November 2008

1. November - Madinat Al-Zahra und Cordoba

Kurz vor Cordoba besuchen wir die Ausgrabungen Madinat Al-Zahra, eine maurische Königsstadt aus dem
9. Jh. Die Lage der Stadt und Paläste am Hang gebaut ist sehr schön. Mit den Ausgrabungen können wir nicht viel anfangen. Dies ist vielleicht für Archäologen und Puzzlefans ganz interessant. Seit 1911 sind erst 10% der Anlage ausgegraben. Dann nach Cordoba auf den Campingplatz, denn wir wie immer mit einigen Kehrtwendungen finden. Dann Bus und Taxi zur Kathedrale von Cordoba. Diese Kathedrale wurde inmitten einer riesigen Moschee, welche 850 Säulen hat, wieder errichtet. Das Minarett wurde in einen Glockenturm verwandelt. Die Moschee wurde im Laufe des 8./9. Jh. erbaut und nach der Rückeroberung durch die Christen im 13. Jh. wieder in eine Kirche umgewandelt. Unglaublich schönes Gebäude. Nachher bummeln wir durch die Stadt, essen Tapas und trinken Sherry und reservieren für morgen im türkischen Bad.

Kathedrale von Cordoba

2. November - türkisches Bad

Mit dem Bus in die Stadt. Besichtigen div. Kirchen. Via Kathedrale zum türkischen Bad. Das Bad besteht aus vier Bädern und einem Dampfraum: kaltes Bad, temperiertes Bad (ca. 28 Grad) zum relaxen und das heisse Bad mit mind. ca. 42 Grad! Die Baderäume mit den maurischen Bögen und Mosaiken sind schön mit Kerzen ausgeleuchtet. Ebenfalls fällt Licht von Oben ins Hauptbad (ca. 10 x 10 m). Es werden immer nur max. 35 Personen im Zweistunden-Rhythmus eingelassen. Nun sind wir porenrein gewaschen, spüren eine wohlige Wärme und sind etwas müde. Alles in allem war es ein gutes Erlebnis. Nachher in ein echt maurisches Kaffee zu Tee und Gebäck. Marschieren durch kleine Gassen zum grossen Platz Coredere mit Markthalle und vielen Kaffees.

3. November - Granada

Fahren die N432Richtung Granada durch riesige Olivenbaumhaine. Wir sehen Millionen von Olivenbäumen in Reih und Glied. Wir fragen uns, wer verbraucht all dieses Öl? Halten bei einem alten Bahnhof, welcher in ein Restaurant umfunktioniert wurde und gleichzeitig einheimische Produkte, u.a. Olivenöle verkauft. Auf einem Toastbrot versuchen wir die verschiedenen Olivenöle und kaufen einen Bidon ein, um dann zu Hause zu verschenken. Dann in die Ebene nach Granada und suchen den Campingplatz, welcher für den Winter schon dicht gemacht hat.

Fahren weiter zur Alhambra um den wirklich sehenswerten und guterhaltenen Königspalast zu besichtigen. Nur der Brunnen der Löwen (Hauptattraktion) ist leider in Renovation. Die maurische Architektur ist verspielt, verschnörkelt, viele Bögen mit Stalaktiten, Wasserbrunnen und Wasserbecken. Dieser Palast diente den maurischen Königen bis 1492.

4. November - Sierra Nevada

Heute ziehen wir uns noch wärmer an: Kaspar sein einziges Langarm-Shirt und Unterleibchen! Fahren auf die Sierra Nevada. Ca. 1 km vor dem Ende der Bergstrasse heisst es Schneeketten montieren. Für uns wäre kein Problem, aber vor uns stehen die Spanier mit Sommerpneus quer in der Strasse. Wenden und fahren zurück zu einem kleinen Restaurant, wo wir Jamon und Käse aus Eigenproduktion kaufen sowie Honig-Zeltli (mit Eukalyptus - die schmecken wie Badewasser). Am Kainfeuer genehmigen wir uns Kaffee, frischgepressten Orangensaft und Jamon-Sandwiches. Zurück nach Granada und die N192 Richtung Murcia.

In Guadix, eine pittoreske Landschaft, suchen und finden wir die Höhlenwohnungen. Da gibt es viele Häuser und Villen, die in den Berg hinein gebaut sind. Man sieht nur die Häuserfront und den Kamin, welcher aus dem Erdreich ragt. Kurz vor Murcia biegen wir auf die A30, ein paar Kilometer weiter auf die 3319 Richtung Alicante. Die gefahrene Strecke hat viel Landwirtschaft, riesige Gewächshäuser, Weinplantagen mit Netzen überspannt, Gemüsegärten so weit das Auge reicht. An der Strasse links und rechts viele Gewerbegetriebe – hier hat es noch billiges Land. Die Erschliessung der Häuser- und Gewerbezonen: zuerst kommt die Kanalisation, das Elektrisch, Strassen mit Beleuchtung und Trottoirs und dann erst werden die Häuser gebaut.

