Tagebuch April 08
11. April - Abfahr an der Möslistrasse
Wie geplant fahren wir um 16.00 Uhr los, was beinahe einem Wunder gleich kommt. Bigi hat es geschafft, den Camper bis fast unter's Dach voll zu kriegen.
Unsere Solothurner Freunde sind zahlreich erschienen. Kaspar wirft den Motor an, Taschentücher werden geschwenkt, ein letztes Mal auf die grosse Hupe gedrückt und weg sind wir. Es regnet in Strömen. Um 16.30 Uhr fällt Kaspar schon ein, was er vergessen hat: Lesebrille und Sommerschuhe. Dies bestellen wir bei Jannine. Ruedi wird uns alles nach Rom bringen. Wir geniessen das Abschiedsessen im Hotel Goldenen Kopf in Bülach mit den Eltern, Kaspar's Schwester Brigitte, meinem Bruder Rolf, Helene, Tabea und Annina.
Abschiedsessen in Bülach mit den Eltern
Kaspar mit seiner Schwester
Family Suter aus Hochfelden
12. April - von Bülach an die Mittelmeerküste
Um 10.00 kommen Lucia und Georg zum Hirslenparkplatz für den Abschied. Magi taucht überraschend auf, da sie im Schwimmbad war. 10.30 Uhr fahren wir dann an der Kasernenstrasse los, wo die Eltern, Anni und Helene M. uns winken. Helene M. testet sogleich, ob Kaspar gelernt hat, den Fussgängern den Vortritt zu lassen.
Auf der italienischen Autobahn sitzt Bigi das erste Mal am Steuer. Es ist die älteste und kurvigste Autobahn Italiens. Walti hat uns Portofino als wunderschönen Ort an der Küste empfohlen. Ohne Zweifel eine Reise wert, aber nur mit PW. Für uns gilt das LKW-Verbot nicht - wir haben Kategorie schwerer Wohnmotorwagen und auch 7,5 t Begrenzung beeindruckt unsere 10,5 t nicht. Bei der maximalen Längenangabe von 6 m ist aber definitiv Ende! Nachdem Bigi super durch die engen Strassen gefahren ist gehört das Wendemanöver Kaspar, was er auch schafft. Leider finden wir dann entlang der Strasse zurück durch zwei Dörfer keinen passenden Parkplatz und wir beschliessen wieder Richtung Autobahn zu fahren: grüner Wegweiser 'Autostrada' und wir fühlen uns schon im siebten Himmel - oder eben auch nicht. Plötzlich vor uns ein Schild: max. Höhe 3,5 m!!!
Uf, da kommen wir mit unseren 3,8 m nicht durch. Oh Schreck, wir sind in einer Einbahnstrasse! Zum Glück gibt's Platz und Kaspar kann mitten auf der Strasse wenden. Unser Fahrlehrer Paul hätte wohl Freude an uns. Wie gelernt steigt Bigi aus und leitet das Manöver: 500 m zurück rennen, mitten auf der Strasse den Verkehr blockieren und Kaspar kann schwitzend die verbotene Fahrtrichtung zurück fahren. Rapallo werden wir nicht so schnell vergessen. Nun aber nichts wie los auf die Autostrada, wo wir uns auf dem Parkplatz der nächsten Raststätte erst mal erholen: wir schlafen die erste Nacht in unserem Bett, 2 m x 1.4 m mit einem nordischen Duvet.
13. April - Cinque Terre
Wunderschöner Morgen: blauer Himmel und Sonnenschein pur. Wir fahren etwas weiter in die Cinque Terre. Echt schmale Landstrassen. Plötzlich stehen zwei Carabinieri mit Maschinenpistole und Schussweste auf der Strasse - hat wohl jemand angerufen, dass ein grosses weisses Fahrzeug unterwegs ist? Kaspar zeigt brav seinen Führerschein und Fahrzeugausweis. Einer will noch wissen, was denn ein Ersatzrad für unser Fahrzeug kostet und sie lassen uns weiter fahren.
Wir haben definitiv genug von diesen schmalen Strassen, wo man nicht jede Kurve im ersten Anlauf schafft und steigen auf den Zug um. Bigi kennt das Gebiet und wir fahren mit dem Zug der Küste entlang. Zu Fuss geht's dann zurück. Wunderschön und empfehlenswert! Abends haben wir dann eine Parkbusse von 36 Euro unter dem Scheibenwischer. Trotzdem schlagen wir hier unser Nachtquartier auf und essen in einer Osteria Spaghetti al Mare.
