August 2008
1. August - Schweizer Nationalfeiertag
Machen Abstecher von Korgen nach Tverra, dann geht Strasse in Privatstrasse resp. Feldweg über. Wir könnten noch 5 km weiter fahren und dann 2 Stunden zum Gletscher marschieren – wir verzichten darauf – und fahren zurück. In Korgen nehmen wir die 806 nach Hattfilledal. An einem der Sees machen wir Mittagshalt, wo Bigi ein kühles Bad nimmt und die andern zwei genüsslich Siesta machen. Zurück auf die E6, über viele Kurven bis Ner. Hier ist die grösste Lachstreppe Europas – aber wir sind wieder einmal zu spät. Jetzt ist aber höchste Zeit den 1. August zu feiern! Regula hängt die Lampions auf, wir holen alle Schweizer Fan-Artikel hervor und geniessen unser 1.August-Festessen mit Schwizerchrüz-Teigware!
Wieder einmal etwas zumschmunzeln:
K: mini Hose gönd in Chleidersack nach Rumänie.
B: Nei, die schöne chöm mer vo de Lotti inäh lah.
K: ich arme Cheib. Mini Chleider werdet igno und d'Madame gaht go Nöi chaufe!
1. August-Menu in Norwegen
2. August - Lachstreppe
Besichtigen die Lachstreppe. 291 m lang, davon 201 m im Tunnel, 90 m sind sichtbar. Der frühere Wasserfall, heute Kraftwerk, war 35 m hoch. Der grösste hier gefangene Lachs war 31,5 kg schwer und wurde 1924 gefangen. Wir schauen Lachsfischern zu und fotografieren den Fang. Im Aquarium schauen wir uns die Lachse an. Wir haben den Eintritt inkl. Mittagessen gelöst: fangfrischer Lachs mit Kartoffeln und Dillsauce. Kaspars Tagebuchnotiz: sehr fein! (das will was heissen, denn zu Hause ‚fischelt‘ der Fisch anscheinend immer?!). Auf der E6 weiter nach Trondheim (fahren ein kurzes Stück auf der E763, weil es dort eine spezielle Felszeichnung haben soll – aber unser Copilot hat heute versagt und wir verpassen diese). Bummeln durch Trondheim, Kathedrale nur von aussen. Kaspar’s Ausruf beim ersten ‚schönen Haus‘: Hier gibt’s ja Kultur. Und anhand der Leute findet Regula die Stadt ‚international‘. Man kann sehen, die Zivilisation hat uns wieder. Wir sind wieder echt in der Zivilisation. Nachher campen wir 20 km ausserhalb bei Flakk. Morgen um 12.00 Uhr treffen wir Family Röfe Suter in Oppdal.
3. August - Atlantikroute
Kaspar gibt die Order, um 07.30 Uhr Tagwach, damit wir rechtzeitig in Oppdal sind. Da er sich verrechnet hat sind wir eine Stunde zu früh – wir haben uns heute schon geärgert: bei der billigsten Tankstelle haben wir Diesel gefüllt, aber in Oppdal ist der Diesel nun doch einiges billiger. Na ja, Pech gehabt, ansonsten hätten wir CHF 30.- weniger bezahlt. In Oppdal gehen wir noch kurz ins Shoppingzenter. In der Zwischenzeit beginnt es zu strätzen und wir kommen nass zurück zum Camper und machen den Begrüssungskaffee. Family Suter kommt pünktlich und wir sitzen mal eine Stunde bei strätzendem Regen im Camper. Zusammen fahren wir in die Rosenstadt Molde. Hier hat’s wirklich viele blühende Rosen, ansonsten nicht viel los, denn es ist wieder einmal Sonntag. Es regnet immer noch in Strömen und wir fahren dennoch die Atlantikroute – eine Strasse über einige gebogenen Brücken und Inseln. Recht spät campen wir auf einem Rastplatz und hoffen auf schönes Wetter am nächsten Tag. Salat, Gschwelti und Zutaten. 2 Flaschen Spanischer Wein (1994) sowie ein Schnäpsli und Kaffee fliessen durch unsere Kehlen und zur Verdauung besteigen wir einen kleinen Hügel. Bewundern den Sonnenuntergang zwischen den Wolken und werden dabei von Mücken gefressen.
4. August - Trollstiegen
Morgens erwachen wir bei schönem Wetter. Das Warten hat sich gelohnt und wir sehen die Atlantikroute bei Sonnenschein. Foto von der schönen Brücke und dann los über die 64 nach Aldalness und über die spektakulären Trollstiegen: 11 Spitzkehren und sehr schmale und steile Strassen (12%) auf 852 m. Auf der Passhöhe gibt’s Picknick, Kaffe und Fotos. Die Girls wollen auch noch sämtliche Souvenirläden inspizieren, kaufen aber ausser Ansichtskarten nichts. Passvergleich: wie der Furka. Campiert wird heute auf einer Nebenstrasse vor Alesund. Heute machen wir es uns draussen am Wasser gemütlich mit Champagner und Natchos. Nachher gibt’s ein Salätli, Spaghetti und später noch Erdbeeren. Neben uns liegt das Zelt der Girls zum trocknen.
gemütliches Znacht
5. August - Alesund und Geirangerfjord
Es regnet in Strömen – äh, Kaspar hat den Tisch und die Stühle draussen gelassen, daher regnet es! Fahren nach Alesund (norwegische Jugendstilstadt). Natürlich besteigen wir den Aussichtspunkt (500 Stufen), um die berühmte Stadtpanoramafoto zu schiessen. Bummeln in der Stadt und fahren über die Strasse Nr. 60, über Pässe nach Hellesylt. Im Fjord ankern zwei grosse Kreuzfahrtschiffe (MS Europa und Opera). Verladen Camper auf die Fähre nach Geiranger und nun geht’s durch den spektakulären Geirangerfjord an den 7 Schwestern (Wasserfälle) vorbei. Uns kommt das Kreuzfahrtschiff MS Aida entgegen. Schöner Anblick zwischen den steilen Fjordwänden (1500 m). Nun campen wir am Geirangerfjord an vorderster Front am Wasser. Es wird gekocht, geschrieben, gelesen und unser Gästebuch bekommt einen neuen Eintrag von Family Suter
MS Gloorontour war heute im Geirangerfjord !
