelung. Die Fahrt bis hier her war hüglig auf guten Strassen. Es wird vor allem Viehzucht betrieben, die Weiden sind jedoch ausgedörrt. Unterwegs am Strassenrand bieten immer wieder Einheimische Papageien zum Kauf an. Wir verzichten, da wir uns über die Qualitäten des Papageis nicht einig sind. Bigi wünscht einen der sagt ‚Kaspar halt d’Schnurre (er hat ja gestern wieder einmal betr. Fahrstiel gemotzt). Kaspar will aber einen der immer wieder schreit ‚Spaghetti, Spaghetti!‘ Bigi bemerkt, dass sie in Panama noch fast nichts gekauft hat. Keine fünf Minuten später kauft sie am Strassenrand einem stummen Indianer ein aus kleinen Perlen gehäkeltes Nateltäschchen ab. Er ist überglücklich über den kleinen Verdienst.
Kurz vor dem Zoll Panama/Costa Rica geraten wir in ein richtig tropisches Gewitter mit Blitz und Donner. Auf der Strasse liegt viel Wasser und wir müssen sehr langsam fahren. Ein Vorzollposten hält uns an und kontrolliert schon mal die Papiere. Wollten eigentlich heute nicht über den Zoll ‚Paso Canoas‘ aber wir sind gut in der Zeit und es hat auch keinen gescheiten Parkplatz für die Nacht. Am Panama Zoll herrscht Chaos, aber die Abfertigung geht dennoch reibungslos. Auf der Seite von Costa Rica sollte man das Fahrzeug desinfizieren lassen. Wir fahren einfach durch. Einreisetempel mit 90 Tag-Visum holen. Die Zollpapiere für MAN und Roller dauern etwas länger. Zuerst auf der anderen Strassenseite die Haftpflichtversicherung abschliessen. Dann alles kopieren lassen – der Kopierladen ist geschlossen, aber freundlicherweise öffnet ein Mann sein Büro und kopiert uns alles gratis – und wieder zurück zum Schalter. Wie überall üblich wird ein Zollpapier erstellt. Ein Zollbeamter besichtigt den Camper. Wir werden nach der Bescheinigung der Desinfektion gefragt. Wir zucken die Achseln. Nach kurzer Diskussion können wir ohne weiterfahren. Inzwischen ist es am Eindunkeln und wir fahren auf den nächsten LKW-Parkplatz.
24.März - in 'Costa Rica'
Im ersten Ort ‚Rio Claro‘ beziehen wir erst mal Geld. Hier in ‚Costa Rica‘ sind dies ‚Colones‘. Der Wechselkurs: etwa 600 Colones = 1 CHF. Weiter auf der ‚Panamericana/Routa 2‘ bis ‚Palmar Norte‘ und dem Strand entlang (Routa 34) via ‚Quespo‘ zum Nationalparkeingang ‚Manuel Antonio‘. Unterwegs sind fahren wir an grossen Palmölplantagen vorbei. Es scheint, dass gerade die Ernte eingefahren wird, denn es sind viele beladene Lastwagen unterwegs.
Hier an diesem Strand waren wir bereits im 2004. Stehen schön im Schatten mit Sicht aufs Meer. Der Wellengang ist hoch und so baden wir nur etwa 30 m im Wasser. Lesen und am Strand spazieren. Auf jeden Fall hat sich Kaspar wieder einmal den Pelz verbrannt. Kapuzineraffen turnen durch die Bäume.
25.März - Strandleben
Sonntag! Aber unsere Ecke am Strand ist ruhig, das Leben pulsiert weiter vorne, wo es Läden, Restaurants und Bars hat. Kurz und bündig: den Tag geniessen bei 28 – 36 °C!
26.März - via 'San José' zum 'Volcan Poas'
Heute ist niemand mehr auf dem Parkplatz. Am Strand sind nur wenige Jogger, die schweisstreibend ihre Runden drehen. Nochmals kurz im Meer baden und dann geht die Fahrt Richtung ‚San José‘, der Hauptstadt von ‚Costa Rica‘. Es wurde eine neue Strasse gebaut, welche noch nicht auf der Strassenkarte eingezeichnet ist. Plötzlich befinden wir uns in ‚San José‘, mitten im Gewühl. Suchen die Strasse Richtung Flughafen und ‚Aleluja‘. Dank Bigi finden wir diese sehr schnell. Nun geht’s bergauf. Fahren an grossen Kaffeeplantagen vorbei und genehmigen uns einen sehr guten Espresso. Gewusst? Kaffee und Kakao gedeiht nur in den wärmsten und regenreichsten Gefilden der Tropen, zwischen 20° nördlicher und 20° südlicher Breite.