14. April - Carrera - Punta Ala
Es ist ein trüber und regnerischer Tag. Im letzten Moment wird der Bussenzettel von einem Windstoss weggetragen. Heute wollen wir zu den Marmorsteinbrüchen von Carrera. Am Ortsanfang lässt und das LKW-Fahrverbot kalt und auch die 7,5 t belächeln wir. Kaspar fährt flott bergauf bis dann bei einem Tunnel ein Schild steht: max. 3,7 m Höhe !
Somit schauen wir uns eben hier einen Marmorsteinbruch an und sind schon etwas nervös, wie wir wohl wieder herunter kommen - denn dort steht ja das Schild für LKW 7,5t !
Der erste herauffahrende LKW-Fahrer beschimpft uns, aber dann schafft es Kaspar tatsächlich schwitzend um die Kurven bis wieder unten nach Carrera. Hier gibt's kein Pardon: LKW-Verbot durch die Stadt, max. Höhe 3,5 m. Zum Glück finden wir noch eine Strasse die mit Gewicht und Höhe passt. Wir sind uns mehr oder weniger einig, dass wir uns in nächster Zeit strickte an alle Verkehrstafeln halten wollen!
Nun darf Bigi wieder die Fahrkünste testen. Mit der Schaltung hat sie einige Probleme, aber man soll die Hoffnung nie aufgeben. Auf einem Parkplatz in Punta Ala übernachten wir. Da Bigi für die Missionskonferenz noch viel Papier lesen und bearbeiten muss, kocht der Chefkoch höchst persönlich.Wir benutzen unsere riesigen Teller zum ersten Mal (Brigitte Suter hat sich über die Tellergrösse fast krumm gelacht!). Kaspar ist ganz happy über das Schweizer Cordon Bleu, Kroketten und Bohnen aus dem Tiefkühler zu Hause. Zum Dessert gibt's Pralinen von der Konditorei Klaus in Bülach.
15. April - Gelateria Frasi in Rom
Aufbruch nach Roma! Unterwegs kaufen wir noch Artischocken vom Feld, Orangen, Käse, Salami und italienisches Brot. Das Navigationssystem führt uns nach Rom rein. Oh Schreck, schon wieder eine Brücke und die max. Höhe ist 3,5 m. Wir beschliessen zu wenden und fahren nun nach Beschreibung, die uns sicher zum Ziel ins Centro 'il Carmelo' in Roma Ciampino führt.
Die Italiener fahren ungeordnet, hektisch und nach dem Motto, der Stärkere gewinnt. Hier hätten wir wohl Chance, beschliessen aber uns in Rom nur mit öffentlichem Verkehr fort zu bewegen. Der Zug von hier fährt direkt zur Stazione Termini. Mit Volker Bohle und dem Afrika-Team fahren wir ins Zentrum zum Pizza essen. Kaspar spendiert noch ein Gelati. Wir erkundigen uns in einem kleinen Comestibleladen nach einer Gelateria. Der empfiehlt uns die Gelateria Frasi und gibt eine Wegbeschreibung. Nach ca. 30 Minuten haben wir doch noch das Ziel erreicht. Eine über 100 Jahre alte Gelateria mit vielen Sorten Glacé und mega gut! Die Zeit vergeht mit schlecken und plaudern. Mit etwas Glück erreichen wir noch den letzten Zug um 21.06 Uhr, der mit 5 Minuten Verspätung abfährt. Timothé aus Kamerun schläft im Zug sogleich ein. Was er als Afrikaner wohl über die verrückten Europäer denkt?
16. - 19. April - Rom
Bigi ist an der EBM Missionskonferenz und Kaspar knackt Rom zu Fuss, mit Metro und Zug und sammelt Erfahrung als Schwarzfahrer. Abends kommt er mit zu den Abendveranstaltungen und anschliessend ist unser Camper jeweils voll mit Leuten. Es ist weit und breit das einzige Bistro.
20. April - Ristorante Ambasciata d'Abruzzo
Kaspar organisiert für uns Schweizer sowie Volker ein Mittagessen im Ristorante Ambasciata d'Abruzzo. Dieses Restaurant kennt er seit 42 Jahren und es ist immer noch prima italienische Küche. Danach ist nicht mehr viel Zeit für Sightseeing. Die spanische Treppe und schon geht's für die andern los Richtung Flughafen.