Im Fjord ankern zwei grosse Kreuzfahrtschiffe (MS Europa und Opera). Verladen Camper auf die Fähre nach Geiranger und nun geht’s durch den spektakulären Geirangerfjord an den 7 Schwestern (Wasserfälle) vorbei. Uns kommt das Kreuzfahrtschiff MS Aida entgegen. Schöner Anblick zwischen den steilen Fjordwänden (1500 m). Nun campen wir am Geirangerfjord an vorderster Front am Wasser. Es wird gekocht, geschrieben, gelesen und unser Gästebuch bekommt einen neuen Eintrag von Family Suter.
6. August - Brinksdalgletscher
Beim Erwachen Sicht auf das in der Nacht im Fjord angekommenen Kreuzfahrtschiff. Es geht weiter über den sehr steilen Geirangerpass und auf der Rückseite geht’s durch diverse lange und dunkle Tunnels talwärts. Auf der Strasse 15 bis Stryn und auf der Nr. 60 weiter nach Olden (auch hier liegt ein grosses mondänes Kreuzfahrtschiff). In ein Seitental (14 km) bis nach Brinksdal, dann 45minütige Wanderung an den Fuss des Brinksdalgletschers – ein Muss für Norwegen-Reisende. Nun Campen wir in der Nähe von Sunde am See mit Blick auf einen der 5 Gletscher. Heute liegt Grillduft in der Luft – mh!
7. August - Passfahrt und Heidelbeeren pflücken
Zurück nach Olden, auf der Strasse Nr. 60 über einen kleinen Pass auf die E39 bis Moskog, dann auf die schmale Nr. 13 über einen schönen und steilen Pass mit vielen Kurven. Am grossen Wasserfall in der Nähe der Passhöhe schallten wir bei strahlenden Sonnenschein eine Pause ein und pflücken reichlich Heidelbeeren für einen Dessert. Von der Passhöhe werfen wir einen Blick auf die auf der anderen Seite runter führende Passstrasse - da können die Trollstiegen einpacken! Kaspar kriegt jede Kurve im ersten Anlauf – Bravo! Kurz vor der Fähre in Droravik übernachten wir auf einem etwas schrägen Parkplatz am längsten (208 km) Fjord ‚Sognefjord‘. Bigi wirft die Küche an: grüner Veltliner, Tomatensuppe, Shrimpssalat und Lachs garniert. Sogar der Toaster funktioniert im Freien einwandfrei (mit Verlängerungskabel). Ein Lob auf die zwei Suter Girls: ausgezeichnete und kreative Salatküche!
8. August - Stabskirche Borgund
Fahren dem Sognefjord entlang an vielen Apfelbäumen, Zwetschgenbäumen, Kirschbäumen, Pfirsiche etc. und machen Halt in Sonndal, um Diesel zu tanken und einzukaufen. Kirschen direkt vom Bauern werden zum Verkauf angeboten: 400 g für 500 NOK (CHF 10.-) (na ja, für diesen Preis können wir in der Schweiz sogar im Winter Kirschen kaufen).Die ‚Städte‘ hier leben wieder ein wenig und sind eigentlich auch modern. Nach zwei kurzen Fährpassagen machen wir Halt in Laerdal, einer alten Stadt mit Häusern aus dem 19. Jh. – ‚Schweizer Jugendstilhäuser‘ gemäss Reiseführer. Bei schönstem Wetter geniessen wir unser Picknick am Wasser und Bigi kann sich nicht halten, sie nimmt ein Bad im Fjord. Weiter nach Borgund. Hier steht eine Stabskirche aus dem Jahr 1180 im Originalzustand. Wir besuchen das informative Museum und dann die Kirche. Dieser Kirchenbaustil wurde ca. 200 Jahre gepflegt bis zur grossen Pestepidemie. Nachher hatte es erst im 16. Jh. wieder gleich viele Leute in Norwegen. Heute gibt es von ca. 1000 Stabskirchen noch deren 28. Weiter ein kurzes Stück auf der E16, dann auf die Nr. 52 über einen Pass (1139 m. ü. M.) auf eine Hochebene bei Eidrehang, wo wir im Regen campieren. Alle warten sehnlichst bis Bigi in die Küche geht und Riz Casimir kocht.
9. August - wechselhaftes Norwegenwetter
Bei strätzendem Regen geniessen wir unser Frühstück im Trockenen. Unser Camper wird von einem Touristen von allen Seiten fotografiert. Weiterfahrt nach Gol. Leider haben wir den sehnlichst erhofften Elch nicht gesehen – nun gibt’s zum Trost Kaffee und Kuchen und wir machen Shoppingtour. Weiter nach Hohnefoss, wo wir ein einem schönen See mit Sandstrand auf dem Camping stehen. Es ist eher schon spät und auch kein Badewetter – das Floss steht schon auf dem Trockenen (die Norweger haben die Sommersaison schon hereingenommen). Wir lassen uns nicht beirren und verbringen einen schönen Abend im Freien. Nach einer geselligen Apérorunde kocht Helene in ihrem Camper Norweger Eintopf (Elchteigwaren mit Tomaten/Fleischbällchen). Sie liebt ihre Camperküche und schlägt sogar das Angebot ab, in unserem zu kochen.Es wird schon wieder um 22.00 Uhr dunkel – ein ungewohntes Feeling!
Frage des Tages von Regula: wisst ihr, welchen Satz ihr am meisten sagt? (Antwort: weisch no ……..). Sie hat recht. Wir haben schon so viel gesehen und erlebt und so kommt es öfters vor, dass wir vergleichen.