5. November - am Strand

Wir beschliessen am Strand zu bleiben. Bigi springt ins Meer und findet die Wassertemperatur gar nicht so schlimm. Marschieren dem Strand entlang und trinken unseren obligaten Morgenkaffee. Nachher sünnele, lesen und einfach Sein.
Was der Tag alles mit sich bringt:
- Bigi hat Panik! Die Brille ist verschwunden. Natürlich wird Kaspar verdächtigt einen Streich gespielt zu haben. Das ist nicht gerecht! Sie sucht und sucht, alles wird geöffnet, schaut aus dem Fenster: nichts! Die Nervosität ist mit Händen greifbar. Sie muss jetzt die Brille finden. Nun geht sie nach draussen, und oha, die Brille liegt auf dem Kies. Beim Tischtuch ausschütteln aus dem Fenster wurde zugleich die Brille entsorgt.
- Ziehen die Badehose an, denn es ist ja so herrliches Wetter! Nach 10 Minuten schon frieren wir uns den Arsch ab und ziehen wieder Kleider an.
- Am Strand gibt es ältere Herren mit Metalldedektoren, welche nach verlorenen Gegenständen suchen. Mit einem Mann mit Neoprenanzug und Taucherflasche kommen wir ins Gespräch. Er erzählt uns, dass er jeden Strand nach verlorenen Wertgegenständen absucht. Stolz zeigt er uns einen Goldring an seinem Finger.

6. November - weiter nach Javea

Fahren parallel zur Autobahn auf der Nebenstrasse N332. Was sollen denn diese Schneeberge neben der Strasse - ähm, es sind Salzberge der Salinen. In Alicante spazieren wir am Hafen und bestaunen die grossen Jachten. Man sieht hier, dass die Preise für Yachten, Häuser und Wohnungen ins Rutschen geraten. Abschläge von bis zu 30% sind vielerorts schon angeschrieben. Dann die gleiche Strasse weiter nach Javea. Hier treffen wir unsere Freunde Charly und Marietta aus Solothurn. Gemeinsam mit Ihnen und Affolters gehen wir zu Pepe Paellia essen. Dann zurück mit Charlys Mietwagen zurück zum Camper am Felsenstrand in Javea.

7. November - faulenzen

Gemütlicher Morgen und dann am Mittag zu Charly und Marietta auf die Terrasse von Affolters zum Apéro. Schwatzen und geniessen den Ausblick aufs Meer und die Sonne. Später fahren wir noch kurz zu einer idyllischen Bucht und dann zum Hafen von Javea. Die Fischer laden ihre Beute aus, die Fischhändler sitzen auf der kleinen Tribüne im Hafengebäude und bieten ihre Preise für die gezeigten Fische. Am Fischstand herrscht reges Treiben, denn jeder will den schönsten, besten und frischesten Fisch ergattern. Wir nicht, denn wir fahren in ein gediegenes Restaurant zum Abendessen. Wir freuen uns seit langem wieder auf ein gutes Rindsfilet hier.

8. November - kleine Wanderung

Packen unseren Rucksack für die Besteigung des Cap de San Antoni. Zuerst geht’s dem Strand und der Promenade entlang (hier gibt’s Kaffee und Gebäck) und beim Jachthafen beginnt ein schöner Wanderweg hinauf zum Cap. Nach 90 Minuten Marschzeit sind wir schon am Ziel. Geniessen die schöne Aussicht von hier oben bevor es den gleichen Weg zurück geht. Unten angekommen geniessen wir im schönen Beizli ein Portion Calamares frites (Arschlöchli). Dann zurück zum Camper, lesen und ausruhen. Bigi nimmt vermutlich für diese Saison das letzte Bad im Meer und findet das Wasser nicht einmal so kalt. Wie schon öfters kommt ein Mann zum Camper um ein Gespräch anzufangen. Na ja ….. des Öfteren wissen die Leute alles, haben die halbe oder ganze Welt bereist (dieser sogar 200‘000 km mit dem Velo – man rechne), wollten eigentlich auch so ein Fahrzeug kaufen, aber eben doch nicht und spähen immer neugierig ins Wageninnere. Nach dem Gespräch schütteln wir nur die Köpfe und fragen uns, ob die Leute wirklich so blöd sind! Am Abend gehen wir mit Charly und Marietta ins Indonesische Restaurant (total Euro 37.85 inkl. Wein).