21. April - Petersdom in Rom
Wir fahren schon früh mit dem Zug ins Zentrum und wollen uns die Sixtinische Kapelle anschauen. Zuerst geht's gemütlich in der Warteschlange 1,5 Std. bis zum Eingang. Die Deckengemälde von Leonarda da Vinci sind echt beeindruckend und das Vatikan Museum ist voll von Schätzen. Am Mittag tappen wir dann gleich ausserhalb des Vatikans in eine Touristenfalle: 2 Sandwich, 2 Wasser und zweimal sitzen 24 Euro ! Wir wussten es doch, aber wollten einfach ein Sandwich essen und dabei ausruhen (s. Tips: Touistenfallen in Bella Italia). Wir ärgern uns Beide und wollen von nun an unseren Vorsätzen treu sein. Später wird der Verlust wieder wett gemacht indem wir an einer Kaffeebar für 70 Cents Espresso trinken.
Im Petersdom treffen wir Anna und Jan aus der Czech Republik und nehmen sie mit bis unters Dach der Kuppel. Jan ist etwas skeptisch, denn nach der Fahrt mit dem Lift sind es noch 332 Treppenstufen. Die Mühe hat sich gelohnt, denn die Aussicht über Rom ist fantastisch. Ein ‚Muss‘ ist dann noch der Fontana di Trevi! Hier kann man eine Münze hineinwerfen, was soviel bedeutet wie ‚ich komme wieder nach Rom‘. Hundemüde fahren wir wieder nach Hause zu unserem Camper im Centro Carmele in Ciampino.
22. April - Katakomben in Rom
Gaby und Karin begleiten uns zu den Katakomben ‚San Sebastian‘. Die unterirdischen Gänge haben eine Länge von ca. 12 km und sind auf 3 Etagen unter dem Boden. Alles sehr eindrücklich.
Auf der Rückfahrt mit dem Bus ins Zentrum gibt’s ein Gerangel, ein Mann sieht sein Portemonnaie auf dem Boden und schimpft laut. Wir sind uns fast sicher, dass jemand im Bus bestohlen wurde.
In Travestere (früheres jüdisches Viertel) ist das Ambiente ganz anders und familiärer. Zuerst will Kaspar nur ein Sandwich stehend essen, lässt sich aber dann zu einem Menu Touristique überreden (10 Euro). Diesmal haben wir eine gute Wahl getroffen.
Zu Fuss geht’s kreuz und quer an Designer-Geschäften vorbei. Beim Anschauen der Preise fällt ein normaler Schweizer in Ohnmacht. Kaum vorstellbar, wer das bezahlt. Die Bettler und Obdachlosen bestimmt nicht, und Bigi soll nicht kaufen. Kaspar hat gedroht, dass er keinen Anhänger anschaffen werde. Wie hat doch schon Asterix gesagt: ‚die spinnen, die Römer‘.
23. April - Sorrento
Von Rom nach Sorrento, südlich von Napoli an der Amalfiküste. Bis wir auf der Autostrada sind schwitzt Kaspar. Der Weg führt uns durch Frasacti. Hier können wir unseren Weinkeller auffüllen, der von unseren Schweizerkollegen und EBM-Freunden geschädigt wurde.
Angekommen bei Sorrento lassen wir unseren Roller auf den Boden und machen die erste Spritztour. Macht Spass so durch die Strassen zu rollen, vorbei an schönen Restaurants und vielen Boutiquen. Kaspar offeriert mir, anzuhalten – aber für was? Tip für Frauen: hier gibt es alles in allen Farben des Sommers. Kaspars Kommentar: das sind genau die richtigen Läden für dich – smile ! Ob ich wohl von meiner Shopping-Freude geheilt bin bei meiner Rückkehr in die Schweiz?
Abends probieren wir unseren Merlot aus Frascai. Spitze. Wir müssen den Korken wieder dicht machen, sonst ist die Flasche nach dem Abendessen leer.
Der Alltag hat uns eingeholt
24./25. April - Amalfiküste
Wir lassen unseren Roulotto (Camper) auf dem Camping und steigen auf unseren Roller. Kaspar als versierter Töfffahrer - Bigi als Beifahrer! Einfach super, über der Steilküste der Amalfiküste entlang auf schmalen Strassen. Hier sind ebenso viele Roller wie Autos unterwegs. Tiefblaues Meer, Sonne, blauer Himmel…..