10. August - ein regnerischer Tag
Auf dem Weg zum Osloer Flughafen stossen wir zufällig auf das Hadeland Glasswerk: eine Ansammlung von alten Häusern mit verschiedenen Läden wie Glaskunstgeschäft, Fabrikladen, Honig-Nussladen, Krämerladen, Babyladen, Kinderzoo, Christmasshop sowie Bäckerei. Da wird jeder schwach: Hefeschnecke mit Zimt/Zucker. Um 15.00 Uhr liefern wir Regula am Flughafen ab und fahren quer durch Oslo nach Drammen. Hier sind wir zusammen mit Rolf und Familie beim Präsidenten der EBM, Arild Harvik eingeladen (er logiert bei EBM-Sitzungen in Bülach seit Jahren bei Suters in Hochfelden). Norwegische Kultur: Middag wird zwischen 16.00 und 17.00 Uhr gegessen. Zum Glück haben uns Suters vorgewarnt, denn ohne Hunger wäre es echt schade gewesen: Shrimps, Lach, Fisch, Kartoffelgratin, Speckquiche und typischer Apfeldessert (mit Resten vom Christmascake).
Wir haben sehr interessante Gespräche über die Baptisten, Norwegen, Kultur, Leute und Geschichte – besser als 10 Lektionen Geschichte oder Englisch für die Girls – oder Nachhilfeunterricht für uns. Um 21.00 Uhr verabschieden wir uns auch von Rolf, Helene, Tabea und Annina (ihre Ferien gehen zu Ende). Wir fahren wieder 1,5 Std. zurück zum Flughafen, wo wir Kaspar’s Schwester Brigitte abholen. Hundemüde fahren wir bei starkem Regen 20 km Richtung Oslo, wo wir neben einer Autobahnraststätte übernachten.
11. August - Oslo
Wir machen einen Städtehalt in Oslo und parkieren vor der neuen Oper (im April 2008 eröffnet). Alles aus weissem Marmor, Glas und innen auch Holz. Schieflage bis unter Waser. Der Marmor blendet und was super ist, man kann überall auf dem Dach herum gehen und durch die Schieflage bekommt man ein wenig das Gefühl von ‚seekrank‘. Bummel durch Oslo und am Hafen essen wir in einem schönen Restaurant Muscheln und Shrimpssandwich. Weiterfahrt über Drammen nach Konigsberg (Ski- und Wandergebiet).
Beim ins Bett kriechen ist Kaspar in den Sinn gekommen, dass wir nun 4 Monate unterwegs sind. Seine spontane Aussage: 'mit Dir reise ich weiter!' (wir haben vergessen Zwischenbilanz zu ziehen, denn mit Besuch ist immer etwas los. Zuerst Regula, dann Röfe und Family und nun Kaspars Schwester Brigitte)
12. August - Silberbergwerk Konigsberg
Besuch des Silberbergwerks Solvgruvene 8 km ausserhalb von Konigsberg. Mit der Grubenbahn (Hundehüttenwagen) fahren resp. rattern wir mit viel Lärm (Gehörschutzpfropfen werden gratis abgegeben) 2,5 km in den Berg. Auf touristisch gut ausgebauter Besichtigungstour laufen wir und steigen wir durch Gänge und bewundern die Leute, die hier 330 Jahre lang (bis 1956) Silber abgebaut haben. Ebenso sehen wir den wohl ersten Treppenlift in einem Pumpenschacht. Die Schächte reichen bis auf eine Tiefe von 1300 m und es wurde im Laufe der Zeit ca.1,3 Mio. Tonnen Silber gewonnen.
Stabskirche Heddal
Weiterfahrt nach Heddal. Hier ist die grösste Stabskirche Norwegenes, jedoch leider nur noch 25 % der Bausubstanz original. Trotzdem eine bemerkenswerte Kirche. Nebenan besuchen wir noch ein kleines Freilichtmuseum (7 Gebäude) und wir hören interessante Erklärungen eines Führers. Über die Nr.45 bis Amot, dann die Nr. 38 bis Dalen. Dalen liegt in einem Flusstal und auch hier sollte eine Stabskirche stehen. Diese finden wir nicht und übernachten mitten im Dorf auf einem Parkplatz – sogar ruhig!
13. August - hier wird nicht gemeckert !
Es regnet aus allen Kübeln. Fahren von Dalen die Nr. 45 nach Valle, bei Nomeland auf einer unnummerierten Strasse. Sie ist auch sehr schmal und steil und wir werden beide wieder einmal fahrtechnisch gefordert, denn die entgegenkommenden Lastwagen sind meistens zu schnell unterwegs. Weiter über steile, sehr steile und schmale Strassen über grosse Hochebenen, durch sogenannte Skiorte (d.h. mit wenigen kleinen Häuschen und weit und breit kein Supermarkt zu sehen) nach Svartevatu. Dann wieder auf die 45 und 39 nach Stavanger. Während wir durch die schöne Altstadt bummeln erlaubt sich ein Polizist uns einen Parkbusse unter den Scheibenwischer zu klemmen (NOK 500.- = CHF 100.- evt. so teuer weil wir mehr als ein Parkplatz benutzt haben?). Wir sind gespannt, ob wir bei unserer Rückkehr in der Schweiz einen Einschreibebrief aus Norwegen vorfinden werden?! Bigi telefoniert noch nach Hause um ihrer Mutter zum Geburtstag zu gratulieren. Da inzwischen recht schönes Wetter geworden ist und die Vorhersage für morgen auch schön ist, beschliessen wir noch ein wenig weiter zu fahren um morgen rechtzeitig am Startpunkt für die Wanderung zum Prekestolen zu sein. An einem kleinen See bei einigen Campern gesellen wir uns dazu. Ah so genial, wir können wieder einmal die Stühle herausholen und geniessen einen Schweizer Weissen zum Apéro in der Abendsonne.
14. August - Preikestolen
Campingstühle und Tisch sind draussen, also regnet es in Strömen – so ist das Leben. Fahren zum Preikestolen, wo hunderte von Wanderern den Weg unter die Füsse nehmen. Kaspar würde diesen Berg ganz anders vermarkten: Jeder Wanderer bezahlt NOK 100.- Eintritt, denn dies ist anscheinende ein MUSS für Norwegenreisende und selbst kleine Kinder müssen hier rauf. Bei nur 15 Grad ist der 2-stündige Aufstieg anstrengend, denn es ist kein richtiger ‚Schweizer‘ Wanderweg, man muss über Steine und Fels steigen. Das Highlight ist die sogenannte Predigtkanzel, die 600 m senkrecht in den Fjord stürzt. Oben angekommen schiessen wir das weltbekannte Gipfelfoto ……. und sogleich setzt Regen ein. Stehende geniessen wir ein richtiges Gipfelpicknick mit Migros Büchsenfleischkäse, Tomy Senf und Krackers. Mmmh, und no ä chli Schwiezer Schoggi! Mit Nebel wird’s ungemütlich und wir beschliessen schon bald wieder talwärts zu steigen.