Die Erdbeeren sind reif. Mmmh, die Ersten dieses Jahr. Im Nationalpark ‚Volcan Poas‘ angekommen sagt uns das Wächterfräulein, dass es im Moment viele Wolken hat und man nichts vom Vulkan und dem Kratersee sehen kann. Der Park schliesst auch schon in eineinhalb Stunden (15.30 Uhr) und so beschliessen wir den Besuch auf morgen zu verschieben. Haben bei der Bergfahrt einen schönen, ebenen Platz mit Blick übers Tal gesehen. Kaspar schmiert die verschiedenen Schlösser und näht seine Stickers auf das Kissen. Bigi friert und Kaspar schwitzt (28 °C).
27.März - Vulkane
Wunderschönes Wetter. Sind daher bereits um 8 Uhr beim Nationalparkeingang ‚Volcan Poas‘. Kurze Wanderung bis zum unteren Kratersee. Dieser ist schwefelhaltig, dampft ein wenig und stinkt. Aber sehr eindrücklich. Hier wird viel Schweizerdeutsch gesprochen. Zum oberen Kratersee. Hier fotografieren wir uns am selben Ort wie 2004 – dieses Foto wurde für unsere Hochzeitskarte verwendet.
Durch den Regenwald zurück zum Besucherzentrum. Bigi kann den bunten T-Shirts nicht widerstehen und Kaspar ist heute spendabel. Weiter über schlechte Strassen zum noch speienden Vulkan ‚Arenal‘. Suchen das Thermalbad für normale Bürger. Alle Hotelanlagen und Thermalbäder sind schweinisch teuer. Das günstigste Angebot 25 US$ und solche mit Buffetessen bis 100 US$. Bei der Information fragen wir nach einem Thermalbad für die Costa Ricaner.
Nur widerwillig nennt er uns die ‚Hot Springs thermales Los Laureles‘. Neu gebaut und für lediglich 4 US$ Eintritt. Abends gehen wir im Steak House essen. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf den Vulkan Arenal. Natürlich hoffen wir, dass wir in der Nacht die feurigen Lavaströme fliessen sehen. Wir machen eigentlich die gleiche Reise wie schon im 2004.
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28.März - an den Strand
Es hat die ganze Nacht geregnet, keine Chance etwas vom Vulkan zu sehen. Fahren dem Arenal See entlang bis zum Schweizer aus Merlischachen. Wer steht hier dicht gedrängt mit offenen Fenstern; die Camper-Gruppe ‚Sea Bridge‘. Niemand weit und breit zu sehen und so klemmen wir nur zwei Visitenkarten unter die Scheibenwischer von einem Solothurner und einem Bocklet-Camper. Trinken schlechten Kaffee und fahren weiter rund um den See und nachher zum schönen Pazifikstrand ‚Playa Carillo‘. Soll der schönste Strand von Costa Rica sein. Stehen unter hohen Kokospalmen. Ein Costa Ricaner hat sich selbst aus seinem Mercedes ausgeschlossen. War mit dem elektronischen Türschlüssel im Meer baden. Helfen ihm mit einem feinen Kreuzschraubenzieher aus. Er darf ihn dann gerade behalten. Bekommen als Gegengeschenk zwei harte Melonen. Am Ende muss er das hintere Dreieckfenster doch noch einschlagen. Eine Tessinerin aus Airolo kommt mit dem Fahrrad vorbei. Ihr Mann ist frühzeitig pensioniert und sie bauen sich hier ein kleines Haus. Sie aber macht keinen glücklichen Eindruck.
29.März - Playa Tamarindo, für uns speziell !
Eine kleine Strandwanderung, gutes Frühstück und dann Richtung ‚Playa Tamarindo‘. Zurück nach Santa Cruz und dann teils über Schotterpiste zum Beach. Endlich den Ort gefunden, wo Kaspar Bigi im 2004 den Heiratsantrag gemacht hat. In Costa Rica machen sie spezielle Zäune. Sie nehmen einen 10-20 cm dicken, 2 m langen Stamm mit einer oder mehreren kleinen Astgabeln, rammen diese in den Boden und nach einiger Zeit spriesst der Zaun. Sitzen am Strand und lassen uns braten. Der Schweiss fliesst auch im Schatten in Strömen.