Positamo entpuppt sich als echt touristisches Dörfchen. Boutiquen, Souvenirläden, Keramikgeschäfte, Limoncellobars (typischer Likör) etc……. Wenn Kaspar nicht wäre würde Bigi in jedem Geschäft einkaufen.
Kaspar schaut den ganzen Tag, wo er wohl eine Propangasflasche kaufen könnte. Am Abend kaufen wir dann eine 10kg-Propangasflasche und transportieren diese auf unserem Roller zum Campingplatz. Wie das geht haben wir in Vietnam gesehen: Flasche auf dem Sitz zwischen Fahrer und Beifahrer einklemmen, langsam aufs Gas drücken und vorsichtig fahren. Der Gasverkäufer war skeptisch, aber Kaspar wollte unbedingt und es hat geklappt. Gut, dass es nur etwa 10 km war.
Morgens Besuch der Grotten von Smeraldo mit türkisblauem Wasser. In Ravello besichtigen wir dann zwei Villen mit prachtvollen Gärten mit Blick auf das Meer herunter. Heute ist italienischer Feiertag (25. April – Ende des zweiten Weltkrieges) und die Italiener geniessen das verlängerte Wochenende. Zum Glück sind wir mit dem Roller unterwegs. Kamikatze-Rennen und alle Roller überholen die stehenden Autos. Mit dem Auto hätten wir bestimmt 2 Stunden für die Rückfahrt gebraucht. Roller ist das geeignete Fahrzeug hier. Gar nicht an unseren Grossen zu denken, der in jeder zweiten Kurve steckengeblieben wäre. Hat Spass gemacht. Wir erholen uns und unseren Hinterteil bei einem guten selbstgekochten mediterranen Nachtessen (Kartoffelwürfel, Peperoni und Knoblauch im Olivenöl gebraten mit Provencekräutern und Käsewürfel.
26. April - Napoli
Wir nehmen das Schnellboot nach Napoli. Die Haupt-Einkaufsstrassen sind sehr mondän. Sobald man in die Hintergassen einbiegt, befindet man sich unmittelbar in den ärmlichen, engen, mit Wäsche verhangenen Strassen, welche sehr schmutzig sind. Abfallberge lassen grüssen! Unser Mittagessen kaufen wir in einem ‚Tante Emma Laden: wie üblich frisches Brot und Proscuitto di Parma. Die Napolitaner haben immer Zeit für einen kleinen Schwatz. Mit dem Funicolari fahren wir auf einen Stadthügel und geniessen den Blick über den Hafen. Den Abend beschliessen wir in einem typisch italienischen Restaurant in Sorrento. In den Gassen der Stadt lebt der Tourismus. Wir warten lange auf den Bus und beschliessen die Politesse zu fragen. Sie sagt uns, dass am Samstagabend der Bus nicht ins Zentrum, sondern via die Nebenstrasse fährt. Mit einem Spurt erreichen wir noch einen der letzten Busse und fahren zurück zum Camping.
27. April - Vesuvio und Pompeji
Mit dem Roller nach Pompeji. Die Ausgrabungen verpassen wir um 500 m. Kaufen frische Erdbeeren direkt an der Kreuzung und essen diese sofort. Die alte Strasse zum Vesuvio ist gesperrt und wir müssen auch hier wenden. Die Route führt uns auf einen Markt der Einheimischen und wir wissen nun, wo die Italiener einkaufen. Hier gibt’s alles, ob neuwertig oder second Hand. Endlich führt uns die Strasse auf den Vesuvio. Die letzte Wegstrecke zum Krater geht’s zu Fuss (ca. 1 Std.) bei sehr stürmischem Wind. Oben angelangt verzehren wir unseren Lunch: frisches Brot und Parmaschinken. Bigi fühlt sich wie auf einem Viertausender, den es stürmt und ist kalt.
Auf dem Rückweg finden wir dann den Eingang zu den Ausgrabungsstätten von Pompeji. Die Stadt Pompeji wurde 79 n. Chr. durch Asche des Vulkanausbruchs verschüttet. Kultur pur, Steinhaufen an Steinhaufen und sehr eindrücklich.
Zu Hause gibt’s Arbeitsaufteilung: Bigi kocht Ravioli und Kaspar befestigt den Roller hinten auf dem Camper. Dies benötigt recht viel Zeit, denn jeder Handgriff muss passen.