Kaspar will nochmals schnell ein Foto von mir machen. Ich sehe ihn nicht, höre ihn nur sagen: ‚Fraueli, nöd zwiet use, ich bruch dich no.‘
Gestärkt durch unser Picknick überholen wir viele erschöpfte Wanderer und sind in Kürze pflotsch nass. So geht’s 2 Stunden über glitschige Steine zurück ins Tal. Brigitte hat die 5 Stunden unten auf uns gewartet. Wir wechseln die nassen Klamotten und fahren dann weiter über die Nr. 13 nach Nesvik, setzen mit der Fähre über und campen in Lorraeid am Wasser. Bigi wundert sich, dass Kaspar für 15 Minuten Abendsonne die Stühle und den Tisch herausholt. Ist im Fall keine Gentleman Action: es ist um die Stühle zu trocknen!
Und so sieht es bei schönem Wetter aus - Foto von Rolf Suter am 6.8.2008
15. Agust - Peppes Pizza
Endlich wieder einmal anständiges Wetter! Heute fahren wir zur Abwechslung wieder einmal entlang des Fjord, schmale kurvige Strassen und viele Tunnels. Kaspars Kommentar in einem langen dunklen Tunnel: Ä Geischterbahn isch en Dräck degege! Man sieht wirklich fast nichts. Wir folgen der Nr. 13 bis nach Voss, dabei überqueren wir mittels Fähre (Brimmes – Bruravik) einen Seitenarm des Hardangerfjord. Hier ist die Fruchtkammer von Nordwegen. 40% der Früchte werden in dieser Region angebaut (Äpfel, Pflaumen, Kirschen). An der Strasse werden überall Pflaumen angeboten: ½ kg für 5 Franken und gratis dazu ein paar Wespen – wir verzichten. Mittagshalt machen wir in Odda, einem Ski- und Wandergebiet. Vom Parkplatz aus sieht Kaspar schon Peppes Pizza und schleckt sich das Maul. Brigitte will uns einladen, doch beim Lesen der Speisekarte macht er beinahe den Rückschritt: eine grosse Pizza kostet CHF 45.- ! ‚Nei, das muess ich nöd ha!‘. (wir wussten nicht, dass eine grosse Pizza gut für 3 Leute reicht). Wir gehen trotzdem rein und essen Buffet: für rund CHF 20.- gibt’s Salat und Pizzastücke ‚so viel man will‘. Wir schlagen unsere Mägen voll und essen den Rest des Tages nichts mehr. Unterwegs schauen wir noch den Fischern beim Netze einziehen zu.
16. August - Bahnfahrt Voss-Myrdal-Flam
Um 07.00 Uhr klingelt der Wecker und wir müssen uns sputen, damit wir den Zug erwischen. Kaufen in Voss die Tickets (ca. CHF 100.- pro Pers.) und sind gespannt. Zuerst geht’s auf der Hauptlinie Bergen-Oslo bis nach Myrdal – 860 m. ü. M. und laut Prospekt Hochgebirgsbahnhof. Hier müssen wir nur das Perron wechseln und schon geht’s mit der Flam-Bahn ins Tal runter bis an den Fjord. 20 km Bergstrecke. Auf der obersten 6 km über 20 Tunnels, z. T. Kehrtunnels, wunderschöne Zugstrecke mit Stopp an einem grossen schönen Wasserfall mit Musik und Tanz. In Flam kurzer Bummel und nach 20 Minuten Rückfahrt via Myrdal nach Voss, wo wir um 14.00 Uhr ankommen. Brigitte packt für die Rückreise und Bigi fährt uns sicher nach Bergen.
Wir suchen für Brigitte das Radisson Hotel – dies führt uns quer durchs Zentrum und kein Parkplatz für uns in Sicht. Kaspar lotst zurück quer durchs Zentrum – über den Hauptplatz, wo nur Linienbusse und Taxis erlaubt sind. Keiner stört sich, keiner hupt – wäre diese Toleranz in der Schweiz auch da?! Am Fährhafen finden keinen Parkplatz, werden beim Fischhändler weggejagt und parkieren zuletzt hinter den Gebäuden auf einen ABB-Parkplatz, denn die arbeiten ja am Wochenende nicht (ansonsten würde Bigi die ABB-Fäden in der Schweiz spannen wenn nötig). Zu Fuss geht’s zum Radisson, wo Brigitte den Koffer ins Zimmer bringt und Bigi die Homepage auflädt. So, nun ist endgültig Feierabend/Wochenende angesagt: Bummel am Hafen über den Fischmarkt, wo Brigitte noch Kaviar einkauft (auch für uns). Apéro in der Abendsonne und wir nehmen auch gerne die Einladung zum Abendessen an. Das Restaurant Enhjorningen ist ein Besuch wert – alles ist schief, auch die Bilder sind schräg aufgehängt. Wir essen alle das Trio vom Fisch, welches eine Augen- und Gaumenweide ist. Brigitte bestellt sogar Supplement (von neuen Kartoffeln), denn sie hat die Reise mit uns genossen und freut sich jetzt schon auf das nächste Mal! Kaspar stimmt sich mit Irish Coffee auf England ein. Noch schnell packen für die Fähre, damit wir auch kulinarisch versorgt sind und ab ins Bett.