Beim Sonnenuntergangs-Apéro kaufen wir bei Strandhändlern wie verrückt Souvenirs. Keramiklicht, Keramikpfeife, Armband und zwei Ketten. Für’s Nachtessen suchen wir das Hotel, wo Kaspars und Bigis Schicksal besiegelt wurde. Finden den schmalen Eingang. Am Eingang steht ein Fräulein, welches uns auf Schweizerdeutsch anspricht. Es stellt sich heraus, dass sie aus dem Nachbardorf Luterbach kommt. Hier im ‚Hotel Jardin del Eden‘ essen wir etwas Gutes und schwelgen in vergangenen Zeiten. Spruch des Tages: Kaspar putzt Bigi die Füsse. ‚‚was ich für dich alles mach und ha di sogar no ghürate.‘
30.März - Zollübergang Costa Rica/Nicaragua
Wie üblich bis morgens um zwei Uhr laute Musik. Wir schmoren im eigenen Saft. Am Morgen dann wieder ein Bad im Meer und Kaffee trinken beim Amerikaner. Über Belen, Liberia an die Grenze Costa Rica/Nicaragua. Acht Kilometer vor der Grenze riesiger LKW-Stau. Wir zählen über 350 LKW, ca. 8 km und dies alles auf unserer Fahrbahn. Wir überholen auf der Gegenfahrbahn. Müssen immer wieder zurücksetzen wegen des Gegenverkehrs. Beim Rückwärtsfahren streift Kaspar bei einem wartenden LKW den Rückspiegel. An der Grenze werden wir von Geldwechslern belagert. Einer davon ist sehr hartnäckig. Er hilft uns beim Grenzübertritt. Hier geht es chaotisch zu. Viele LKW-Fahrer warten schon über eine Woche auf die Abfertigung. Sie liegen in den Hängematten unter den Fahrzeugen. Selbstverständlich sind die fliegenden Händler wieder da. Auf der Nicaragua Seite zuerst die Desinfektion. Bis wir hier alle Polizei und Zoll-Unterschriften zusammen haben dauert es einige Zeit. Bigi stinkt es so herum zu stehen in der brütenden Mittagshitze! Der ganze Zollübertritt dauert etwa 3 Stunden. Können uns also nicht beklagen.
Wir sehen an der Strassenböschung viele Planwagen mit Familien, gezogen von Pferden und Ochsen. Leider wissen wir nicht um was für Leute es sich handelt. Auf jeden Fall sind grosse Transparente an den Wagen angebracht und vermutlich demonstrieren sie. Auf guter Strasse weiter bis nach ‚Granada‘ am grossen Nicaragua See.
In der Altstadt von Granada sind zwei Oster-Prozessionen im Gange, untermalt mit Blechmusik. Stehen im Touristen Park am See. Die Musik dröhnt schon.
31.März - nochmals Glück gehabt!
Heute sparen wir die Dusche auf später, wenn es so richtig heiss ist. Bigi ist es schlecht und sie hat Kopfweh. Mit einer Tablette geht’s bald besser und nach einem kurzen Spaziergang am See können wir losfahren. Normalerweise wird der Boden des MAN vor der Abfahrt gereinigt, aber Bigi meint: ‚hüt putzed mir nöd, hüt händ mir Ferie!‘ Durch trockene Landschaft geht es Richtung Grenze Honduras. Wollen noch im Supermarkt einkaufen, aber der öffnet erst um 9 Uhr. Unterwegs in ‚Esteli‘ kaufen wir an der Strasse Früchte und Gemüse, in einem Laden Eier und Joghurt. Nicht zu vergleichen mit den reichen Ländern Panama und Costa Rica. Hier sind wir wirklich im Armenhaus von Zentralamerika angekommen. An einem kleinen See gibt’s das zweite Frühstück. Es hat eine Art Seerosen. Bigi liebäugelt mit baden. Kaspar sagt keck: ‚hier hat es Krokodile‘. Dies glaubt Bigi jedoch nicht, denn es schwimmen Taucherli herum! Bigi wird von der Polizei gestoppt. Der Polizist fragt, warum sie in der Kurve und dann erst noch über die Sicherheitslinie überholt hat. Na, weil der Andere wie betrunken in der Strasse herumgekurvt ist, warum den sonst! Alle Papiere zeigen, aber nichts zu bemängeln. Nun droht er mit einer Busse und Bigi hat schon auf der Zunge ‚wie viel?‘ Zum Glück hat sie 10 Sekunden gezögert und der Polizist sagt: ‚weiterfahren, aber vorsichtig.‘ Wäre Kaspar gefahren, so hätten wir bestimmt bezahlt! Wir kommen zügig voran und sind schon um 14.30 Uhr am Zoll. In Nicaragua geht es recht schnell, aber auf der Seite von Honduras dauert es lange. Immer wieder anstehen und warten, Dokumente kopieren, Papiere für MAN und Roller ausstellen, wieder über die Strasse und die Einreisestempel im Pass kopieren, Versicherung usw. Ein junger Schlepper (Zollhelfer) zeigt uns alle Tricks, damit es schneller geht. Er verdient sich somit ein paar Dollar zum Leben. Am Zoll kommen wir immer schnell ins Gespräch mit englischsprechenden Leuten. So haben wir schon viel Nützliches erfahren. Diesmal sind es vier Motorradfahrer aus Costa Rica und wir merken, dass wir die gleiche Route fahren. Nur noch ein paar Kilometer, denn es wird bald dunkel. Sehen ein schönes Restaurant und wenden. Hervorragend italienisch gegessen und zum Glück ist es nicht mehr so heiss hier im Bergland.



















































































