28. April - griechische Ausgrabungsstätte Paestum
Von Sorrento zurück auf die Autobahn – Kaspar schwitzt! Hier findet man viele Geschäft, die als Spezialität ‚Mozzarello di Buffalo‘ verkaufen. Selbstverständlich kaufen wir ein, denn dieser ist ja in der Schweiz zur Zeit nicht mehr erhältlich.
Südlich von Salerno besuchen wir die griechischen Tempel von Paestum – die grössten ausserhalb Griechenlands. Hier können die Archäologen noch 20 Jahre weiter buddeln. Wir sparen 10 Euro und übernachten auf einem Parkplatz direkt am Meer. Der Strand ist leer und baden ist noch kein Thema.
29. April 2008 - Matera
Morgenspaziergang am Sandstrand, dann liege ich 2 Stunden flach mit Kopfweh. Danach fahren wir über einen kahlen Pass, essen den üblichen Lunch (Pannini und Proscutto) an einem kleinen See fahren einige Stunden durch fruchtbare Landwirtschaftszonen. Hier wachsen vor allem Oliven und Orangen. Gegen Abend erreichen wir unser Tagesziel: Matera. Kaspar fährt schnurstraks ins Zentrum. Die LKW-Verbotstafel erkennen wir erst nach unserem Wendemanöver auf dem Hauptplatz. Ein sogenannter Touristenführer auf seinem Roller leitet uns zu einem nahen Parkplatz. Er bietet uns sogleich seine Dienste an. Er erzählt uns selbstverständlich, dass er arbeitslos und Vater von zwei Kindern sei. Über die italienische Politik wettert er in den höchsten Tönen. Wir betreiben direkte Entwicklungshilfe und akzeptieren sein Angebot der Führung. Sein Kollege steht mit dem Auto auch innert 2 Minuten auf dem Platz und fährt uns direkt in eines der alten Viertel der Stadt. Hier besuchen wir die in Felsen gehauenen Höhlen, wo bis ca. 1950 Leute gewohnt haben. Der Blick schweift über den kleinen Fluss im Tal und auf den nächsten Hügel mit der Domkirche. Hier wurde der Film ‚Die Passion Jesu Christi‘ von Mels Gibson gedreht! Unser Führer hat im Film als Soldat auch mitgespielt. Er empfiehlt uns ein gutes Restaurant und wir lassen uns dorthin bringen. Wir hoffen, dass wir nicht in eine Touristenfalle geraten sind und unser Camper bei der Rückkehr unversehrt ist – was auch so ist. Hier verbringen wir auch gleich die Nacht.
30. April 2008 - Alberobello / Trullis
Heute sind wir früh auf und ziehen schon um 08.00 Uhr los. Die Stadt lebt noch nicht und so trinken wir zuerst einmal Kaffee an der Sonne. Danach durchwandern wir die schmalen Gassen. Ein Besuch der Casa Grotto di vico Solitario, wo die Familie mit 6 Kindern, Schwein, Hühnern und Esel bis 1952 gelebt hat. Damals wurden 15‘000 der Bewohner der Felsenwohnungen in die Neustadt umgesiedelt. Von den 100 Felsenkirchen besuchen wir nur deren drei.
Nachmittags Weiterfahrt nach Alberobello. Das Schild ‚max. Höhe 3,70 m‘ am Strassenrand sehen wir. Unser Italienisch ist nicht so gut und somit unsere Deutung falsch. Die Brücke kommt nicht erst in 22 km, sondern bei Kilometer 22. Somit müssen wir mitten auf der Strasse anhalten und Kaspar testet seine Rückfahrkünste. Zum Glück gibt’s nach 400 m eine kleine Seitenstrasse zum wenden. Wir versuchen es mit einer andern Hauptstrasse und erreichen unser Ziel ohne weitere Probleme. Unterwegs sehen wir bereits die ersten Rundhäuser der Trulli. Kaspar spottet, dass er nun wisse, woher die Kameruner ihre Baukenntnisse haben. Alberobello ist auf Touristen ausgerichtet und in den speziellen Vierteln ist jedes zweite Haus ein Laden. Hier werden lokale Produkte verkauft: Stickereien, Olivenöl, Wein, Pasta Orivetti und Fussili sowie typisches Knabbergebäck mit Fenchelsamen.
