18. August - in Grossbritannien
In Newcastle angekommen müssen wir warten, bis alle Fahrzeug ausgeladen sind und können dann rückwärts die Fähre verlassen. Beim Zoll bringt Bigi zu Fuss die ID-Karten. Kaspar muss auch aussteigen, denn der Zöllner kann sein Face nicht sehen. Kaspar muss sich mächtig konzentrieren – Linksverkehr! An der nächsten Tourist-Info machen wir Halt. Diese ist in einem Outlet-Zenter untergebracht, wo wir infolge des schlechten Wetters in einen Kaufrausch fallen (neue Outdoor-Jacke für Kaspar sowie Reistasche mit Rollen). Bigi sagt, es sei alles günstig. Nun weiter Richtung Edinburgh. In Alnwick machen wir Station, da es hier ein schönes Castle geben soll. Am Strassenrand campieren wir (verboten in UK, jedoch mit Wireless-Internet). Da unser Kühlschrank ziemlich leer ist geht’s los in den Supermarkt. Wau, wie im Schlaraffenland, denn gegenüber Norwegen ist hier alles billig. Wir schleppen unsere Einkäufe zum Camper: Schnittsalat, feine Tomätli, Avocados, Radisli, Aepfel, Birnen, Kiwi, Quiche, Brot, Steak, Guetzli und 2 Flaschen Rotwein.
17. August - mit der Fähre von Bergen/NO nach Newc
Gut und ruhig geschlafen und um den Häuserblock kurven zum Einchecken auf die Fähre. Die telefonische Buchung von gestern hat geklappt und nach kurzer Wartezeit sind wir schon auf der Fähre. Bezug der Holzklassen Kabine (Innenkabine) und Hinauf auf Deck einen Liegestuhl ergattern und frühstücken. Das Wetter ist grandios und zu unserem Erstaunen geht’s noch lange durch die Norwegische Schärenküste: von Bergen durch den Fjord nach Haugesund und weiter nach Stavanger, wo wir dann gegen Abend auf’s offene Meer hinaus stechen. Kaspar ist von den Reisetabletten pläm-pläm und wir liegen schon früh in unseren Betten.
19. August - Bamburgh
Gehen ins Städtchen bummeln. Wir sind heute früh dran und so können wir können wir das Schloss vom Park aus anschauen. Kaufen für Kaspar 3 T-Shirts im Golf-Shop und bei Thomas Cook bucht Bigi den Flug für die EK-Sitzung anfangs September in Berlin. Da wir auf die Bestätigung im Reisebüro warten müssen verbringen wir die Wartezeit in einem alt ehrwürdigen Coiffeurgeschäft. Kaspar bekommt einen real Englisch Haarschnitt – man sieht keinen Wasseranschluss im Salon und das Haar wird mit einem Wasserzerstäuber bespritzt - zum Seniorenpreis (CHF 15.-). Weiterfahrt über schmale Strassen nach Bamburgh, wo wir das imposante grosse Castle besichtigen. Das Schloss gehört einem Lord Armstrong, anscheinend einer Industriefamilie, welche von Schiffen über Flugzeuge zu Kanonen alles anfertigte, was im Krieg benötigt wurde. Die Firma existiert heute nicht mehr. Auch das Dorf Bamburgh lohnt ein Besuch: einige schnucke englische Boutiquen, Pubs und Restaurants. Weiter auf der A1 zum Teil der Küste entlang über Berwick (letzte Stadt in England) nach Schottland, was überall gross angekündigt wird (dass es hier kein Zoll gibt ist grad mal ein Wunder). Heute Nachmittag war zum ersten Mal schönes Wetter aber schon steigt Nebel vom Meer auf - wunderbare Stimmung über der Countryside - suchen einen Übernachtungsplatz. Oh weh, die korrekten Engländer zäunen ihr Land korrekt ein und uns bleibt nichts anderes übrig als den Camping Thorntonloch aufzusuchen. Wir erkundigen uns, was den nebenan für eine Fabrik steht: Powerstation, was sich als Atomkraftwerk entpuppt. Obwohl es schon spät ist wird gleich noch eine Waschmaschine und anschliessend Tumbler gefüllt.
20. August - Fliegermuseum Whiskybrennerei
Es schifft, genau richtig für ein Museumsbesuch: National Flight Museum of Scotland – wir wissen jedoch noch nicht, dass dies auch viel draussen ist. Wir buchen gleich einen ‚Boarding Pass‘ für die Concorde, denn hier steht im Hangar 1 eine Concorde, welche mit Audio Guide besichtigt werden kann. Das war wirklich ein Flugzeug! In den 60-er Jahren konstruiert und bis 2002 geflogen. Hier auf dem 2.Weltkrieg-Flughafen wird in vers. Hangars Flugzeuge gesammelt und restauriert. Grossartig, was man hier alles sehen kann. Gegen die feuchte Kälte doppen wir uns im Restaurant mit Karottensuppe mit Koriander und frischen Brötchen. Ca. 20 Milen weiter in die ‚Glenkinchie Distillery‘, einer wunderschönen Whisky-Brennerei auf dem Lande, wo wir an einer interessanten Führung mit anschliessender Degustation teilnehmen (hier in UK ist 0,8 Promille). Gewusst? Whisky entfaltet das Aroma durch Zugabe von einem ganz kleinen Schluck kaltem Wasser erst richtig. Kein Eis, dies zerstört den Geschmack. Nun fahren wir nach Edinburgh zum Camping. Hier werden wir abgelehnt, was uns nach einer einstündigen Fahrt über den Kreisverkehr im Feierabendverkehr nicht ganz passt. Zu gross!? Kaspar schaut sich selber nach einem Standplatz für uns um und geht nochmals an die Rezeption. ‚To big!‘ Was er quittiert mit: ‚that’s very kind from you.‘ (wirklich sehr nett von ihnen). War heute wohl nichts mit früher Ankunft und uns bleibt nichts anderes übrig, als die gleiche Strecke zurück rund um Edinburgh bis zum anderen Camping. Diesmal haben wir Glück und können trotz kleinen Überschwemmungen auf dem Platz bleiben.