9. November - Richtung Schweiz

Jetzt geht’s definitiv nach Hause! Auch Kaspar hat sich langsam aufs heimgehen eingestellt. Zuerst gibt’s noch ein Zweitfrühstück im Wienerkaffee, Dieseltankauffüllen und dann die N332 Richtung Valencia. Unterwegs kaufen wir noch 2 Säcke Saftorangen (11 kg) für 8 Euro – mh, zu Hause wartet die Saftpresse. Die N332 ist uns zu anstrengend und wir wollen ja auch vorwärts kommen. Fahren auf die E16/AP7 weiter via Valencia, Tarragona, Barcelona bis 30 km vor die französische Grenze. Parkieren und schlafen auf dem Tankstellen/LKW-Parkplatz. Vermutlich gibt es eine unruhige und laute Nacht. Übrigens die günstigste Tankstelle an der Autobahn vor der Grenze. Na ja, der Nachteil davon ist, dass alle LWSs hier tanken. Die Gegend, durch die wir gefahren sind ist geprägt von Dörfern, grösseren Städten und ist meistens flach, nur Richtung Grenze steigt es ein wenig (Pyrenäen). Endlose Orangen- und Mandarinenhaine, wieder einmal so weit das Auge reicht. Doch plötzlich in der Gegend von Tarragona und Barcelona wird nur noch Trauben und ein wenig Gemüse angebaut. Oh und da steht noch ein grosses Feld roter und grüner Salat - könnte dein Salat sein, den du morgen einkaufst. Nach und nach kommen die ersten Wälder.

10. November - bis 90 km an die Schweizer Grenze

Wir sind 7 Monate unterwegs! Es kommt uns schon etwas komisch vor, wieder in den Alltag in der Schweiz zurückzukehren. Was soll’s, es war schön! Fahren über Perpignan, Montpellier, Nimes, Montelimar (Kaspar hat sich schon lange gefreut hier Nougat einzukaufen) bis kurz vor Cambery. Die Landschaft wird geprägt durch Weinberge und im Valle d’Isere durch Baumnussplantagen ‚Grenoblernüsse‘. Die Alpen und damit die Schweiz rücken immer näher. Unser Ziel Annency (gemäss Kaspars Erinnerung ein kleines Städtchen mit schönen Beizli) erreichen wir nicht, denn kurz vor 18.00 Uhr wird es schon stock dunkel und wir haben keine Lust noch weiter zu fahren. So übernachten wir nochmals auf einem LKW-Parkplatz an der Autobahn – für dieses Jahr ist es vermutlich die letzte Nacht im Camper. Wir geniessen ein relativ gutes Nachtessen im Grillrestaurant und feiern den Abschluss unserer Europatour.

11. November - nach Hause in die Schweiz

Heute fahren wir schon um 08.00 Uhr los. Alle andern LKW-Fahrer schlafen noch – ob die wohl nicht arbeiten müssen? Es hat sehr wenig Verkehr auf der Autobahn und wir fahren in den Tag hinein. Beide sind in Gedanken versunken und so sind wir bald am Zoll in Genf – ob das wohl gut geht? Kaspar grüsst den Zöllner auf Schwyzerdütsch. Der Zöllner schaut rauf und fragt: ‚was ist das?‘ Na was wohl: ‚ en Camper‘. Worauf der Zöllner nur sagt: ‚schön. Wir fahren ohne den Pass zu zücken in die Schweiz rein. Weiter via Lausanne, Yverdon, Bern nach Biberist. Hier geht’s auf einen Schwatz zu Brigitte und Roby, MOBY CAMPERS AG. Kaspar freut sich sehr, dass das Geschäft gut läuft und sie sichtlich auch Spass an der Arbeit und Firma haben.
Um 14.10 Uhr fahren wir zu Hause vor – es regnet. Wir werden durch unsere Nachbarn freundlich empfangen. Auch hier ist alles beim Alten. Nun heisst es: Camper ausräumen, Waschmaschine und Tumbler starten ………

Total gefahrene Kilometer: 31'403,1

Wir sind Gott dankbar für all das Schöne, was wir auf unserer Europareise erleben durften, alle Bewahrung und auch die gute Gesundheit. Nun freuen wir uns auf ein Wiedersehen mit Familie und Freunden!

Danke für das Interesse an unserer Homepage und Ufwiederluege im Mai 2009.