21. August - Edinburgh und Tattoo
Kurzer Fussmarsch zur Busstation und ins City Centre, an die belebte Prince Street. Im Park stimmen einige Musiker einer Brass Band ihre Instrumente und geben auch gleich eine Kostprobe. Wir gehen ins Tattoo-Ticketoffice und erkundigen uns nach 2 Karten für heute Abend. Aber schon lange ausverkauft und für heute keine Annullationen. In die Altstadt, Besuch der Kathedrale (Lunchkonzert ist abgesagt wegen des Festivals) und zum Schloss. Hier verkauft eine Reiseleiterin Karten für das heutige Tattoo – da wir zu wenig Englische Pfund in der Tasche haben gehen die Tickets vor unserer Nase weg. Es wäre zu schön gewesen um wahr zu sein! Enttäuscht gehen wir in einen Pub: Eine Portion Yorkshire Pudding zu Zweit – Teigkorb gefüllt mit Kartoffelstock, 2 Würsten und Sauce und dazu ein Glas Rotwein. Wir geniessen die Altstadt, denn durch das Festival sind uh viele Leute auf den Strassen und an jeder Ecke stehen Musiker, Strassenkünstler etc. Besuchen ‚Mary Kings’s Close‘. Dies ist die heute unterirdische Stadt aus dem 17. Jahrhundert. Einfach schön, im Heute zu leben und nicht damals (z.B. wurden die Toilettenbehälter jeweils um 07.00 und 22.00 Uhr durch die Fenster auf die Strassen entleert). Inzwischen ist sogar schönes Wetter geworden und wir geben nicht auf, für heute Abend Karten für’s Tattoo zu kaufen. Tatsächlich erblicken wir einen Strassenverkäufer, der Karten für 25.- Pfund für 21.00 Uhr anbietet – wir schlagen sofort zu! Die Wartezeit verbringen wir in einem Pub und kommen ins Gespräch mit 3 Einheimischen, die uns auch Tips für unsere Tour geben. Sie verabschieden sich von uns mit ‚the show tonight must be lovely‘ - was soviel heisst wie: bei diesem Wetter ein wunderbares Erlebnis. Wir strömen in der Menschenmenge zum Castle (jeden Abend ca. 10‘000 Besucher, heute auch der Norwegische König im Rolls Royse chauffiert). Wir sitzen (auf der offenen Tribüne) keine 5 Minuten und es beginnt zu tröpfeln ……… der Regen wird immer heftiger und es gibt keine regenfreie Minute bis zum Ende der 90minütigen Show.Nicht bewegen, sonst geht ein weiteres Rinnsal von Regentropfen unter die Kleider. Ein grossartiges Erlebnis, die Show mit den internationalen Musikern. In der Schweiz würde die Veranstaltung mit solchen Regenwolken abgesagt. Aber real Scottisch – keine Show wird abgebrochen! Aber wirklich tropfnass suchen wir nachher ein Taxi, jedoch ohne Erfolg. Wir eilen in die Neustadt runter und finden mit Glück die richtige Busstation und schon nach wenigen Minuten sitzen wir im Bus ‚nach Hause‘. Um Mitternacht wärmen wir uns im Camper auf mit Flädlisuppe und Whisky. Zum Dessert gibt’s Citteriosalami.
Tattoo - das Schloss als wunderschöne Kulisse
Real Scottisch - keine Show wird abgebrochen !
22. August - The Falkirk Wheel
Wir schlafen aus und die Sonne scheint uns im Bett schon ins Gesicht. Wir hängen die Kleider nach draussen, aber schon 2 Stunden später regnet es wieder. Bigi arbeitet noch einige Zeit an der Homepage bevor wir los fahren. Campingplätze in England haben noch viele Zelte. Der Unterschied zum Festland ist frappant: fast keine Camper und wenn, dann Alte. Fahren nach Falkirk und besichtigen ‚the Falkirk Wheel‘, ein Schiffshebewerk, welches kleine Schiffe 35 m hoch in den nächsten Kanal hebt. 5 Schleusen werden dadurch überflüssig.
Zwischen Edinburgh und Glasgow bestand im 17./18. Jh. ein reger Kanal-Schiffsverkehr, aber als die Bahn kam war der Niedergang programmiert. Die Kanäle verfielen und 1960 startete eine Rekonstruktion für den Tourismus und fand ihren Höhepunkt im Jahre 2002 mit diesem Hebewerk. Wir besuchen das Werk mittels Audioguide, Fotos können wir keine schiessen, da die Kamera den gestrigen Regen anscheinend nicht überstanden hat (Wasserschaden). Wir fahren in die Stadt Falkirk um einzukaufen und zum Spezialpreis auch eine neue Kamera zu erstehen (gleiches Model wie vor dem Diebstahl). Campiert wird neben dem Hebewerk, da wir am nächsten Tag fotografieren wollen. Zurück beim Camper, oh welch ein Wunder, die alte Kamera funktioniert wieder!
23. August - Glenshee Ski Area
Heute gibt’s zur Abwechslung wieder einmal 1 Stunde Morgen-Walking und nach dem Frühstück fotografiert Kaspar das Falkirk Wheel von allen Seiten. Das Fotoapparat-Wunder hat nicht stattgefunden und Kaspar ist happy mit dem neuen Fotoapparat! In der Nacht war anscheinend schönes Wetter, welches bis zum Mittag anhält und reicht, um die immer noch nassen Klamotten einigermassen zu trocknen. Nachher wieder bedeckt, aber trocken - wir sind im Moment mit wenig zufrieden! Weiterfahrt nach Perth und auf schmalen, schmälsten Landstrassen (5,5 m breit) – unser Camper ist 2,55 m – zum Glück gibt’s nicht so viel Verkehr! Nun campen wir bei starkem Wind – mussten Camper in den Wind stellen, damit wir nicht seekrank werden – in Glenshee Ski Area. 665 m. ü. M., 5 Skilifte und uralte Sessellifte (z.T. mit einem Sessel) bringen die Leute auf 1068 m. Das Skizentrum hat ein Restaurant und zwei Sportgeschäfte (geschlossen). Eine Tageskarte kosten 24 Pfund (CHF 48.-). Typisch Englisch: die Skipisten sind eingezäunt ‚aus Sicherheitsgründen‘, dass ja keiner über einen Stein fährt oder über den Hag frisst?! Die Skilifte verlaufen ja alle parallel zueinander.
24. August - The Royal Family
Wie wahr ist doch der heutige Spruch in der Losung: ‚Die Such nach Gott ist die Suche nach dem Leben. Die Suche nach dem Leben ist die Suche nach der Liebe. Die Suche nach der Liebe ist die Suche nach Christus. Wer Christus sucht, findet in ihm seinen Gott, sein Leben und seine Liebe.‘
Fahrt zum Castle Balamore, dem Sommersitz der Queen. Das Schloss ist für das Publikum geschossen, da die Queen zur Zeit hier weilt. Welch ein Glück: die Queen mit Ehemann, Prinz Charles und Camilla sind zum Gottesdienst in der nahen öffentlichen Kirche. Wir warten 30 Minuten, dann kommt die Queen (pink Hut!) mit Ehemann im Rolls Royce, Charles und Camilla im Audi und natürlich einige Body Guards. Kaspar hat alles gefilmt. Weiter ins Whisky Valley, wo viele Distillerien beheimatet sind. Wir besuchen die Brennerei ‚Glenlivet‘ und probieren Whiskys mit verschiedenen Jahrgängen. Über dem Gelände weht die französische Flagge, da die Firma von ‚Pernod Richard‘ im 2002 übernommen wurde. Weiter vorbei an vielen lila Weidefläche (hier sind ganze Landstriche mit Erika überwuchert), kleinen Dörfern und schönen Hotels nach Lossiemouth ans Meer. Kaspar muss noch durch die Sanddünen wandern. Dann geniessen wir im Restaurant ‚1629‘ Seaafood und Fisch. Ausgezeichnet! Wir stehen am Hafen und hoffen auf eine ruhige Nacht, denn letzte Nacht in den Bergen war stürmischer Wind und wir haben nicht so gut geschlafen. Den Sommer 2008 haben wir ausgelassen, aber dafür werden wir durch viele andere Eindrücke entschädigt.
Queen hinten rechts mit Pink Hut !
Camilla winkt vorne links
25. August - Dallas Dhu Hystorical Distillery
Früh morgens ist schon wieder stürmisch und der Camper schaukelt schön im Wind. Was soll man denn bei diesem Wetter in Schottland machen? Wir besuchen eine weitere Whisky Distillery, die historische Dallas Dhu Brennerei nähe Forress. Wir entwickeln uns zu Whisky-Liebhabern und auch das Fahren auf der linken Seite fällt wesentlich leichter. In der Nähe vom Fort Georg begeben wir uns auf einen Delphin-Viewpoint. Aber vermutlich ist es den Delphinen heute auch zu ungemütlich und sie bleiben unter Wasser. Zwischenstopp in Inverness, eine kleine recht schöne Industriestadt. Wir fahren weiter entlang dem Loch Ness zum Drumnadrochit Hotel. Besuchen das Visitorcenter. Die Story über Nessie hat im Jahre 1933 begonnen. Typisch Englisch, man unternahm alles, um das Ungeheuer zu finden, von Unterwasserkameras bis Echolot wurde alles mobilisiert. Natürlich negativ. Auch Kaspar hat sich ein 'Happy Ness' Tierchen gekauft – also Loch Ness eine wahre Geld-Goldgrube. Wieder einmal übernachten wir vor einem Schild ‚no overnight parking‘.
26. August - Loch Ness Ungeheuer
Haben trotz Verbotsschild gut geschlafen. Auffüllen von Wassertank und Hompage. Am Loch Ness schiessen wir nun unser Foto mit ‚Happy Ness‘ – ja, wir sind auch glücklich und das Wetter macht uns ‚mega Spass‘: Regen, Wind, Nebel und ab und zu mal als Surprise kurz Sonne, so richtig scottisch!
Fahren zurück nach Inverness und erwischen wieder einmal zur Abwechslung die falsche Strasse 862. Kaspar schaut immer wieder auf die Karte: ‚ha kei Ahnig, wo mir sind.‘ 20 Meilen später stossen wir auf die E9, die direkt von Inverness kommt. Aha, das Geheimnis hat sich gelüftet. An der Küste sieht Kaspar Tiere und will mir dies erklären: ,weiss nicht wie sie heissen, die mit der Nase balancieren können.‘ Seales (Robben/Seehunde). Tatsächlich liegen die einfach am Strand, man sieht sie jedoch kaum, denn es könnten genau so gut grosse Steine sein.
26. August - Falknerin beim Dunrobin Castle
Etwas weiter schauen wir uns das Dunrobin Castle von aussen an (fast alle Schlösser sind gleich). Durch Zufall können wir einer Falknerin mit ihrem Falken bei der Dressur zuschauen. Wir kommen hatunah mit dem Falken in Kontakt. Anscheinend war er verletzt und kann nicht mehr auf die Jagd fliegen und ist froh, dass er Futter von Menschenhand bekommt. Abends logieren wir in Brora am Strand und nutzen das trockene Wetter für einen Spaziergang am Strand. Unser Tagesrhythmus hat sich geändert: um 18.00 Uhr sind wir wenn möglich am Nachtplatz und um 21.00 Uhr ist stock dunkel und wir sind morgens wieder früher unterwegs. Übrigens haben wir heute nochmals eine Whisky-Distillery ‚The Glenmorangie‘ angeschaut (Tip von Volker Bohle). Im Degustationsraum kommen wir ins Gespräch mit einem Tennislehrer, der ‚unseren‘ Roger Federer gut kennt.
27. August - Duncastby und Robben Kolonie
Etwas Regen, aber es hellt bald auf. Machen einen ausgedehnten Spaziergang am Sandstrand und Bigi kann es nicht lassen ……. einfach herrliches Sommergefühl …... als Handtuch dient das T-Shirt. Fahren an den nördlichsten Punkt von Schottland nach John O’Groats. Hier Wanderung zu den ‚Stacks of time‘, zwei Felsen, die wie Pyramiden vor den Klippen stehen.
Hier sehen wir eine ganze Kolonie Robben (mind. 100). Lustig, den Tieren zuzuschauen. Liegen auf einem grossen Stein, tauchen oder halte den Kopf über Wasser und sünneled. Es windet leider sehr stark und wir beschliessen schweren Herzens weiterzufahren Richtung Mey Castle. Finden keinen guten Schlafplatz und fragen daher beim 'Castle Arms Hotel', ob wir auf dem grossen Parkplatz übernachten dürfen. Daher gehen wir dort essen. An der Bar probieren noch div. Malt Whiskys und kommen ins Gespräch mit dem Inhaber und den Gästen. Tut gut wieder einmal unter Leuten zu sein!
28. August - Castle of Mey (Queen Mum)
Gut geschlafen, wurden durch die ‚Castle Arms‘ beschützt. Wandern zum ‚Castle of Mey‘ – hier wohnte die Queens Mother – und besichtigen dies. Werden durch ihr Hauspersonal, welche heute in den einzelnen Zimmern Erklärungen abgeben, über die kleinen Spässe der Königsmutter aufgeklärt. Anscheinend war sie eine sehr fröhliche Frau, z.B. ist ein kleines Plüsch Loch Ness Ungeheuer im Empfangszimmer über einem Gobelin platziert, was die Besucher sehr erstaunte. Besuchen auch den wunderschönen Gemüse- und Blumengarten, welcher sich wegen des Windes hinter Mauern befindet. Die Queen Mum war eigentlich eine sparsame Frau (Kühlschrank aus dem Jahre 1952 wurde nicht ersetzt, da er ja noch funktionierte), hatte aber immer ein wenig Geldprobleme, auch liebte sie Gin über alles. Im Castle Restaurant genehmigen wir gegen feuchte Kälte ‚High Tea‘ – Scornes mit Marmelade und Doppelrahm. Marschieren gestärkt zurück zum Camper und fahren über schmale Berg- und Talstrassen nach Duness. Hier besuchen wir eine Höhle und Wasserfall. Camper steht für diese Nacht im starken Wind (so sollte es nicht schaukeln und auch nicht so laut tönen). Heute gabs nur wenig, sehr wenig Sonne - aber einen Regenbogen über uns, womit Bigi klar das Lied 'unter em Schirm vom Höchste, da bin ich geborge Tag und Nacht' in den Sinn kommt.
29. August - grösstes Hochmoor Europa / Ullapool
Fahrt über das grösste Hochmoor Europas durch eine wilde Gegend. Sehr wenige Leute wohnen hier – was machen die nur? Landwirtschaft, Schafe, Kühe, Graswirtschaft und B+B (Bed and Breakfast). Unser Kopfrechnen ist wieder einmal gefragt, denn die über die Strasse führenden Eisenbahnbrücken sind nicht all zu hoch – hier werden die Masse ja noch in Yars angegeben und wir müssen jeweils kurz in Meter umrechnen. Kaspars Laune ist nicht die Beste. In Ullapool angekommen freuen wir uns auf das beste ‚Fisch and Chips‘ Restaurant von Schottland. Wir essen jedoch zusammen ein Kilo frische Muscheln und Chips mit einem Glas Weisswein. Die Chips - englische Pommes Frites - schmecken aber nun schon zum dritten Mal nicht gut! Nachher sind wir plem plem und machen ein Nickerchen im Camper. Zuvor haben wir noch in einem öffentlichen Waschsalon gewaschen und bei Tesco gute Frischprodukte eingekauft. Um 17.00 Uhr gehen wir wieder zum Hafen. Hier soll jeden Abend ein Seehund zu Besuch kommen. Und siehe da, er ist pünktlich zur Stelle und lässt sich schön brav fotografieren. Nachher zu einem Snack ins ‚Seaforth Inn‘ mit div. Whiskys. Es setzt sich ein Ehepaar zu uns. Oh, die verstehen sogar Schwiezerdütsch. Kommen mit Lillo und Serge (aus Pieterlen) ins Gespräch und laden sie nachher noch zu einem Kaffee und Shortbread in den Camper ein. Es tut uns gut wieder einmal ‚wie de Schnabel gwachse isch‘ zu kommunizieren.
30. August - Insel Skye
Morgens trinken wir minimem Sonnenschein am Hafen Kaffee. Auf der Weiterfahrt machen wir eine kleine Wanderung durch die ‚Corrieshalloch Gorge‘, kleine Schlucht aber sehr tief. War der letzte Sonnenstrahl für heute, nachher nur noch grau und teilweise regnerisch. Uns hat es ausgehängt und wir haben beschlossen, Irland wegzulassen und die Reise Richtung Süden zu beschleunigen, denn irgendwann wollen wir auch noch etwas Sommer! Wir haben seit einem Monat nicht mehr geschwitzt und die Campingstühle sind auch schon seit mind. 2 Wochen ‚eine Fehlinvestition‘ (vor 3 Tagen hat Bigi das uralte Sommertischtuch vom Soliboden (blau mit Sonnenblumen) herausgeholt um etwas Balkonfeeling in den Camper zu bringen. Um irgend eine Aktivität zu haben besuchen wir die ‚Talisker Distillery‘. Bald sind wir Whiskykenner und trinken nicht mehr jeden Fusel.
31. August - Eilean Donan Castle / Fort William
Morgens ist das Wetter akzeptabel und der strätzende Regen startet erst um 14.15 Uhr! Es geht zurück aufs Festland, wo wir das wieder aufgebaute Castle ‚Eilean Donan‘ besichtigen. Heute treffen wir Lillo und Serge schon zum zweiten Mal kurz. Mittags essen wir die Rentiersuppe aus Finnland. Auf dem Weg nach Fort William kurzer Stopp bei einer Mühle mit Shop und es ist wieder Espresso trinken angesagt, denn draussen giesst es immer noch. Die Stimmung heute sinkt nicht so tief wie gestern, denn wir haben ja beschlossen ‚nur noch südwärts in den Sommer zu fahren‘. In Fort William sehen wir ein schönes Restaurant mit gemütlicher Lounge und wir beschliessen, uns etwas Gutes zu tun und gehen ein Steak essen und Whisky trinken. Schöner Abend und die Laune ist wieder tip top und auf Sommer eingestellt!
our car is our castle !





































